South Dakota

0607
2007
Fr
23:38
Tag
28
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Am Morgen genieße ich noch etwas entspanntes Arbeiten im Designerstuhl. Gegen 10 mach ich mich auf den Weg nach South Dakota. Es ist heiß. Die Interstate geht über knapp 400 Meilen schnurgerade nach Süden. Nach nur einer Stunde werd ich müde. In Deutschland trink ich eine Tasse Kaffee und kann dann 8 Stunden lang nicht schlafen. Hier trink ich nen halben Liter Kaffee und bin nach einer halben Stunde schon wieder müde. Der Kaffee wirkt fast so heftig wie Quellwasser – fast. Woher zum Teufel kommt die Farbe?

Ich mach mehrfach Kaffeepause – keine wirkt. Ich spiele gelangweilt an den letzten unbekannten Knöpfen im Auto rum – und entdecke dabei die Cruise Control. Nein! Worst Case… Ab sofort ist auch noch mein rechter Fuß überflüssig. Nach nur zehn Minuten beschweren sich meine Beine über ihre Nutzlosigkeit und drohen mit Einschlafen. Ich lasse meine Knie lenken. 10 Minuten später schlafen meine Arme ein.

Hat alles keinen Sinn. Gestern änderte sich die Landschaft von Minnesota nach North Dakota sehr schnell. Heute ziehen die Ebenen unendlich monoton und lange vorüber. Felder, Farmen, Bäume, Rinder, Staub. Immer wieder. Kein Ende. Kein Horizont. Noch nicht mal Wolken zum zählen. Nach drei Stunden, endlich: Hügel! Die Grenze zu South Dakota ist erreicht.

Noch 200 Meilen bis zu meinem Tagesziel: Salem, ein kleines Dorf in der Nähe von Sioux Falls. Ich fahre etwas früher von der Interstate ab. Kann keine Minute länger wach fahren auf dieser Geraden. Will mich durch die Pisten im Backcountry von hinten anpirschen. Doch selbst diese Pisten sind alle gerade. Wenigstens teils ungeteerte Schotterpisten. Das gelegentlich bei Tempo 55 ausbrechende Hinterteil meines Autos hält mich wach.

Nach sechs Stunden komm ich in Salem bei Ed und Edith auf der Farm an. Ed ist Amateurfunker – wenn man das so nennen darf, mit 9 Sendemasten bis zu 25m Höhe im Garten. Beide sind viel gereist, erzählen, und wollen Tipps für einen geplanten Trip nach Europa. Edith kocht ein grandioses Roast Beef. Ich knipse noch ein bisschen Prärie-Sonnenuntergang. Hier war Kevin allein zuhause – und hat mit dem Wolf getanzt.

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One Comment

Kind

Du hast ja ein Foto von Ursual. Schreib mal, wann und wie hast du sie denn getroffen?

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