Sitting on the dock of the bay

0207
2007
Mo
23:11
Tag
24
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Mittag fährt mich Carrie zum Flughafen, ich krieg endlich mein Auto. War noch nie so glücklich über ein Auto. Während Carrie sich nach Hause verfährt, find ich sogar ohne Karte hin. Das macht mich tollkühn. Ich mach noch ein Essen, verabschiede mich und bretzel los Richtung Madison. Nach nur 4 mal Fragen hab ich den Lake Minona gefunden. Hier stürzte im Dezember 1967 Otis Redding mit nem Flugzeug ab. Ich hör Sitting on the dock of the bay, flöt ein bisschen mit und ärgere Enten mit Kirschkernen. Und seh ein, dass ich mir nen Atlas kaufen muss.

Trotz Atlas verlier ich so oft den Weg Richtung Green Bay, dass ich schon überleg, einfach Road Trip zu machen: ohne Ziel, einfach fahren. Dann ärgert man sich wenigstens nicht darüber, ständig falsch zu sein. Der geplante Weg war weit. Nach 300 Meilen bin ich in Appleton. Ich probier noch etwas War-Driving, finde einen Wifi-Spot und checke Mails. Der Typ aus Green Bay hat nicht gemailt. Also kann ich auch gleich in Appleton bleiben, mehr schlafen und hoffentlich wieder gesund werden.

Seit gestern Nacht bin ich wieder total verhustet. War klar. Zwei Tage vor der Ankunft im Land der 1000 Seen. Und der Wind war schon hier unten den ganzen Tag gut. Ich such ne Pharmacy und versuch mein Rezept aus NY noch einzulösen. Aber in USA dürfen Apotheker nur genau das rausgeben, was auf dem Rezept steht. Und den verschriebenen Knaller hat er leider nicht. Das wird ne heiße Nacht…

Ich brauch ein Motel. Mein Budget ist wegen dem Auto schon viel zu sehr geschrumpft. Ich versuche, am Tag mit 60$ hinzukommen. Und die Motels kosten hier deutlich mehr. Nach einer Stunde finde ich eines direkt neben dem Highway. draußen riecht’s nach Klärgrube, und in der „Lobby“ nach Rauch. Aber billig, 25$ – wird schon nicht so schlimm sein.

In Los Angeles wollte ich nach einer alten Unterkunft von Bukowski suchen. Das muss ich jetzt nicht mehr. Ich glaube, er hat genau hier gewohnt. Ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch, ne Glotze. Holy Bible auf dem Tisch. Ich bin viel gewohnt. Aber hier schlaf ich nur mit meiner Jacke über dem Kopfkissen. Mit der Außenseite nach unten, wohlgemerkt. Im ganzen Zimmer gibt’s wirklich nichts, was nicht vollkommen versifft ist. Ich schau mir ein Spiel der New York Yankees gegen die Milwaukee Brewers an. Die Brewers verlieren haushoch.

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