Santa Monica, Venice Beach & Viper Room

2008
2007
Mo
23:48
Tag
73
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Ich fahr mit dem Bus nach Santa Monica. Stimmt nicht, was alle sagen: geht ganz gut ohne Auto in LA. Nach einer dreiviertel Stunde bin ich zum ersten Mal am Strand. Okay, der Folgebus gen Norden bleibt unauffindbar. Egal. Ich laufe erst bis hinters nördliche Ende der Palisades, dann am Strand unter der Santa Monica Pier durch bis zum südlichen Ende von Venice Beach. David Hasselhoff ist weg. Surft wohl gerade wieder besoffen auf Hamburgern rum. Über den Venice Beach Boulevard geht’s zurück zum Santa Monica Pier. Die Häuser sind interessant. Wie Taschen: American Homes, Best of Volume II. An einer Bushaltestelle grölt ein Besoffener zwei Blondinen hinterher. Als ich ihm seinen verlorenen Kopfhörer reiche, greift er nach meinem Busticket.

Ich hab nicht viel Zeit. In West Hollywood gibt’s nur eine schnelle Dusche, dann zieh ich gleich weiter den Sunset Boulevard gen Westen. Dort ist alles richtig dick und teuer. Mitten drin: Viper Room, der Musikschuppen von Johnny Depp. River Phoenix starb hier auf dem Gehweg nach einer etwas zu heftigen Nacht. Seitdem hat er keine Angst vor Schlangen mehr. Heute ist ein Indiekonzert mit vier Bands. Westcoast ist laid back. Ich bin pünktlich, und damit eine Stunde zu früh. Ein Japaner erheitert mich nebenan mit göttlichem Sushi.

Das Konzert später ist gut. Frischer neuer Rock, ein Großteil hört sich an wie alter Britpop. Ein Deutscher Regiestudent, mein unerwartet auftauchender Host, viele zukünftige Rockstars, sprich: die ganze Szene. Endlich darf ich mich zurecht mal fühlen wie vor „King of Queens“ (sorry, Bine): einfach zuschauen entspannen grinsen. Das Pils kostet schlappe 7$, aber hey…in is wer drin is. Der Japaner nebenan läd mich auf noch ein Bier ein. Freut mich, und nervt mich. Kleine Welt. War lange in Deutschland, will mir deutschem was gutes tun.

Gegen Ende des Konzerts kommt ein Rumäne auf mich zu: ja servas und so, und wo bleibst heut Nacht, ich hab übrigens eine Cousine da. Dave, erinnerst dich an Cabarete? Genauso. Schwupps, holt er seine Cousine raus, stellt sie mir vor, und ich kann mir nicht helfen, wie ich die beiden später im Eck beobachte: nene, so umarmen sich Cousinen nicht…

Der Rückweg war per Bus geplant. Aber der ist irgendwas zwischen extrem laid back und komplett verloren. Kommt nicht. Gut. Laufen. Vor einem Luxushotel verabschienden sich um eins richtig böse Bad-Guys: Goldkettchen, Goldzähne, Schlampe links, Schlampe rechts. Ein Kameramann filmt auf dem roten Teppich, Time-Warner leuchtet im Hintergrund. 100m weiter steht ein gut gekleideter schwarzer Mann gedankenverloren vor den Auslagen einer Luxusboutique. Jip, das sind Kontraste, die selbst Photoshop nicht zaubern kann.

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