San Francisco

0308
2007
Fr
19:27
Tag
56
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Ja. Meine Stadt. Lauter schräge verrückte Leute. Jeder ist anders, mancher sogar total. Ich hab Gestern erst mal nen Tag entspannt. Nach insgesamt 9700 Meilen in Bus und Auto war ein Tag arbeiten echte Erholung. Und zusätzlich dringende Reisekassenauffüllung. Die Jungens hier haben wie schon gesagt so ziemlich die geilste Wohnung die man sich vorstellen kann. Und müssen dafür jeden Tag 10 Stunden arbeiten. Ich bin den ganzen Tag allein in diesem Schloss.

Die Lage ist perfekt. Siehe Karte links, blauer Punkt in San Francisco. Mitten in de Mitte von allem, aber schön ruhig im 7. Stock. Der Highway 101 zieht einen Block weiter durch die Stadt. Dort liegt auch die Kunstakademie, umgeben von Asia-Aldis und Pennerei-Bedarf. Downtown San Francisco ist ohnehin nicht so groß, nur ca 3,5 km / 4 km. Alles gut zu laufen, vor allem nach Hügel-Training in Seattle. Die Hügel dort waren höher. Steiler sind sie definitiv hier.

Nach einem Tag Extrem-Restaurierung bin ich wieder befähigt, mich auf der Straße zu zeigen. Ich könnte sogar meine Schuhe ausziehen, wenn ich wollte. Angenehmes Gefühl. Ich laufe die Franklin Street runter Richtung Fort Mason, dann weiter nach Fishermans Wharf. Bunte Touristenhölle, aber trotzdem deutlich entspannter als Yosemite Valley. Ich gönn mir ein dickes Steak zu Mittag und bin hellauf begeistert, als mich der Ober zum rauchen an den Tisch zurückpfeift.

Hab nichts gelesen über San Francisco. Alle Vorbereitungen nahmen bisher die Vorfreude. Ich glaub ich werd so weitermachen. Einfach laufen und entdecken. Wenn man nichts weiß, kann alles nur überraschen. Man läuft nicht Gefahr, auf ausgetretenen Pfaden zu verkehren. Das Maritime Museum entdecke ich per Zufall. Die National-Park-Jahreskarte bringt mich umsonst rein. Ich verbringe eine ganze Stunde auf einem Lastensegler von 1860. Unter Deck wurden originalgetreue Waren aus dieser Zeit verzurrt, Videos zeigen die Umsegelung von Kap Horn. Riecht sehr interessant.

Die Seelöwen 5m vor dem Pier 33 entdecke ich auch per Zufall. Sie schreien wie blöd und machen den Mords Aufstand um die Weibchen. Rauf aufs Ponton, runter, schreien, und ab und zu mal die Zähne in den Nachbarn hauen. Dazwischen schreien die Weibchen. Hört sich an wie: „Halts Maul!“. Köstlich, fast wie Menschen, nur ohne getunete Autos und Goldkettchen.

Ich zieh weiter zum Pier 29. Hier werden Karten für Alcatraz verkauft. Toller Gag. Nächste freie Tour ist in 7 Tagen. Mist, jetzt muss ich rüberschwimmen. Ich schau noch im Internet auf Craigslist.org nach. Das Verhältnis von suchenden zu anbietenden ist ca 8:1. Forget ist. Weiter rauf zum Coit Tower, Überblick über die ganze Bay, Bay Bridge, Downtown. Die Sonne knallt, aber durch den Wind ist es angenehm kühl. Auf manchen Straßen Richtung Downtown gibt es keine Bürgersteige, sondern Treppen. Nett.

Warum es hier eine Chinatown gibt verstehe ich beim besten Willen nicht. Ganz San Francisco ist eine einzige Chinatown, mit ca 25% Asiaten-Anteil. Oder wie das Radio schon sagte: San Francisco, the city with more Asians than China. Ich stromer durch die Gassen, aber das Angebot ist bei weitem nicht so schräg wie in New York. Keine gehäutete Katzen, keine Schlangen-Potenzmittel, noch nicht mal Bullenklöten. Sehr korrekt die Menschen hier. Und im Radio laufen Werbespots gegen Online-Mobbing, flankierte von derbst-dramatischen Anti-Umweltverschmutzungs-Spots. Ein Mädchen hustet und fragt weinerlich: Mama, warum hast du vor 50 Jahren nichts gemacht? Köstlich schizophren.

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Ein Kommentar

  • Peter schreibt am Samstag, 4.8.2007 um 6:38 Uhr:

    Gigantische Fotos, Erzählte Wahrheiten, fantastische Beschreibungen in wenig Worten.-Ich lebe mittendrin. Toll, Frank. also, mein Sohn, aus der Ferne, aber um so herzlicher, einen dicken Geburtstagsgruß. Feier ihn schön und zünftig in der verrückten Stadt SF. Du glaubst gar nicht wie ich Dich beneide. Peter

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