Mit dem Rad durch New York

1706
2007
So
23:59
Tag
9
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War heute mit dem Rad durch New York unterwegs. Erst Brooklyn. Aus einer Baptisitenkirche kommen eigenartige Töne. Muss ich sehen. Rein. Sonntagsgottesdienst. Von drei aufeinanderfolgenden Türstehern werde ich lieb begrüsst. Ich bin der einzige Weiße in einer Kirche voller Schwarzer. Komisches Gefühl. Der Pfarrer sinniert über verlorene Vaterbilder und deren Wiederfindung am Vatertag. Erst relativ leise, langsam. Dann immer schneller. Gelegentlich ein kurzes Klatschen aus der Empore.

Er wird immer lauter. Rhythmischer. Mehr klatschen. Er legt nach jedem Satz ein Yeah ein. Seine Predigt wird ein Rap. Die Beamer malen ihn riesengroß an die Wand. Einige Leute stehen auf. Noch lauter, eindringlicher. Dazwischen fängt eine Hammondorgel an, kurze Stakkatos einzustreuen. Mehr Leute die aufstehen. Drums. Obwohl ich nicht alles versteh, er is jetzt sehr schnell, isses ein Feeling wie mit 5 im Lee von einem Volksfest: man riecht Zuckerwatte, hört Musik und das Hirn sagt dem Körper: bitteschön. Viel Spaß mit den Endorphinen.

Wieder raus auf die Strasse. Es hat heute knappe 30 Grad. Über die Hügel zur Brooklyn Bridge, und dann weiter durch den Financial District ans Ufer. Runter bis Battery Park, Touristenschrecken is fast so lustig wie mit Dave vor 15 Jahren über das Weidener Volksfest zu heizen. Auf der Westseite von Lower Manhattan liegt der Hudson River Park. Steht in keinem Reiseführer. Wenig Touris, überall in Cafes und auf dem Rasen chillende NewYorker. Direkt dahinter rasende Blader, Radler, Skater. Aussicht auf New Jersey und kaputte alte Piers. Auf Höhe der 89th Street bieg ich wieder Richtung Zentrum ab und fahr durch den Central Park nach Süden.

Einen Spaß wollte ich mir unbedingt geben: Mit dem Rad über den Broadway heizen. Problem: Mit MP3 hör ich niemanden. Und ohne das ständige genervte Hupen. Mal is man zu schnell für die Autos, dann wieder viel zu langsam. Und immer im Weg. Weil auf dem eigentlichen Radweg ständig Autos parken, die zum ausweichen zwingen. Am Times Square häng ich ganz rechts fahrend alle ab. Pfrz! Für 25km brauch ich 3 Liter Saft. Ein Heidenspass, trotz heftigem Sonnenbrand, Blubberbauch und zitternden Haxen. Über die Willamsburg Bridge fahr ich zurück nach Brooklyn.

Am Abend dann mit Sondra und Simon essen gehen. Die preislichen Unterschiede zwischen „ich kenn mich nicht aus“ und „weiß bescheid“ sind riesig: man kann für das gleiche ohne weiteres 4mal soviel zahlen. Meine Hosts wissen bescheid. Heim. Etwas Webdesign, Kasse auffüllen. Jetzt isses Mitternacht. Bin kaputt und kann nicht schlafen. Warum, davon bald mehr…

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