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Hey ho, let’s go!

Oder auch nicht. Tagesmotto. Erst zum Busbahnhof in Niagara laufen. Nach einem Kilometer entschließt sich mein Trolley-Rad, für diese Weltreise nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Trolley platzt unten auf. Ein Taxifahrer hält zum Glück an, sonst hätte ich den Bus verpasst.

Über die eine Stunde Wartezeit in Buffalo ärger ich mich nicht. Allerdings darüber, dass der Tickertverkäufer 10 Stunden Reisezeit angekündigt hatte. Von den 8 Stunden Stopover in Cleveland sagte er nix.

Ein anderer Frank hat ein Polizeiauto in New York gerammt. 10 Jahre Fahrverbot. Jetzt fährt er mit dem drei Tage Nonstop nach Las Vegas. Wir spielen ne Partie Schach. Die Dame neben mir kriegt meine Autostory mit, und bietet mir prompt bei sich in Cleveland private Nap-Gelegenheit für ein paar Stunden an. Nehm ich dankend an, auch wenn sich der Stopover wegen 1,5h Verspätung schon reduziert hat.

Am Lake Erie platzt ein Reifen. Busstation mitten im Nirgendwo. Alles was es zu Essen gibt, sind bunte Automatentüten. Jede Menge Zeit für Mathe-Spielchen…bei geschickter Kombination könnte ich mit 17 Tüten alle nötigen Tages-Nährstoffe abdecken. Plus 225% vom Fett-Tagesbedarf nebst 408% Kalorien. Gähn. Langweilig!

Nach einer Stunde geht’s weiter. Gegen sechs Uhr abends komm ich in Cleveland an. Kelly, die nette Dame von nebenan nimmt mich mit zu sich, ich kann mal kurz ins Internet. Danach zieh ich gleich in die Stadt. Das Stadion der „Indianer von Cleveland“ in Natura. Die Rock’n’Roll Hall of Fame hat leider schon zu. Wieder mal Subways-Sandwich, zur Minimierung der Wampenzunahme tatsächlich die einzige Option weit und breit.

Ich fahr wieder zu Kelly und nehm ein Bad im Pool, direkt am Ufer des Lake Erie. Die Sonne geht unter. Endlich kleb ich nicht mehr. Nach nem kurzen Näpschen wieder mit dem Bus zur Greyhound Station. Mit einer Stunde Verspätung geht’s nach Mitternacht weiter nach Chicago.

Wenigstens auf Nachtfahrten gehören sich Babys verboten. Eines brabbelt, eines schreit und das Dritte schießt die Nachtigall endgültig ab: Es erweitert seine ohnehin schon beeindruckenden Falsettfähigkeiten konstant und mit Nachdruck bis deutlich jenseits des dreizehngestreichene C’s. Keine Sekunde Schlaf bis sechs Uhr morgens.

Am Busbahnhof Chicago stell ich mir den Wecker und leg mich für ne Stunde hin. Um sieben weiter, ohne Plan. Auf der ersten Ubahnrolltreppe erliegt mein Trolley der Fallsucht und macht einige Saltos nach unten. Nahe Davids Appartment finde ich ein WiFi-Cafe und kann endlich in Google Maps nachschauen, wo er genau wohnt.

David ist sehr nett, äußerst hilfsbereit, empfängt mich mit einem Goodiebag, lässt mich duschen und Wäsche waschen. Auch er hat nen Pool, und der wird massiv genutzt, bevor ich mich nach 30 Stunden endlich mal wieder hinlegen kann.



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