Ghost Town & Glacier National Park

1307
2007
Fr
23:30
Tag
35
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Ich wollte immer den Ort finden, an dem „In der Mitte entspringt ein Fluss“ gedreht wurde. Ich wusste: Montana. Fragte jeden: wo? So auch heute morgen David. Tja, den Fluss wusste er nicht. Aber das Postamt ist nur wenige hundert Meter entfernt. Wir fahren hin, und ich bin zufrieden. Ich breche auf. Mein nächstes Ziel ist der Glacier National Park.

Eigentlich wollte ich die langweilige Interstate 90 kurz nach Butte verlassen. Aber ich verpasse essender weise die Ausfahrt. Die nächste scheint auch zu gehen. Schaue auf die Karte…was steht da? Ghost Town? Aber hallo! Da muss ich hin! Ich suche den Weg. Schwierig. Irgendwann stehe ich mit meiner Limousine auf einem Feldweg mit 30cm tiefen Fahrrinnen, 10 Meilen von der nächsten Straße entfernt. Da fängt Madame Lucerne an, mit mir zu reden.

Erst sagt sie Danke. Keiner vor mir hatte es je gewagt, sie auf solch unzivilisierten Wegen zu bewegen. Das Gras in der Mitte kitzelt sie in der Nase. Und sie hat Angst, sich an einem Stein den Bauch aufzuschneiden. Gutes und nicht unwahrscheinliches Argument, denk ich mir. Ich dreh um, und hab 10 Meilen Angst, Madame Lucerne die Nase zu brechen.

Weil ich mich nochmal verfahren hab, finde ich nicht auf die Interstate, und fahre parallel dazu auf dem alten Highway. Und nur deswegen finde ich die richtige Abzweigung. 12 Meilen Schotterpiste in Serpentinen durch einen engen Canyon . Madame Lucerne genießt ein ausgiebiges Staubbad und lässt die Steine nur so nach hinten springen. Ich werde sie baden müssen, sonst schlachtet mich mein Vermieter in Seattle…

Die Geisterstadt Garret ist wunderschön. Die Kamera klebt an meinen Augenbrauen. Ich bin fast allein. An den Wänden des Saloons hängen noch alte Zeitungen, und auch die sonstige Einrichtung ist größtenteils noch da. Die Gebäude sind gut konserviert, aber nicht zu Tode restauriert. Mitten im Wald auf 1500m hab ich einen Juwel gefunden. In einer alten Goldgräberstadt. Die Sonne brennt, die Grillen zirpen.

Nach weiteren zwei Stunden bin ich in Kalispell am Glacier National Park. Hab noch Zeit. Rufe Stephanie, meinen neuen Host an. Wie lange die Loop-Route durch den Park dauert? „Couple of hours.“ Okay, weiter. Ich fahre durch den Park. Kristallklares Wasser, Wasserfälle und eine gigantisch schöne Straße, die sich spektakulär an den Fels klammernd bis zur kontinentalen Wasserscheide auf über 2000m hochwindet. Leider hab ich für was anderes außer Fahren kaum Zeit. Der Rückweg ist deutlich länger als geplant. Obwohl die Südroute definitiv mal eine Strecke in einem „Need for Speed“-Teil war, den ich praktisch auswendig kenn. Die Beschränkungen sind sehr niedrig und nerven.

Gegen halb neun komme ich bei Stephanie und ihrem Freund an. Wir gehen was essen und danach Slot-Machine spielen. Ich mag die Dinger eigentlich nicht, aber Stephanies Freund nötig mich zum probieren. Ich wähle 6 Nummern, drücke einmal und gewinne auf Anhieb 15$, was uns noch etwas Jägermeister beschert. Die beiden haben ein wunderschönes Haus mit Seeblick. Wir quatschen noch am Balkon, und gegen eins fall ich mal wieder tot ins Bett.

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Ein Kommentar

  • Spiky schreibt am Dienstag, 17.7.2007 um 14:32 Uhr:

    Hey Madame Lucerne, Du bist eine echte Prachtwumme! Würde gern mal meine Garage mit Dir teilen, hoffe Du stehst auf kleine Schwarze…
    Dein Spiky

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