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17:02
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Gewitter über dem Grand Canyon

Das Du Beau International Hostel in Flagstaff ist äußerst empfehlenswert. Abgesehen von der nahen Bahnlinie mit ständig vor Angst hupenden Zügen ist es sehr ruhig. Für 19$ pro Nacht ist ein gutes Frühstück inklusive, dazu gibt’s freies WiFi und Billard. Ich finde noch einen zweiten Mitfahrer. Heute wird endlich mal billig und individuell gereist.

Über die alte Route 66 fahren wir nach Norden. Nach einer Stunde kommen wir an den ersten Nebenarmen des Grand Canyon an. Der Eintritt für alle ist mit meiner Jahreskarte geregelt. An den Rand führt nur eine einzige Straße. Von der gehen immerwieder Aussichtspunkte ab. Das war’s auch schon. Ein Gewitter zieht auf. Wir halten einige Male an, schießen ein paar Fotos und erreichen nach einer weiteren Stunde Grand Canyon Village.

Es ist gerade mal ein Uhr. Ein Blitz hat für Stromausfall gesorgt. Mein zweiter Mitfahrer hat einen Job in der Küche einer Lodge angeboten bekommen. Vorher testen wir anonym das Angebot. Erschreckend. Er ist etwas down, plant schont Rideshare zurück nach LA mit mir. Wir setzen ihn ab und versuchen, einen Platz im kostenlosen Shuttlebus am Rand entlang zu ergattern. Aussichtslos. Das ganze Kaff ist vollkommen überlaufen. Der kürzeste Trail auf den Grund des Grand Canyon dauert 4 Stunden einfach. Zu lange, und heute definitiv zu nass. Grand Canyon. Das war’s dann also. Wie immer mit den „großen“ Sachen.

Auf dem Rückweg finden wir einen Feldweg, der sich über 40 Meilen zum als paradiesisch beschriebenen Havasupai Indianerreservat am Grunde des Canyons windet. Der Zustand ist aber so schlimm, dass noch nicht mal ich mich weitertraue. Neben dem Feldweg reißt ein Geier im Regen Teile aus einem toten Vieh. Das Gewitter wird immer schlimmer, wilde Wolken und Schauer zeichnen ein irres Panorama. Dazwischen immer wieder Sonne.

Mitten in einer Straßenbaustelle finde ich etwas wirklich schönes. Roten vulkanischen Boden. Ein verrostetes verlassenes Haus. An Gewitterwolken vorbeistrahlende Sonnenlöcher. Viel schöner als der Grand Canyon. Ich knips wie blöd. Über den Highway 180 ziehen wir auf bis zu 2700m rauf. Fühlt sich bestenfalls an wie 1500 bei uns. Auf einem 4000m hohen Berg liegt Schnee, in Arizona, mitten im August. Wieder was gelernt.



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