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Crater Lake National Park

Der Hangover am nächsten Morgen ist gewaltig. Ich hab nicht viel getrunken, aber zwecks der Reisegeschwindigkeit scheint’s dreifach zu wirken. Ich hangel mich über Berge und durch Täler und von Kaffee zu Kaffee bis zum ca 150 Meilen entfernten Crater Lake National Park.

Im Umkreis von 30 Meilen um den Crater Lake wachsen nur Kiefern, dazwischen vereinzelte Fichten. Alles ist staubtrocken, roter Lava-Sand, höchste Feuerwarnstufe in der Wüste. Schon die Auffahrt zum Crater Lake ist atemberaubend. Nach einer Viertel Stunde schau ich zum ersten Mal in den Krater und sehe das blauste Blau meines Lebens.

Vor einigen Jahrhunderten explodierte der Vulkan. Wenn Mount St. Helens ein Dampfkochtopf war, dann war dieser Vulkan Enschede. Hier fehlt nicht die Spitze, es fehlt praktisch der ganze Vulkan. Mehrere Kubikkilometer Lava wurden ausgeworfen, danach fiel der Vulkan in sich zusammen. Der Krater füllte sich im Laufe der Jahrhunderte mit reinstem Wasser aus Regen und Schnee. Es enstand der mit fast 600m tiefste See Amerikas. Die Indianer haben wunderbare Legenden darüber.

Auf knapp 2000m treffe ich am Visitor Center auf zwei echte Freaks. Sie wandern binnen 6 Monaten den kompletten Pacific Trail über die Rockies von Mexico bis Alaska. Ich geb ihnen einen Ride und genieße den Schweiß von Wochen. Wir fahren eine Runde um den 6 km durchmessenden Krater. Dann drängt schon wieder die Zeit.

Die Tour geht weiter nach Californien. Direkt nach den letzten Bergen in Oregon fällt die Temperatur um bestimmt 10 Grad…Hallo? Californien? Sonne und schwitzen und so? Der Highway 101 windet sich die Berge hinab Richtung Redwood Forest State Park. Ich klemme mich hinter einen Raser, der mir brav die Tickets abfangen soll. Wir spielen 50 Meilen Heizway 101. Beim Anblick der ersten Redwoods kurz vor Crescent City muss ich ihn ziehen lassen. Zwei beinahe-Unfälle wegen Augen oben und Kurve unten. Bei 3m Stammdurchmesser direkt neben dem Highway dürfte selbst mein Dickschädel den Kürzeren ziehen.

Ich verschätz mich mal wieder. Viel zu spät komm ich nach weiteren 100 Meilen in Arcata bei meinem neuen Host Waylen nach Sonnenuntergang an. Bin alle. Wieder 12 Stunden auf Achse. Ich sehe Arcata nicht mehr. Aber es muss schön sein. Kleine verschlafene Stadt am Pazifik, alles extra-Öko und Mega-Hippie mit grünem Bürgermeister und weithin bekanntem Farmer-Markt. Ich schaffe mir eine vollkommen unorganische Pizza herbei und fall ins Bett.



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