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Servas Thailand!

Ich komme drei Stunden vor Abflug am Airport Sydney an. Hatte vor zwei Monaten einen Travellerscheck vergessen, rennen von Pontius nach Pilatus und zurück um ihn wieder zubekommen. Erst am Gate findet Qantas ihn wieder. Noch vor dem Abflug hab ich eine Bruchlandung: British Airways hat wieder mal Gepäckregeln geändert. Drastisch. Ich wusste davon dank HP, wollte es aber nicht glauben.

Mein Round-the-world Ticket hab ich vor einem Jahr gekauft. Weil 23kg Kitegepäck umsonst mit durften. Jetzt verbietet British Airways die Mitnahme jeglicher Boards. Ein mal halb um die Welt, und dann darfst du die Hälfte deines Gepäcks zurücklassen. Für normale Reisende unvorstellbar. Für Kiter ab sofort Alltag. Die ganze Geschichte gibt’s bei Oase.

Mit viel Glück und einem Engel bring ich das Kiteboard in den Flieger. Den Flug kann ich trotzdem nicht mehr genieße. Ich liebe Kitesurfen. Wer mich von meinem Kiteboard trennt, reißt mir die Flügel aus. Das tut erstens aua, ist zweitens teuer und macht mich drittens so unberechenbar impulsiv wie ein Monchichi auf Crack.

In Bangkok nehm ich ein Taxi ins Zentrum zum meinem Hotel. Hatte mir Bangkok eher wie Kairo vorgestellt. In der Nacht wirken hunderte Hochhäuser eher wie Kuala Lumpur. Jedes Haus über 15m hat rot blinkende Lichter. Kurz vor dem buddhistischen Neujahrsfest blinken Beton-Weihnachtsbäume um die Wette. 30km Taxi kosten 8 Euro. Ach, welch traumhaftes Gefüge nach Australien! Mein Hotel liegt in der Nähe des Flusses. Nach Aussie-Zeit Fall ich um vier Uhr ins Bett.

Nach Thailand-Zeit steh ich um sechs Uhr wieder auf. Noch vor Sonnenaufgang hab ich mein erstes Frühstück, Knupser-Chicken mit Süßer Chilisauce. Dann nehm ich ein Longboat und versuche mich im Fahrtwind an die morgendlichen 25 Grad zu gewöhnen. Keine Touris hier. Gut. Das Gold der buddhistischen Tempel glänzt in der aufgehenden Sonne. Zwei Stunden Fahrt kosten weniger als einen Euro.

Erster Stop. Schon wieder ein Futtermarkt. Ich reise ohne Plan, also muss jeder Ort auf dem Weg ein Zeichen sein. Dieser hier befiehlt über mein linkes Nasenloch: iss mehr! Das tu ich. Alles riecht unglaublich reich, lecker, unbekannt. Ich will alles kennen lernen, koste es fünf Kilo! Ich gönne mir Säfte, Milch, Ananas, Nüsse und Blumen. Bin mir unsicher, ob letztere wirklich zum Essen waren. Rochen und schmeckten aber lecker.

Zu Fuß zurück durchs Zentrum. Tausend Tempel, Militärparade, Gewusel und Smog. Thais sind Michael Jackson Fans. Nichtraucher tragen die gleichen neckischen Gesichts-Leiberln. Der Rest verbessert die inhalierte Luft durch Rauchen.

Außerdem gibt’s in Bangkok keine Abfalleimer, nirgends. Und keine Models. Jeden Model-Job übernimmt der König: Kine mit Kamera, Kine mit Klopapier, Kine mit Kauderwelsch. Überall. Man stelle sich vor, bei uns würde sich einer vor einem Plakat mit Angie und Aspirin verneigen. Kein Wunder, dass Thais ständig grinsen. Geht mir genauso hier.

Bis gegen 11 Uhr hab ich bereits meinen doppelten Grundumsatz vertilgt. Nur jedes zehnte Straßenschild trägt englische Namen. Eine weile Lang probiere ich Thai-Navigation, Marke „Gehen Sie zum Kringel. Gehen Sie nicht über die Schlangenlinie und fangen Sie sich keine drei parallelen Striche ein.“ Zu Aufwendig auf Dauer. Ich verlaufe mich, komm wieder ins Hotel und ess noch ein siebtes Frühstück. Dann bin ich reif für den Schlaf der ge-jetlag-den.

So schön, endlich wieder was neues zu sehen. Ich bin wieder hungrig auf Essen, Menschen, Gebäude. In Australien war ich mir unsicher, ob ich reisemüde bin oder das Land langweilig. War das Land.



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1 Kommentar zu “ Servas Thailand! ”

Tja, und warum gibts nun keine Abfalleimer in Thailand ? Hihi. Weiß ich immer no ned…hm. LG

Kommentar von Bernie am 21.12.2013

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