Bangkok zum Dritten: Für Designer

2604
2008
Sa
20:33
Tag
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Zum dritten Mal in Bangkok. Spätestens ab Mittag schüttet es jeden Tag in Strömen. Die Regenzeit kommt pünktlich zu meiner Abreise aus Thailand. Die Gewitter stören nicht sonderlich. Luftfeuchtigkeit war vorher höher, Temperaturen sowieso. Und am Morgen kann man wenigstens mal 3 Stunden halbwegs smogfrei atmen. Ich stürze mich in die letzten Tage.

Wichtigstes: Visum für Vietnam. Die Botschaft braucht dafür zwei Tage und will reichlich unkommunistische 65 Euro für den Lappen. Deswegen habe ich meinen Pass schon mit einer Agentur von Krabi aus eingeschickt, was mir ordentlich Magendrücken bereitete. Ich habe gerade keinen Wohnsitz in Deutschland. Geht der Pass verloren, bedeutet das massive Probleme. Aber der Pass ist da, mit Visum.

Weiter mit dem Skytrain nach Sukhumvit. Meine zweite Casio Kamera ist in Australien nach stolzen drei Wochen verratzt. Ich schaue nach einiger Email-Korrespondenz beim Casio Service vorbei. Ohne Garantiekarte repariert mir der werte Herr Somyote Somagate die Kamera umsonst – binnen 20 Minuten. Für sowas war Deutschland mal berühmt.

Ich habe den Rest des Tages Zeit. Shopping im Siam Center. Eine wahre Freude für Designer. Jeder einzelne Shop ist ein Design-Kunstwerk. Die Preise sind mehr als happig, weit über europäischem Niveau. Egal. Nach 10 Monaten Suche finde ich endlich meine neue Brille. Genau die. Dauert leider einen Monat, bis ich sie nach Vietnam wieder abholen kann.

Abends arbeite ich massig angefallene Sachen ab. Mein Hostel Lub d’Bangkok ist wie meine Arbeit: Alles Design. Sichtbeton, Stahl, Glas, Holz. Nichts wurde nicht designt. Sogar der Netzzugang: FTP geht nicht, sehr nervig für den Wedesigner.

Am letzten Tag streife ich noch etwas durch die Gegend um Siam, diesmal auf der Thailändischen Seite der Straße. Das MBK ist das größte Kaufhaus Thailands. Ich werde blöd auf sechs Stockwerken und mehr als 15km langen Gängen, hunderten Geschäften, tausenden Angestellten, hunderttausend Kunden. Was ich suche, finde ich hier nicht.

Meinen Laptopcase finde ich erst im Pantip Shopping Center etwas weiter nördlich. Ich hatte eine weitere Mall erwartet. Was ich finde ist das größte reinrassige IT-Kaufhaus der Welt. Auf sechs Stockwerken und über 50000m² gibt es alles, wovon ich im IT-Bereich je hörte. Und mehr. Raubkopien in Massen. Der Rest ist wie überall in Thailand: genauso teuer wie daheim.

Auffallend: Niemand schert sich um geistiges Eigentum. Trotzdem hat anscheinend kein Stand wirklich Raubkopien auf Lager. Kommt ein Kunde, folgt ein Anruf beim Kopierer im Versteck, CD folgt binnen Minuten. Eine weitere lustige Sache ist die Mönchsdichte. Sind alle echte Computerfreaks. Ich habe in manchen Tempeln weniger Mönche gesehen als hier in Pantip.

Abends. Ein letzte Mal arbeiten in Thailand. Unter heftiger Vorfreude auf Vietnam. Seit sechs Wochen war ich keinen Tag beim Kiten. Meine Haut vertrocknet im Regen. Aber ich habe Windberichte von Reisenden vernommen und Statistiken und Prognosen für Nui Me gelesen. Jetzt bin ich Feuer und Flamme.

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