Ayutthaya, Stadt der Tempel

0304
2008
Do
21:13
Tag
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Ich krieg in Bangkok fast alles hin, was ich erledigen muss. Meine Wanderschuhe haben mich um die halbe Welt gebracht. Aber jetzt reicht’s. Sandalen Größe 46 zu bekommen ist im Land der Kleinfüßer recht schwer. Der erste Straßenhändler will ein Foto meiner Füße. Webdesign ist gerade etwas ruhiger, und das ist auch gut so. Meine Fingerkuppen bluten noch von Australien.

Ich nutze die Zeit. Nach zwei Tagen in Smogcity nehm ich den Skytrain zum Victory Monument. Von dort per Minibus für fast nix 80km nach Norden. Das größte Problem: höchstens 10% aller Thais sprechen englisch. Von denen wiederum 90% nur rudimentär. Soll ich was lernen? Sätze wie „Mai mai mai mai?“ Schrecken mich ab. Allein durch Intonationsunterschiede ergibt sich „Neues Holz brennt gut, oder?“

In Bangkok kann man kein Motorrad mieten. Wäre meine erste Wahl gewesen. Also fahr ich nach Ayutthaya, der alten Hauptstadt von Siam. Um ehrlich zu sein: nach zwei Fahrten mit dem TukTuk versteh ich warum’s nix zu leihen gibt: Wäre Selbstmord in Bangkok. Der Verkehr hat die Dichte von New York, die Geschwindigkeit von München. Die Gereiztheit Italiens, die Unfähigkeit von Ägypten und die Sorglosigkeit der Dominikanischen Republik. Oder kurz: von allem das Schlimmste.

Nach gut einer Stunde bin ich in Ayutthaya. Ayutthaya ist Weltkulturerbe, war die Hauptstadt des Königreichs Siam von 1350 bis 1750. Dann kamen die bösen Burmösen und machten alles nieder. Zur Blütezeit hatte Ayutthaya mit einer Million deutlich mehr Einwohner als London. Heute stehen hunderte verfallener Tempel auf einer 4km² großen Flussinsel. Beim Einchecken in meinem Hotel springt mir ein Schild ins Auge. Bus nach Chiang Mai für 8 Euro. Boah.

Ich hab das Zimmer schon bezahlt, aber allein die drei Duschen an diesem Tag sind mir die 5€ wert. Für den Abend ist der Nachtbus nach Chiang Mai am Rande des Goldenen Dreiecks gebucht. Ich toure mit einem Roller durch Ayutthaya. Der Vermieter wollte nix, gar nix – außer drei Euro sehen. Das Interessante an Ayutthaya sind nicht die Tempel, sondern der fließende Übergang der alten Tempel in die neue Stadt.

Am Nachmittag noch einige Tempel und Paläste von innen, dann eine zweistündige Mopped-Tour ins Umland. Wie schnell darf man in Thailand fahren? Keine Ahnung. Mein Roller hat eh keine Tachonadel. Die Sonne geht über den Reisfeldern unter.

Ich gönn mir wieder ein viel zu fettes Abendessen, zwei Gänge, Mango-Mojito plus Orangensaft in Unmengen. Bis zur Abfahrt um 20:30h bin ich zu voll zum Schlafen. Jetzt sitz ich im Bus, letzter freier Platz. Vor mir 700km rauhe Straßen. Ich hab Angst um mein gerade erst repariertes Laptop-Scharnier.

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