Abschied im Nationalpark Pang Nga

2404
2008
Do
15:17
Tag
321
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Unsere letzte gemeinsame Station ist Pang Nga, ein kleines Kaff in der Nähe eines sehr schönen Nationalparks. Mein neuer Laptop ist fertig eingerichtet, ich arbeite mit Hochdruck die angefallene Arbeit ab. Das Hotel ist nix besonderes. Im Fernsehen läuft Thailand sucht den Superstar. Hab nie was skurrileres gesehen.

Am zweiten Tag buchen wir eine Tagestour in den Nationalpark. Es geht mit dem Longtail-Boat durch Mangrovenwälder. Da wo einst der Auspuff des Motors war, ist jetzt ein Loch, durch das man den Zylindern beim arbeiten zusehen kann. Die Lautstärke ähnelt einem Panzer und stört die Szenerie trotz dichten Kopfhörern.

Der Animismus in Thailand ist leider auf dem absteigenden Ast. Niemand schert sich um die Naturgeister. Die Mangroven in der Nähe des Festlandes gleichen Weihnachtsbäumen. Buntes Mülltüten-Lametta hängt in den Luftwurzeln. Oh Tütenbaum…

Die Karst-Berge ragen senkrecht aus dem Wasser auf. Bäume wachsen selbst in den Steilwänden. Auf einmal öffnet sich eine Höhle vor uns. Stalaktiten spiegeln sich im Wasser. Der Captain steuert mit dem Boot durch. Auf der anderen Seite verliert er seine Schiffsschraube, Ersatz hat er zum Glück dabei.

Wir verlassen die Mangroven und fahren aufs offene Meer. Hunderte senkrechte Berge zerlaufen am Horizont. Die Sonne brennt, der Motor röhrt. Der nächste Stop ist „Der Mann mit dem goldenen Colt“, Keine Halle Berry wackelt aus dem Wasser, Roger Moore ist auch schon vor Jahrzehnten abgereist. Was bleibt sind ein paar Souvenirstände mit Muscheln und DVDs.

Wir fahren weiter durch einige Höhlen und an überhängenden Tropfsteinen vorbei. Auf Landgang geht es mit Taschenlampen in eine weitere Höhle. Mittag am Strand, dann noch eine gute Stunde zum alten Fischerdorf Ko Panyee. Monsungewitter ziehen auf und färben das Panorama dramatisch.

Ko Panyee ist komplett auf Stelzen gebaut, dahinter ragt ein senkrechter Felsen aus dem Meer. Die Bewohner sind muslimische Fischer. Früher fischten sie nach Fischen, heute mit einem dichten Netz von Verkaufsständen nach Touristengeld.

Im Regen ziehe ich durch das Dorf und amüsiere mich mal wieder köstlich über Thailändische Wahlwerbung. Der starke Regen verzögert unsere Abreise. Wieder an Land buchen Tom und Christiane ihren Bus nach Kao Lak, ich meinen nach Bangkok. Die beiden fliegen bald wieder heim. Mein Visum läuft bald ab, muss weiter nach Vietnam. Die Wege trennen sich.

Mit drei guten Landsmännern und -frauen langen wir in einem guten Restaurant ein letzten Mal richtig zu. Danach folgt die lange geplante blutige Pokerschlacht. Bier fließt erstmals in Thailand in rauhen Mengen und bis um drei Uhr Morgens.

Am Morgen sind Tom und Christiane weg. Die Zeit mit euch war schön! Werd euch vermissen bis ich wieder daheim bin! Tom hat einige „Winterkleidung“ von mir mitgenommen. Ich reise immer leichter. Das einzig schwere Heute: mein dicker Schädel. Hockt schreibend und ein bisschen traurig am Tisch.

Um fünf Uhr abends geht’s mit dem schweineteuren Luxusbus zurück nach Bangkok. Es regnet die ganze Nacht. In breiten Liegesesseln gibt es Decken, Kissen, Drinks und Häppchen. Im Bord-TV läuft Starship Troopers auf Thai, erstmals als inhaltliche Erleuchtung für mich: Es gibt keinen.

Noch vor Sonnenaufgang komme ich in Bangkok an. Mein Boardbag kommt aus dem Kofferraum, als hätte ich den indischen Ozean durchschwommen. Ein Taxifahrer versucht mich noch vor Morgengrauen zu verarschen. Ich halte gegen und lass ihn in den Morgensmog abstinken.

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Ein Kommentar

  • Tom schreibt am Montag, 28.4.2008 um 20:43 Uhr:

    Servus Frank! Sind gut in Regensburg angekommen. Wir fanden es auch toll, mit dir zu reisen! Wir werden von den zahlreichen Erlebnissen – vor allem den feucht-fröhlichen – sicherlich noch lange zehren :-) Die restlichen Tage in Kao Lak waren viel zu schnell vorbei. Regen gabs bei uns nur einmal nachmittags – aber der war sintflutartig. Ansonsten konnten wir noch ein paar Traumstrände und einen Wasserfall mit drei Badebecken genießen. Wir vermissen dich ebenso und freuen uns über deine Heimkehr nach Regensburg! Viel Spaß noch in Vietnam, liebe Grüße, Tom und Christiane
    PS: Gib deinen neuen Laptop niemals einem Fährmann!!!

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