Knysna

1202
2017
So
21:03
Tag
3537
614 views

Wir cruisen nochmal knapp 500 km nach Knysna in den Osten. Unsere erste Tour entlang der Garden Route endete in Mosselbay. Wir dachten da würde sich nicht mehr viel ändern. Vollkommen falsch gelegen! Die noch vor drei Wochen braun verbrannte Steppe östlich Kapstadts ist nach ein paar Regenfällen jetzt wieder grün. Spätestens ab George meint man in einem komplett anderen Land anzukommen.

Alle paar Kilometer münden über große schilfbewachsene Buchten Flüsse in den indischen Ozean. Flamingos, Störche, Reiher und Kraniche stolzieren dazwischen. Die an der steilen und bis zu 1600 m hohen Küstenkordillere 15 km landeinwärts klebenden Wolken bringen regelmäßíg ergiebigen Regen. Die Wälder von dort bis zur Küste sind so grün wie Neuseeländischer Regenwald. Es wachsen Farne und sogar der neuseeländische Weihnachtsbaum mit seinen roten Blüten.

Unsere Unterkunft ist das vegane Hippiecamp „Peace of Eden“ in den Hügeln oberhalb Knysna. Mitten im dichten Regenwald steht unser großes Safarizelt mit Panorama-Veranda und Doppelbett auf einer Baumhaus-artigen Plattform. Im voll ausgestatteten Musikstudio helfen die lieben Hippie-Besitzer gerade einem Township-Musiker beim großwerden. Zum einschlafen singt der Regenwald sein Lied. Wir versuchen die Stimmen der Tiere zu orten und auseinanderzuhalten, schlafen aber schon bis zur zehnten dreimal ein.

Unser Frühstück müssen wir gegen freilebende diebische Affen verteidigen, die hier jeden Morgen mal auf Raubzug vorbeischauen. Einige Stunden später besuchen wir noch Gibbons, Paviane, Makaken, Lemuren und einige weitere Arten im Monkey Land, einer hochausgezeichneten Einrichtung zum aufpeppeln geschundener Affen aus aller Welt. Den Affen geht es dort sicher besser als in den Laboren zuvor, und sie haben wohl auch genug Platz im großen Freilaufgehege – Monkey Land bleibt trotzdem schlichtweg ein recht teurer Zoo.

Auf dem Farmer- und Kunsthandwerkmarkt in Sedgefield verkaufen hunderte Hippies jeden Samstag ihre Waren an die zahlreich angereiste Kundschaft. Nach Craft Beer und Livemusik touren wir in die Berge hinter George und über eine einzige 50 km lange Achterbahn auf der unbefestigten alten Seven Passes Road zurück nach Knysna. Auf der Strecke liegt der 700 Jahre alte Big Tree mit einem Stammumfang von neun Metern.

In der Plettenberg Bay mündet auch wieder ein Fluss über eine große seichte Lagune mit Sandbank davor ins Meer. Leider regt sich kein Lüftchen, sonst wäre es ein perfekter Flachwasser-Kitespot mit Flamingo-Flankierung. Wir fahren zurück nach Knysna. Der Wind bläst. Auf Leisure Isle checken wir den ersten von zwei möglichen Kite-Startplätzen. Der kleine Sandstrand ist zu gut besucht, und die einsetzende Ebbe sorgt kurz vor der Mündung für starke Strömungen im stehtiefen Wasser. Nicht gut. Aber zwei Kilometer weiter sehen wir ein paar Kiter auf der anderen Seite.

Die andere Seite erfordert nette 25 km Fahrt rund um die ganze Bucht von Knysna nach Brenton on Lake. Bonzen-Baugebiete mitten im naturschutzwürdigen Schwemmland der Lagune versperren den Weg zum Wasser und zwingen alle Kiter zu einem längeren Fussmarsch. Sonst ist der Spot perfekt: konstante 16 Knoten sideshore, extrem großer Stehbereich ohne Hindernisse und mit weichem Boden. Viel Platz zum Aufbauen auf der Wiese davor und nur wenige Kiter am Wasser. Fast schon Ostsee-Verhältnisse. Verena fährt heute ihre ersten zehn Meter auf dem Kiteboard. Die Sonne geht unter, und ihr Grinsen davor strahlt noch heller. Glück.

Den letzten Tag wird der Wald wirklich Regenwald. Es regnet 24 Stunden fast nonstop. Wir nutzen die Zeit für eine kleine Dschungel-Tour, folgen querfeldein einem kleinen Bach durch das Gestrüpp und schlagen eine Horde Paviane in die Flucht. Die Kleidung auf der Zeltveranda bekommt eine Vollwäsche – die trockenen Sachen im Zelt saugen alle Feuchtigkeit aus der Luft auf. Bei der Abreise ist das Aroma im Auto mehr als vollmundig.

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