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Kap der guten Hoffnung & Muizenberg

Wir checken von Blouberg aus den kleinen Sandvlei See hinter Muizenberg. Laut Anwohnern darf man dort kiten, obwohl ein Teil des Sees Vogelschutzgebiet ist. Zum Aufbauen gibt es einen Park mit Gras, Einstieg geht am besten im seeseitigen Luv über einen kleinen Sandstrand. Im Lee ist der Ausstieg steil und steinig. Der Wind ist noch offline. Wir fahren weiter.

Am bunten Strand von Muizenberg toben sich dutzende Surfer in den Wellen aus. Der Boyes Drive von Muizenberg nach Fishhoek bietet Panorama ohne Ende. Da Südafrika an manchen Orten etwas zu tief in die Tasche greift, entscheiden wir uns am Eingang zum Nationalpark Kap der guten Hoffnung für die Methode „Blinder Passagier unter massig Kite-Gepäck“. Das spart elf Euro für einen schönen aber auch recht leblosen Park.

Wir besuchen ein paar einsame Buchten und fahren dann zum reichlich gut besuchten Leuchtturm am Kap der guten Hoffnung. Er markiert nicht den südlichsten Punkt Afrikas, der liegt ein paar hundert Kilometer weiter im Osten bei Agulhas. Aber der Indische und Atlantische Ozean treffen genau hier sichtbar aufeinander. Trotz gerade mal ein paar Kilometern Luftlinie ist das Wasser auf der Indischen Seite locker fünf Grad wärmer als der Atlantik, was auch die Haie sehr zu schätzen wissen.

Auf dem Rückweg geraten wir in eine Routinekontrolle der Park-Ranger. Sie wollen unsere Eintrittskarte sehen. Das Argument „Hat uns der Wind geklaut.“ halten sie ob den 30km/h Jahredurchschnitt Wind am Kap der guten Hoffnung für glaubwürdig und lassen uns unbehelligt weiterziehen.

In Muizenberg steht am späten Nachmittag der Wind aus Südost mit schönen 18 Knoten voll onshore über den flach auslaufenden breiten Strand über kleinen Wellen an. Mein drei Tage alter Hexenschuss von der letzten Wellensession in Blouberg ist schon viel besser, und der endlos breite und fast leere Spot vor dem Hintern des Tafelbergs ist einfach traumhaft. Ich muss raus.

Liebe ist, wenn man jemandem hilft, Mist zu bauen, den er alleine niemals hinbekommen würde. Verena hilft mir in den Neo, pumpt mir den Kite auf und leint ihn an. Mein Rücken schafft das alles noch nicht. Die Wellen sind klein und regelmäßig. Ich fahre ein paar Lines, dann erwischt mich eine Mini-Welle. Ich stürze. Mein Rücken macht einen auf Ritter Sport. Knick, knack, nicht mehr auf zack. Damit ist erst mal alles für ein paar Tage voll hinüber. Aber das war es wert. Ich bin glücklich, diesen Ort gesurft zu haben.



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