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Snowboarden in den Pyrenäen

Am meinem letzten Tag in Barcelona regnet es permanent. Ich spiele feuchter Modepudel auf der Edelmeile Passeig de Gracia. Gucci, Gabbana, Chanel, Diesel, Zara. Jeder Shop ist ein willkommener Regenschutz. Immer wenn der Regen stärker wird kauf ich was. Trotzdem bin ich am Abend platschnass.

Um fünf Uhr früh steh ich auf, hole das Auto, lade ein und fahre ab Richtung Pyrenäen. Mein Ziel ist La Molina. Die Vorstellung in Spanien Snowboard zu fahren fand ich irgendwie witzig. Die Anfahrt lässt keine Freude aufkommen. Bis 1300 m gibt’s gar keinen Schnee, danach fängt’s leicht zu schneien an. Die Pisten sind weiß, aber ich zweifle sehr ob sich das lohnt.

Egal, ich bin hier, also Brett raus und rauf auf den Berg. Die spanische Vorhersage lautete 10 km Sicht und 180 cm Powder am Berg. Ich reg mich immer über deutsche Schneeberichte auf, weil sie in den letzten Jahren zunehmend euphorischer und falscher werden. Das spar ich mir ab sofort. Die realen Bedingungen in Spanien sind deutlich drastischer falsch.

Das mit der Sichtweite stimmt noch. Hinter den 10 m Dauernebel die ständig vor mir waren herrschten sicher die versprochenen 10 km Sichtweite. Der Schnee war eine komplette Verarschung. Oben maximal 30 cm, eine Woche alt und hart abgenagt bis auf die Knochen. Oben drauf ca 180 Micrometer Pulver. Zusammen mit starkem eisigen Wind weiter oben einfach gar kein Spaß. Ich sehe weiß in weiß mit hellen Blitzen.

Nach einer Stunde hab ich einen kleinen Sturz und nach zwei Stunden endgültig keine Lust mehr. Ich verkaufe mein Ticket und fahr nach Montpellier. Dort komm ich vier Stunden später an und schrei erst mal beim aussteigen. Irgendwas stimmt ganz und gar nicht mit meinem rechten Bein. Die nächsten sechs Stunden frag ich mehrfach nach dem Weg nach Canossa.

Warten im Hostel. Feststellen, dass man anscheinend irgendwo in die enge Altstadt von Montepellier reinfahren kann (Dank, Navi!), aber nirgends wieder rauskommt (Senkpoller nur für Anwohner). Zum ersten Krankenhaus fahren und humpeln. Falsches. Zum nächsten Krankenhaus fahren und humpeln. Erster Eingang rein, ich kann nicht mehr. Ist nicht die Notaufnahme, ich soll nochmal nen halben Kilometer humpeln. Dann drei Stunden auf die Diagnose warten.

Resultat: Nix sichtbar. Tut halt nur aua. Ab ins Hostel. Einige halbstarke Franzosen kiffen auf dem Zimmer und rotzen auf den Boden. Einer klaut mit Pommes, der andere will zwei Euro schnorren. Ich werd das alles vermissen. Ehrlich.



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1 Kommentar zu “ Snowboarden in den Pyrenäen ”

hey frank. hört sich nach nem eingeklemmten nerv oder so an. mein bruder hat das seit 2 jahren alle paar monate. is ne fiese sache. gute besserung.

Kommentar von bine am 8.2.2009

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