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Romblon: Armut & Schönheit in Marmor

Romblon ist berühmt für seinen Marmor. Alles hier ist aus Marmor. Fliesen, Waschbecken, Zaunpfähle, sogar Straßenlaternen. Romblon ist nicht reich, aber es gibt genug Stein und Arbeitskraft. Die Einheimischen leben gut zusammen mit den Ausländern. Die Mischung ist angenehm. Auf Boracay gibt’s kaum irgendwas, was Philippinos gehört. Angeblich fast alles Koreanisches Schwarzgeld. 

Ich miete mir ein Chinesisches Dirt-Bike und fahre einmal rund um Romblon. Der Weg ist gerade mal 50 km lang, aber recht kernig. Auch hier gab es vor wenigen Tagen starken Regen und Überflutungen. Auch wenn die Straße mal geteert ist, ist kein großer Unterschied zum sonstigen Feldweg auszumachen. Bäche und Straßen, alles eins.

Wie auch schon auf Tablas verdienen auch hier einige der ärmsten Einwohner ihr Geld durch das Sortieren von Kies nach Körnung. Viel davon wird für den Straßenbau gebraucht, denn wenn diese befestigt sind, dann immer gleich in der Variante Stahlbeton. Auch das bewahrt sie oft nicht, nach Unterspülungen mindestens halbseitig ins Meer abzurutschen.

In den Bergen nördlich Romblon komme ich endlich an den Marmorsteinbrüchen an. Der Weg ist nur noch Schlamm. Aus der Ferne sehe ich einen Steinbruch. Ich fahre von der Hauptstraße ab in ein steiles Tal. Nach wenigen Metern endet der Weg skuril in einem noch steileren mit gebrochenen Marmorplatten eingedeckten Feldweg. Ich drehe um. Die Betonplatte ist reichlich moosbewachsen. Alleine das Gasgeben an der heftigen Steigung reicht aus, um das Hinterrad schlagartig ausbrechen zu lassen. MIch schmeisst’s, mir und dem Bike passiert nix.

In allen Dorfschulen auf der Insel üben die Kinder für das große Ati-Ahan Festival am Samstag. Alle Stämme kommen nach Romblon Town, es gibt einen großen Festumzug und viele Wettkämpfe, Miss Romblon wird gewählt, Miss Gay Romblon genauso. Die ganze Insel wird drei Tage in einer gigantischen Party versinken. Aber ohne mich. Ich muss weiter.

Ich fahre weiter an die Nordspitze Romblons. Ein kleines Dorf hinter einem Mangrovenhain. Vor einem Marmor-Steinbruch direkt am Meer bearbeitet ein Junge einen Brocken mit Hammer und Meissel. Mir wurde gesagt, ich soll mehr Bilder von Menschen machen. Die Menschen hier sind bitterarm. Ich fühle mich, als würde ich ihnen etwas stehlen. Auch die Tatsache, dass ich dem Burschen etwas Geld für’s Bild gebe ändert daran nichts.



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