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Puerto Galeras Dauerstecher

Wir schwingen uns in den Minivan nach Roxas und verabschieden uns am Pier. Max schifft zurück nach Boracay. Ich fahre weiter Richtung Manila. In Calapan schmeisst mich der zweite Minivan raus. Trike zum Markt und mit den Jeepney nach Puerto Galera. Dort zockt mich das letzte Mal ein Trike-Pirat ab. Fünf Euro für fünf Kilometer. Ich verabschiede ihn mit den Worten „Thanks for ripping me off, fucker.“ Er schaut blöd, mir tut’s gut.

Für die 210 Kilometer von Bulalacao nach Sabang / Puerto Galera benötige ich nur drei Trikes, zwei Minivans, einen Jeepney und sieben Stunden. Die Wartezeit war nie mehr als zehn Minuten. Man sollte den ganzen Vorstand der Deutschen Bahn auf Bildungsurlaub hierher schicken. In Punkto Koordination könnten sie viel lernen. In Punkto Geschwindigkeit weniger.

Die einzige günstige Unterkunft ist Tuna Joe’s Backpackers. Sie liegt am Ende eines langen schlammigen Trampelpfads durch den Dschungel auf der Rückseite Sabangs. Es gibt kein Klopapier. Ich soll Wasser nutzen. Ich deute auf meine Langnase und erkläre, dass mir jener Zinken gestattet, mich ohne Klopapier schmutziger zu fühlen als junge Frauen vor der ob-Werbung von 1986. Aber die Werbung kennt er wohl nicht. Meine Bemühungen bleiben ohne Erfolg.

Sabang ist berühmt für seine Tauchgebiete. Da es Nahe an Manila liegt ist es vollkommen überlaufen, zugebaut, total überteuert und reichlich verfickt. Frauen haben hier nur zwei mögliche Berufe: Masseuse oder Hure. Von beidem gibt es Unmengen. Unendlich viele alte hässliche Alleinreisende laufen rum. Dauerstecher im Noteinsatz, meist mit einer jungen schönen Philippina an der Kralle.

Die besseren Langnasen schauen aus wie Wolfgang Petry mit Syphilis in 40 Jahren. Die schlechteren haben Rotplauzen-Tattoos und tragen neckische T-Shirts mit Aufschriften wie „Old guys rule“. Das y ist ein halb leeres Weinglas. Darunter steht „improved by age“. Der Anblick freut mich, denn Morgen bin ich wieder daheim. Dort leben die Fickinger da, wo sie hingehören: in dunklen dreckigen Löchern.

Am Morgen ziehe ich meinen Mystic Kitebag hinter einem Mopped über den Berg. Das war endgültig zuviel für ihn. Aber er hat tapfer gedient. Ich geh nochmal schnell tauchen. Das einzige schwabbelige unter Wasser ist ein großer seine Farben auf der Flucht wechselnder Calamar. Bunte Fische und Korallen, auftauchen und ab auf die letzte Bangka zurück nach Luzon. Sie ist mit 50m ein wahres Schlachtschiff. Die See ist normal. Einige Fickinger mutieren trotzdem zu Vögeln. Sie spreizen ihre beschnittenen Schwingen. Dann reihern sie. Leise lächelnd geniesse ich die letzte Überfahrt.



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2 Kommentare zu “ Puerto Galeras Dauerstecher ”

Boracay ist mir nach einem Tag schon wieder zu viel Trubel. Dafuer hat der Wind heut zehn knoten mehr gerockt als angegeben. Und stell dir vor, ich war heut der zweite aufm Wasser morgens! Achja, es gibt in ganz Boracay keine Schraube fuer mein Board. Jeden Kiteshop, jeden Hardware-shop, alles durchgesucht. Zum kotzen.

Kommentar von Max am 8.2.2012

Sogar in Puerto Galera war starker Wind. Hier oben in Manila noch mehr. Man könnte sogar im Westen rausgehen. Hmmm…is weil deine Schrauben metrisch sind, korrekt? Frag andere Kiter aus Europa! Viel Glück und bis zum Treffen in der Mitte am Brombach! So ab Mai oder so…

Kommentar von ff-webdesigner am 8.2.2012

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