Tropensturm über Siquijor

1712
2011
Sa
9:17
Tag
1653
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Auf den Philippinen ist nichts pünktlich. Noch nicht mal Tropenstürme der zweithöchsten Kategorie. Abends sitze ich gefrustet mit einem großen Glas Rum am Strand und schaue raus aufs tobende Meer. Es ist stockdunkel und der Tropenstum mit weit über 30 Knoten Wind endlich da. Die Eiswürfel schmelzen in meinem Glas.

Die Nacht ist hart. Der Sturm wird noch stärker. Er reisst heftig an der Verankerung des Dachs meiner Hütte. Der Strom fällt aus. Blätter, Zweige und Kokosnüsse hageln aufs Dach. „Fear Island“ spukt noch in meinem Schädel. Das wäre das perfekte Wetter für einen kleinen Massenmord. Am morgen lebe ich wider erwarten dank Taschenlampe immernoch, nur geschlafen habe ich praktisch gar nicht. (mehr …)

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Harte Prüfung

1612
2011
Fr
8:55
Tag
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In den letzten 38 Tagen war ich auf einer Fläche von 1200 mal 800 km auf 23 Inseln. Genausolange warte ich auf Wind, derzeit auf der verschlafenen Insel Siquijor. Rote und Blaue Seesterne, schöne günstige Unterkunft direkt am Strand, nette Leute. Ein Tropensturm zieht auf, Vorhersage 9 Beaufort. Jeglicher Fährverkehr auf wenigstens 100 km ist eingestellt. Er bringt Wolkenbrüche, aber kaum Wind.

Das ist echt die härteste Prüfung aller Zeiten. Ich habe viel Geduld. Ich klage selten darüber, dass ich von meinen 40kg Gepäck bisher 22kg vollkommen umsonst mitgeschleppt habe. Ich beschäftige mich: mit Arbeit, Menschen, Motorbikes, Tauchen. Reisen eben. Aber es reicht jetzt. Sogar alle meine Arbeit ist erledigt, weil nie Wind ist. Das ist mehr als ich ertragen muss. (mehr …)

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Unidad 29: Philippinische Philosophie

1512
2011
Do
2:39
Tag
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Nach einem Monat hier hab ich immernoch nicht so ganz begriffen, wie die Philippinos ticken. Nur einzelne Aspekte, aber die strahlen dann auf alles andere massiv ab. Die wichtigeste Eigenschaft der Philippinos ist:  sie leben voll im hier und jetzt. Nicht Gestern. Nicht Morgen. Heute. Und nur da, keinen Milimeter weiter.

Am Abend trinke ich ein Bier mit den Gitarrero Ronel. Am morgen schiebt er sein leeres Mopped an die Tankstelle. Am Abend seh ich Schilder, die drakonische Strafen für Müllentsorgung verkünden. Am Morgen kriegt man in den Rauchschwaden hunderter kleiner privater Müllverbrennungen kaum Luft. Am Abend jaulen die Philippinos in den Videoke-Bars grausamst den Mond an. Am Morgen zeigen sie, daß sie eigentlich singen können. (mehr …)

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Bohol ist anders!

1212
2011
Mo
14:42
Tag
1648
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Komplett anders als der ganze Rest der Philippinen. Fast alle Straßen sind hier geteert – auf obligatorischem Stahlbeton. In der Mitte sind komische weisse Striche. Hab vergessen, wie die heissen. Alles ist sauberer, die Häuser fertiggebaut. Die Drücker kann man viel einfacher loswerden. Wegen des nahen Mindanao gibt es hier vereinzelt Muslims. Und Bohol ist deutlich teurer.

Ich miete mir für 400 Pesos ein Bike und toure los. Der Rennauspuff ist laut, aber der Topspeed jenseits 130km/h rockt – und das kann man hier auch fahren, zumindest bis zum nächsten gelegentlichen Schlagloch. Die Tour führt von Panglao Island über die Brücke nach Bohol, mitten durch Chocolate Hills und einmal halb um die ganze Insel. Am Ende habe ich über 300 km am Tacho. (mehr …)

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Porno-Party bei Mondfinsternis

1012
2011
Sa
3:12
Tag
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Ich war tagelang verzweifelt. Nix passiert, nur Touristen, keine Reisenden, keine Geschichten. Ich errtappte mich dabei, nur zwecks der Kommunikation nach Zimmerpreisen zu fragen, die ich gar nicht brauche. Heute bricht unerwartet ein Porno bei totaler Vollmond-Finsternis über mich herein. Sodom und Genorrhoe im Paradies, revisitet.

Was ist passiert? Speedboat nach Bohol. Die Scheiben im 6kW-Discobus Tobol-Tagbilaran wären sauber von der Anlage weggefetzt worden – wären da je welche gewesen. Hotel La Roca, Erleuchtung nach Kukuks Nest. Aber nichts passiert. Egal wo ich hinschau, mir fehlt das zweite Paar Augen. Schreiben war einen Monat unerwartet leicht und kernig. Jetzt fühl ich mich mehr als nur halb blind. (mehr …)

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Kukuks Nest / Loch, Cebu

0812
2011
Do
13:43
Tag
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Lebe wohl, mein Palawan! Nächste Insel: Cebu. Der Flug geht durch heftige Gewitter. Beim ersten freien Fall mit Hintern-Liftoff schreit die junge Japanerin neben mir noch, bei den weiteren krallt sie sich nur kaasweiss an den Lehnen fest. Ich bin froh, als wir landen. Cebu ist mit seinen drei Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Philippinen. Slum und Luxus.

Im Internet sah das Kukuks Nest noch ganz nett aus. In Wirklichkeit ist es Kukuks Loch. Eingang im Hinterhof, kleine dunkle Kammer mit klebrigem Doppelbett. Bad ohne Waschbecken. Es riecht nach Kacke und Müll. Gegen satten Preisaufschlag reduziere ich den geplanten Arbeitsaufenthalt auf zwei Tage und wechsle in einen überteuerten „Executive“ Room im ersten Stock. (mehr …)

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Abschied für Schafe

0712
2011
Mi
11:34
Tag
1643
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Es schifft den ganzen Tag in Strömen. Sogar die Fische im Koiteich unter uns schnappen nach Luft. Wir verkriechen uns in der Hütte und gehen Bilder durch. In den letzten vier Wochen haben wir uns nichts geschenkt. Ich konnte mit keinem Menschen bisher so vollgas reisen – und trotzdem fast immer einstimmig. Wir steckten im Dschungel fest, wurden im eigenen Schweiss gedünstet.

Wir mussten viele Pläne ändern und oft auf Fähren warten. Das Reisen war sehr anstregend. Ich hab’s zum ersten mal seit acht Jahren geschafft, wirklich einen Monat lange nichts zu arbeiten. Danke an alle Kunden und vor allem Dir, Mike! Abends bringe ich Uli zum nahen Flughafen. Sie fliegt heute nach Manila, übernachtet am Flughafen und morgen heim. Komm gut nach hause! (mehr …)

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Restaurantkritiken sind doof!

0612
2011
Di
15:07
Tag
1642
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Schon mal eine Restaurantkritik gelesen? Das ist dieses wohl elaborierte Wort-Gewichse von professionellen Nörglern, die aus Prinzip mit nichts zufrieden sind. Sogar der Guide Michelin beschäftigt daher gerne Deutsche. Das einseitige Wortgefecht zwischen Alkoholikern und Koksern steht in der Regel im Kulturteil größerer Tageszeitungen und bietet nur zweierlei Reaktionsmöglichkeiten: Lachen oder Gastritis.

Heute war ich an einem Ort, an dem Essen zur Religion wird. Essens-induzierte Endorphine führen zwar zu dümmlichem Grinsen, wirken aber trotzdem recht erleuchtend. Das Ka-Lui in Puerto Princesa ist Religion. Daher kann ich jetzt leider keine Restaurantkritik schreiben. Stattdessen gibt’s einen Vorschlag für den Weltfrieden. (mehr …)

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Puerto Princesa

0512
2011
Mo
11:22
Tag
1641
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Die Fahrt nach Puerto Princessa dauert fast drei Stunden. Zu Spitzenzeiten sind nur 47 Passagiere und ca. 1,2 Tonnen Fisch im / um / am Jeepney. Wir wären gerne noch etwas an Sabangs schönen Stränden geblieben. Aber ich brauche endlich mal wieder Internet. Und Strom. Und Wäsche, die nach dem Waschen sauber und trocken ist.

Uli landet einen absoluten Volltreffer mit ihrer Unterkunftswahl: Lotus Garden ist nicht billig, aber ein absoluter Traum. Wir wohnen die letzten Tage in einem Japanischem Pavillion über einem Teich mit Kois und Seerosen. Edles Holz, Klimaanalage, TV und Walk-In-Dusche, dazu all you can eat Sushi-Buffet am Abend. Internet mit 5kB/s versetzt mich ernsthaft in Geschwindigkeitsrausch. (mehr …)

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D-Day @ Sabang Underground River

0312
2011
Sa
22:00
Tag
1639
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Um 7 Uhr morgens fahren wir an der Ostküste Palawans mit der Bangka gute 2h nach Süden. Ziel ist der Sabang Underground River, der längste befahrbare unterirdische Fluss der Welt. Der Seegang ist mit über zwei Metern heftig, genauso wie der Shorebreak am Beach. Der Captain spielt D-Day: Vollgas an den Strand, feindlche Bangka fast versenken, herbeieilende Helfer beinhahe plätten, Landungsklappen runter und „GO! GO! GO!“

Ich erwarte schweren Beschuss, sehe aber nur Unmengen an Fotos schießenden Touristen. Welterbe, wieder mal. Schwimmwesten an, Helme auf, Fraggles-Song trällern in der Warteschlange, ab mit dem Boot in den Untergrund. 1,5 km mit dem Paddelboot durch bis zu 65 m hohe Tropfsteinhöhlen voller Fledermäuse. Draussen warten Warane und Affen. (mehr …)

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Reisen in Macrovision

0212
2011
Fr
23:28
Tag
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Schönheit liegt nicht im Auge des Betrachtes. Sie ist einzig eine Frage des Fokus. Große schöne Bilder werden häufig durch kleine Widrigkeiten versaut. Beispiel: Der Kartoffelsalat war versalzen, also ist der Urlaub scheisse. Andersrum passiert das selten. Oder würde jemand beim betrachten eines Aktausschnitts mit unperfektem Busen mutmassen, dass der Rest vom Model hässlich ist?

Mein großes Bild war jetzt ein paar Tage getrübt. Kein Wind, zu teuer, Langeweile. Ich beschließe, ab sofort in Macrovision zu reisen. Ich zoome auf die Details. Aus denen baue ich mir dann ein schönes großes Bild zusammen. (mehr …)

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Ich bin sowas von Nina!

3011
2011
Mi
13:54
Tag
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Kennt ihr Nina, unser aller blöd-blonde Ordnungs-Schlampe Nummer eins? Sie checkt im TV Hotels in „Achtung Kontrolle“ und ist die ultimative Verkörperung neudeutscher Peinlichkeit. Gebucht werden Pauschalreisen für wenig Geld mit der Erwartung eines Traums aus 1001 Nacht auf Malle. Nichts zahlen, alles wollen, ständig motzen: typisch Deutsch

Ihr Lieblingsutensil ist ein weisser Stoffhandschuh. Mit diesem wischt sie dann über irgendwelche Stellen, an die kein Zimmerbewohner je blickte. Dann verzieht sie ihre Hackfresse und gibt Sprüche Marke „Pfui, wie unhygienisch!“ zum besten. Dazwischen fällt 100 mal ohne jeglichen finanziellen Zusammenhang das Wort „Holidaycheck“. (mehr …)

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Jeepney-Rallye nach Port Barton

2911
2011
Di
20:48
Tag
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Auf dem Plakat steht „No speeding, reliable and not overcrowded.“ Der Speed-Van ist das beste Reisemittel von El Nido nach Süden. Abfahrt ist um sieben Uhr morgens. Die Helfer scheinen mein Kiteboard mit einem Negativ-Spoiler zu verwechseln. So wie sie es locker hinten am Dach festzurren ist es prädestiniert zum Flugeinsatz. Androhung der Todesstrafe sorgt für Besserung.

Der Bus hat 16 Plätze. Da heute nur 12 Passagiere dabei sind, gilt das als „not overcrowded“. Die Beinfreiheit beträgt -15cm. Die Piste nach Süden ist großteils ungeteert. Der Fahrer heizt mit bis zu 100 km/h in bester Peterhansel-Manier durch alle Schlaglöcher gen Roxas. Die knapp 200 km bewältigt er in vier Stunden. Der Regen und die Staubwolke versauen bis dahin unser komplettes Gepäck am Dach. (mehr …)

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Inselhoppen im Bacuit Archipel, El Nido

2811
2011
Mo
14:54
Tag
1634
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Wir treffen einen netten Kurden wieder, den wir schon auf Coron kennenlernten. Er ist voll auf Inselhopping. Macht hier die dritte Tour binnen drei Tagen. Wir schließen uns an. Die Bangkas hier sind kleiner und die Motoren deutlich leiser. Die Ökotourismus-Abgabe scheint was zu bringen. In einer kleine Gruppe geht es einige Kilometer raus ins Bacuit Archipel.

Die Inseln sind noch kleiner, steiler und spektakulärer als in Coron. Obwohl hier praktisch alles Wasser ist bringt der gestrige Regen nochmal ein sattes Plus an Luftfeuchtigkeit. Heute knallt die Sonne richtig, wir garen im Dampf bei 35°. Das Wasser ist hier fast schon pervers blau. Strahlend weisse Sandstrände stechen in den Augen, grüne Palmen leuchten in 300m hohen Steilwänden. Wieviele Generationen dauerte es nach da oben? (mehr …)

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Kitesurfen in El Nido

2711
2011
So
14:49
Tag
1633
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El Nido ist ein Traum. Eingerahmt von hohen Karst-Felsen liegt es am Ende einer Bucht im nördlichen Palawan. Es gibt schöne Unterkünfte und ordentliche Restaurants. Auch wenn’s Strom nur von 18.00 bis 24.00h gibt: Coron war deutlich versiffter. Wir wandern durch die Stadt und dann vier Kilometer nach Norden an einen einsamen Strand.

Danach bin ich recht platt und mach mich flach. Geweckt werde ich von einem Windstoß, der vom Meer in unsere kleine Hütte am Strand fegt. Wind! Endlich! Nach 16 Tagen warten bin ich endlich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich renn raus an den Strand und bau sofort auf. (mehr …)

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Seekrank: Bangka Coron – El Nido

2611
2011
Sa
13:59
Tag
1632
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Ich kann Extrema viel Spaß abgewinnen. Auch dann noch, wenn’s die meisten anderen schon lange unwitzig finden. Heute war’s genug. Um vorwärts zu kommen nehmen wir die Bangka von Coron nach El Nido. Eine vollkommen überladene GFK-Jolle von fünf Metern bringt 15 Leute raus zur großen Bangka. Schräglage beim Einstieg sind bis zu 30°. Nach 30 Sekunden geht der Motor aus.

An der Bangka angekommen verreckt er endgültig. Die Jolle wird zurückgeschleppt. Mit einer Stunde Verspätung brechen wir auf. Die Wettervorhersage ist gut, nur zehn Knoten Wind. Vor uns liegen acht Stunden Fahrt druch gefährliche Gewässer und 160km offenes Meer von Coron nach El Nido. (mehr …)

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Coron Island Tour

2511
2011
Fr
12:56
Tag
1631
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Wir touren mit der Bangka um Coron Island. Coron ist von aussen nur ein riesen Fels, aber es gibt versteckte Eingänge zu Orten, die sich heftigst um die Zweitbesetzung für „The Beach“ prügeln. Erster Stopp ist ein See, der mitten zwischen Felsen über einen kurzen Aufstieg erreichbar ist. Asiaten planschen mit Schwimmwesten. Die Sicht im Mondsee beträgt locker 20m.

Uli stößt von ihrem letzten Tauchgang zu uns. Mittagessen an einem kleinen Strand direkt unter der Felswand. Schnorcheln am Twin Peaks Riff, Tausende von Fischen bei guter Sicht in der Mittagssonne. Twin Lagoon, ein versteckter Eingang vom Meer, dann durch eine Tunnel in die zweite Lagune tauchen. Wasserschichten flimmern übereinander, die Felswände steigen 300m senkrecht auf. (mehr …)

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Ein Kiteboard will Meer

2411
2011
Do
14:32
Tag
1630
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Liebes Kiteboard, ich weiss: die Zeiten sind hart. Ich schleppe Dich ans Ende der Welt. Ein schönes Ende, aber eben eines, an dem Du weniger zu tun hast als an jedem anderen. Sogar am Gardasee ist kiten ob der Topographie weniger bescheuert als hier. Ich hab wirklich nix gewusst von den nur 4% über 4 Beaufort Windstatistik. Aber ich mach alles, um Dich zu bespassen.

Eigentlich wollte ich mal entspannen. Uli wollte für den Tauchschein lernen. Aber Du plärrst im Zimmer schlimmer wie ein Säugling mit Dünnschiss. Also hab ich nochmal ein Bike gemietet, einen kleinen Roller heute. Trotz erbärmlichster Windvorhersage sind wir damit 70km auf übelsten Pisten durch den Dschungel gefahren, um Dich zum lachen zu bringen. (mehr …)

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Wrack-tauchen westlich Coron

2311
2011
Mi
14:40
Tag
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Das Archipel von Coron ist perfekt geeignet zum Verstecken spielen. Vor allem für Schiffe. Das schnallten schon die Amerikaner und Japaner im zweiten Weltkrieg. Nirgends auf der Welt gibt es so viele Schiffswracks auf so wenig Platz. Auch wenn man den Amis heute nur noch assoziales Verhalten nach aussen und nach innen vorwerfen kann: hier gaben sie Milliarden von Fischen massig Asyl.

Wir fahren mit den Coral Bay Divers 1,5h nach Westen. In einer engen Passage zwischen zwei Inseln liegt das erste Japanische Kanonenboot. Auf 12m Tiefe taucht aus tiefem Blau das Schiff auf. Eine kurze Runde aussenrum, dann geht’s rein. Eigentlich braucht man dafür einen Advanced Open Water Diver. Aber da sowieso schon niemand nach meiner PADI Lizenz fragt, ist das auch egal. (mehr …)

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Inselhopping südlich Coron

2211
2011
Di
14:01
Tag
1628
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Der Tag beginnt wieder viel zu früh. Montezumas Faust spielt Kniffel mit meinen Eingeweiden. Wir machen heute eine Tour auf die 25km südlich von Coron gelegenen Inseln Malcapuya, Banana Island und Bolog Island. Die zehn Meter-Bangka braucht für die Anfahrt 1,5 Stunden. Mit uns ist nur noch ein junges Phlippinisches Pärchen unterwegs.

Die Reste des Nachtwinds bescheren uns jetzt einen Meter Seegang. Genug, um die Gischt in Fontänen über das gesamte Deck zu schleudern. Alles wird nass. Wir bewegen uns im relativen Schutz der Inseln des Archipels. Vielleicht ganz gut, dass wir doch keine Bangka 160km nach El Nido bekommen. Im Internet kreisen etliche Horrogeschichten von zweieinhalb-Meter Wellen, verlorenem Gepäck, 30 Stunden Trips und Havarien. (mehr …)

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Busuanga Buffalo Biking

2111
2011
Mo
14:19
Tag
1627
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Uli macht ihren Tauchkurs. Ich hol mir derweil eine nette Yamaha DT für wenig Geld – und 100% versicherungsfrei. Pfand ist mein Führerschein. Polizeikontrollen gibt’s nicht. Das Bike besteht aus Lenker, Motor und zwei Reifen. Kein Licht, keine Tankanzeige, kein Tacho, wenig Bremse, Kickstarter geht nicht. Starten geht nur durch anschieben. Auf in den Spaß!

Nur zehn Kilometer hinter Coron City endet der Asphalt. Was übrigbleibt ist ein Feldweg. Perfekt für dieses Bike. Durch die hochstehende Sonne fällt der Unterschied zwischen Licht und Schatten auf dem Weg extrem aus. Ich überseh einige tiefe Schlaglöcher. Brücken sind meist nur ein paar Holzbretter, wenn vorhanden. Einmal geht’s durch einen kleinen Fluss. (mehr …)

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Ankunft auf Coron

2011
2011
So
11:50
Tag
1626
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Endlich! So soll’s sein! Die Sonne geht auf, kurz bevor wir in den Hafen von Coron einlaufen. „Die Regenzeit dauerte dieses Jahr viel länger“, meint ein Einwohner. Bis vor wenigen Tagen regnete es wochenlang nonstop. Folge: Mörderische Luftfeuchtigkeit bei 30 Grad um sieben Uhr morgens. Wir kippen beinahe um, bevor wir ein Trike zum Kokosnuss Resort nehmen.

Das Kokonuss Resort ist fein: kleine Nipa-Hütten in einem tropischen Garten. Indische Statuen und Brunnen, Blumen, Palmen, Nepal-Fahnen. Wunderbar. Die Bambus-Hütte ist einfach und günstig, aber etwas modrig. Im Wasser wird man nun mal nass. Banana-Pancake, duschen und endlich mal die Sachen ausbreiten. Wir bleiben hier ein paar Tage. Ich freu mich auf die Ruhe. (mehr …)

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Von Kreuzfahrern und Dauercampern

1911
2011
Sa
7:19
Tag
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Mir sind zwei Arten von „Reisenden“ äußerst zuwider. Die einen sind die Kreuzfahrer, die anderen die Dauercamper. Beide führen Sinn und Zweck des Reisens ad absurdum. Die Kreuzfahrer meinen, nur weil sich ihr Hintern bewegt, wären sie am reisen. Auffallend viele erleiden einen Herzinfarkt, wenn sie dann wirklich mal einem kurzen Prozessionszug zu irgendeiner vollkommen überlaufenen touristischen Sehenswürdigkeit folgen.

Die anderen sind die Dauercamper. Was ist der Sinn eines Heims, das zum Reisen gebaut wurde, aber immer nur an einer Stelle steht? Reisende sind frei im Herzen, Dauercamper haben nur freie Auswahl bei Vorurteilen. Warum mögen Dauercamper Spitzengardinen und Gartenzwerge hinter Jägerzäunen, aber keine Hohlblockziegel? (mehr …)

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Trotzblog

1711
2011
Do
17:20
Tag
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Heute ist ein Trotzblog-Tag. Abfahrt um sieben Uhr in Banaue. 350km durch Regen die Berge hinab nach Manila. Nach einiger Zeit hat die Straße sogar wieder einen Mittelstreifen. Wir schaffen die Strecke in acht Stunden. Weitere 1,5h durch Manila zur Rushhour. Kreisverkehr in fünf „Spuren“. Rechts kreist weiter, während links nach aussen schießt.

Ich verpasse eine Kreuzung, wir landen am Skyway und sind in nullkommanix wieder 10km von der Mietwagenstation entfernt. Geb auf, ab zum Hostel. Rein, Wasserklamotten  ausbreiten, raus. Ums Eck ist ein kleines Shoppingcenter. Klein, das heisst noch knapp unter 500 Geschäfte. Hört auf den Namen Robinsons Plaza. Passend. Suche eine halbe Stunde den Ausgang. (mehr …)

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Ifugao-Slacklining in Banaue

1611
2011
Mi
14:52
Tag
1622
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Noch vor dem Frühstück machen wir eine kleine Wanderung zu den hängenden Särgen von Sagada. Die Ifugao beerdigen ihre Leute hängend in Felswänden oder in einer der zahlreichen Höhlen. Beim Frühstück lernen wir zwei nette Backpacker aus Holland und Italien kennen. Sie bewunderten schon gestern meine Park-Fähigkeiten. Daher halten sie mich jetzt für einen sicheren Fahrer. Wir nehmen sie mit nach Banaue.

Es regnet weiter in Strömen. Der Weg führt über einen derben Feldweg 500m tiefer ins Tal. Die Achse scheint zu überleben. Es klart kurz auf, die ersten Reisterrassen erscheinen zwischen Nebelschwaden. Dann ist die Straße wegen einem Landslide komplett gesperrt. Ein Bagger schaufelt ein paar Tonnen auf einen Truck, dann geht’s weiter. (mehr …)

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