Jeepney-Rallye nach Port Barton

2911
2011
Di
20:48
Tag
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Auf dem Plakat steht „No speeding, reliable and not overcrowded.“ Der Speed-Van ist das beste Reisemittel von El Nido nach Süden. Abfahrt ist um sieben Uhr morgens. Die Helfer scheinen mein Kiteboard mit einem Negativ-Spoiler zu verwechseln. So wie sie es locker hinten am Dach festzurren ist es prädestiniert zum Flugeinsatz. Androhung der Todesstrafe sorgt für Besserung.

Der Bus hat 16 Plätze. Da heute nur 12 Passagiere dabei sind, gilt das als „not overcrowded“. Die Beinfreiheit beträgt -15cm. Die Piste nach Süden ist großteils ungeteert. Der Fahrer heizt mit bis zu 100 km/h in bester Peterhansel-Manier durch alle Schlaglöcher gen Roxas. Die knapp 200 km bewältigt er in vier Stunden. Der Regen und die Staubwolke versauen bis dahin unser komplettes Gepäck am Dach.

In Roxas steigen wir um in einen Jeepney, das Philippinische Transportmittel schlechthin. Jeepneys sind verlängerte Jeeps, wenigstens 40 Jahre alt, ca. sieben Meter lang und mit sehr viel Liebe zum Detail gepimpt. Zwei lange in Fahrtrichtung angebrachte Bänke hinten, massige Bullenfänger vorne und dicke Gepäckträger oben. Das wichtigste Merkmal sind jedoch die Sinnsprüche am Heck. Sehr beliebt dieses Jahr, und ausserdem enorm hilfreich, wenn weder Lenkung noch Bremse einer Meinung mit dem Fahrer sind: „God with us“.

Sobald der Jeepney voll ist (also ca. 14 Personen), fahren wir los. Kurz darauf werden nochmal ein paar Kisten Marktwaren eingeladen. Danach folgen deren Besitzer. Dann noch ein altes Ehepaar. Und noch fünf Backpacker. Ein paar Arbeiter auf den hinteren Bullenfänger. Zuletzt noch ein paar Schulkinder auf das Dach. Fertig. Ein Jeepney mit gezählten 36 Personen und ca. 50 km schlammige Urwaldpiste nach Port Barton vor uns.

Mitten im Dschungel bleiben wir an einer deftigen Steigung im tiefen Schlamm stecken. Zusätzlich verratzt die Gangschaltung. Selbige bauen Fahrer und Gehilfe aus und richten sie mit ein paar Hammerschlägen wieder gerade. Ein paar Eisenketten und Felsen unter die Räder, noch etwas graben, der Geruch von Kupplungsscheiben am Limit, und weiter geht’s. Nach zwei Stunden kommen wir in Port Barton an. Es regnet.

In Port Barton wartet eine Privat-Bangka zum vorgelagerten Secret Paradise Beach Resort auf uns. Endlich haut mal was hin, rechtzeitig und ohne Motorschaden. Nach einer weiteren knappen Stunde sind wir endlich am Ziel. Knapp acht Stunden Reisezeit für ca. 150km Luftlinie. Reisen in den Philippinen ist voller Überraschungen. Es ist anstrengend, zeitwaufwändig und schmutzig. Ein echtes Abenteuer und Erlebnis. Ich glaub, in diesem einen Punkt hab ich jetzt genug erlebt.

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Ein Kommentar

  • Benno Sawitzki schreibt am Mittwoch, 30.11.2011 um 23:56 Uhr:

    Ach, Herrjee, es ist so großartig. Neid, was Ihr gerade alles erlebt! Lasst es krachen, aber das muss ich Euch ja nicht erzählen! ;-) Bin gerade in Rheinland-Pfalz unterwegs. Mensch, ist Bayern schön… ;-) Grüße aus der Heimat & auf bald! Kommt gesund nach hause! Benno

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