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Inselhoppen im Bacuit Archipel, El Nido

Wir treffen einen netten Kurden wieder, den wir schon auf Coron kennenlernten. Er ist voll auf Inselhopping. Macht hier die dritte Tour binnen drei Tagen. Wir schließen uns an. Die Bangkas hier sind kleiner und die Motoren deutlich leiser. Die Ökotourismus-Abgabe scheint was zu bringen. In einer kleine Gruppe geht es einige Kilometer raus ins Bacuit Archipel.

Die Inseln sind noch kleiner, steiler und spektakulärer als in Coron. Obwohl hier praktisch alles Wasser ist bringt der gestrige Regen nochmal ein sattes Plus an Luftfeuchtigkeit. Heute knallt die Sonne richtig, wir garen im Dampf bei 35°. Das Wasser ist hier fast schon pervers blau. Strahlend weisse Sandstrände stechen in den Augen, grüne Palmen leuchten in 300m hohen Steilwänden. Wieviele Generationen dauerte es nach da oben?

Unser Guide ist jung und engagiert. Hat mal in einem der beiden Luxusresorts auf den vorgelagerten Inseln gearbeitet. Jetzt ankern wir vor dem dritten, das gerade gebaut wird. Er erzählt von massig unbezahlten Überstunden bei Philippinischem Durchschnittslohn – ca. 120 Euro im Monat. Ich bin alles andere als ein Sozialist – aber das macht mich wütend. Die Betreibergruppe der Luxusresorts kassiert massig Kohle, pro Gast und Nacht im Schnitt 180 Euro. Jetzt baut sie das nächste für wenig Geld. Anstatt dem “Ökotourismus” auch noch eine soziale Komponente hinzuzufügen und sich um den Aufbau einer Gemeinschaft der Inselbewohner und Fischerdörfer zu bemühen, machen Sie nur eines: Ausbeuten. Wenige werden reich und alle anderen verrecken.

Ich könnte mir gut ein paar Nächte in solch einem Luxusresort gönnen. Wir hatten es zum Abschluss unserer Reise eigentlich auch geplant. Aber jetzt ist mir die Lust vergangen. Ich schlafe lieber weiter in günstigen Unterkünften, in denen die Besitzer oft selber arbeiten. Und gebe ein gutes Trinkgeld, wenn ich zufrieden war.

Wir schnorcheln durch große Schwärme von Buntbarschen. Die Korallen leuchten wie blöd in allen Farben bei diesem Kaiserwetter. Die Sichtweite ist locker zehn Meter. Rauf auf die nächste Insel und auf einen Aussichtspunkt. Bacuit ist unendlich. Mittagessen im weissen Sand unter Mangroven. Frisch gegrillter Einhornfisch, Tintenfische, Schwein und dazu wie immer Reis und tropische Früchte.

Es gibt hier Strände, deutlich mehr als auf Coron. Oft sind sie unbewohnt, auf einigen stehen kleine Nipa-Hütten. Manche kann man mit einer der Tagestouren anlaufen und sich dann ein paar Tage später wieder abholen lassen. Übernachten kann man in Zelten oder für relativ wenig Geld in einigen Hütten. Robinson pur, aber leider nicht mehr für uns.

Wir quetschen uns durch enge Karstfelsen in eine große Höhle. Fledermäuse schrecken auf. Alle Orte fangen hier mit “Secret” an: Secret Beach, Secret Lagoon, Secret Cave Etwas eintönig und unkorrekt. Aber passt schon – denn sie sehen alle wirklich so aus, auch wenn noch drei andere Bangkas davor ankern.

Der letzte Beach ist das reinste Paradies. Auf Pinabuyatan Island gibt es nur eine Nipa-Hütte, ein paar Palmen und dahinter einen 200m hohen senkrechten Felsen. Der Kurde klettert zehn Meter in den Wipfel ein Palme und erntet Kokosnüsse. Die Sonne geht langsam unter. Wind kommt auf. Ich baue sofort den Kite auf. Aber kaum bin ich feritig, ist es der Wind leider auch. Der Kite fällt ins Wasser. Das hier wäre der Kitespot des Jahrhunderts geworden.

Am Abend gehen in ganz EL Nido die Lichter nicht mehr an. No Power everywhere. Wir laufen rot glühend vor Sonnenbrand als vorweihnachtliche Nikoläuse durch die dunklen Gassen. In den Läden und Restaurants stehen überall Kerzen. Kein Internet. Mein Handy bringt das alles hier ins Netz.

 



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3 Kommentare zu “ Inselhoppen im Bacuit Archipel, El Nido ”

Verdammte 8 Knoten gibts doch immer oder? Ich bräucht nur deinen 19er!!! arghhh!!!

Kommentar von Dominik am 28.11.2011

Hi Frank,

wie ich sehe, lässt Du’s Dir mal wieder gut gehen? Wie sind die Philipinen so?
Alles klar bei Dir soweit? Hoffe, wir sehen uns an Weihnachten!!

Gruß
Alex

Kommentar von Alex am 30.11.2011

Hi Alex, Weihnachten: sicher! Aber erst 2013. Bin bis Februar auf den Philippinen, und Uli hat grad das Urlaubs-Okay für 3 Monate Neuseeland Winter 2012 bekommen. Sprich: wir feiern heute erst mal, euch, uns, und das Leben im allgemeinen.

Kommentar von ff-webdesigner am 30.11.2011

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