Die Leibeigenen von Carabao

0701
2012
Sa
23:55
Tag
1674
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Carabao scheint einzig zu existieren, um Boracay zu versorgen. Carabao ist die Insel der Leibeigenen. Alles wird nach Boracay gebracht. Arbeitskräfte und lebende Kühe auf Bangkas. Mangos, Ananas, Bananen, Reis. Noch nicht mal Fisch kann man auf dieser Insel voller Fischer kaufen. Was hier bleibt ist ein großes Nichts. Nichts ist deutlich besser als Boracay. 

Es gibt kaum was zu essen, doch das wenige schmeckt besser. Auch wenn man keine Auswahl hat: sie ist  trotzdem viel freier. Carabao ist tagsüber auffallend menschenleer. Doch nach ihren zehn-Stunden-Schichten auf Boracay freuen sich die Bewohner über Besucher. Das Internet pfeifft aus dem letzten Loch, aber dei wenigen Minuten werden gut genutzt.

David übersteht seinen Montezuma. Mit Miri kommt er rüber von Boracay. Die Bootsführer schicken sie in Unwissenheit darüber, dass es 50 m neben der Anlagestelle ein Hotel gibt erst mal mit einem Motorbike auf die andere Seite der Insel, bevor sie durch den kleinen versteckten Hintereingang Ivy’s Vine Resort finden. Endlich kommen die richtigen Orte und die richtigen Menschen zusammen.

Das Schnorcheln in der Unterwasserwüste vor Lanas ist erbärmlich. Na und? Das Essen ist gut. Und weiter? Das Lagerfeuer am Strend brennt trotz massig Benzin nicht richtig. Na und? Der Rum ist leer. Und weiter? Der neue König der Insel berichtet von extremen Feindschaften. Auf das Verteilen von Flyern für Carabao im Königreich Boracay verhängen die Schergen des dortigen Earls drakonische Strafen. Na und? Der neue König hier schleudert mir seine Meinung ungefiltert entgegen, also werd ich ihm einfach via Internet die Gäste bringen, die hierher finden sollten.

Ich fühle mich manchmal allein durch mein Angebot, eine Homepage für ein Hotel zu erstellen schuldig. Im Endeffekt trage ich nur dazu bei, daß meiner Meinung nach gute Orte teurer und voller werden. Also reite das gleiche Absurdum wie Lonely Planet zu Tode. Manchmal versuche ich mich dadurch rauszureden, dass ich ja nur zur Umschichtung beitrage. Dann sehe ich den überall gleichen Meermüll am Strand und weiss: Verteilung ist nicht gut.

Was gibt es besser zu machen? Menschen und Orte ändern sich. War gut, ist gut, bleibt gut – das gibt’s beim Reisen nicht. Finde Deine eigenen Orte!

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