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Cock-Fight am Sugar Beach

Philippinos lieben Hahnenkampf. Der englische Begriff „Cock Fight“ ist noch passender, weil es wirklich ein Schwanzvergleich ist. Wer am längsten steht, gewinnt, und dem Gegener hilft auch Viagra nicht mehr. Heute soll ich unverhofft meinen ersten Cock Fight sehen. Ich teile mir ein Habal-Habal mit Kumpane Vanisi aus Bologna und fahre zum entlegenen Sugar Beach.

Die Anreise zum Sugar Beach ist nicht ganz einfach. 15 km Straße ab Sipalay, am Ende des Feldwegs nimmt man ein Paddelboot über einen Gezeiten-Fluss, geht durch ein Dorf und auf den Küstenfelsen zur nächsten Bucht. Der Sugar Beach soll einer der schönsten Strände der Philippinen sein. Und schaut unerwartet auch so aus.

Der Strand ist fast leer – angesichts des Wegs hierher kein Wunder. Es gibt fünf kleine Resorts am Strand, dahinter ein zerstreutes Dorf. Keine Autos, keine Straßen, nur Fußpfade. Ich marschiere durch Reisfelder auf der Suche nach dem Cock-Fight. Der Fahrer des Habal-Habal nahm einen stolzen Kampfhahn-Besitzer mit und berichtete davon. Bis ich den Cock-Fight endlich finde hat der Fahrer schon fast seinen ganzen Lohn verwettet. 50 Philippinos spielen auf einem abgelegenen Bauernhof um Kopf und Kragen. Ich bin der einzige Ausländer. Echter geht’s wohl kaum.

Cock-Fights sind blutig, ja. Aber nicht so langes Leiden wie Stierkämpfe. Auf der Rückseite des rechten Beines werden den Kampfhähnen mit Bindfaden und Tape zehn Zentimeter lange rasiermesserscharfe Klingen angebracht. Man hält sie gegenüberstehend kurz fest. Sie scharren mit den Krallen und stellen die Federn auf. Ein lauter Schrei, dann lassen die Besitzer die Kampfhähne los.

Alle stehen im Kreis um die Hähne. Nach kurzem Drohen gehen diese aufeinander los. Die Attacken erfolgen unglaublich schnell. Der ganze Ring der Zuschauer folgt den Bewegungen der Hähne. Jeder hat Respekt vor den Messern. Nach gerade mal einer Minute und vier Attacken ist der Kampf vorbei. Ein Hahn wurde getroffen und stirbt binnen weniger Minuten. Ich gehe wieder zum Strand.

Der Name der Takatuka Lodge am Sugar Beach ist Programm. Eine kreative Explosion verrücktester Einfälle. Uhren an der Decke, Fön als Lichtschalter, ein Säule aus Taschenrechner, bunte Tische und Liegestühle, schräge Fenster, Höhlenzimmer. Sogar die Speisen könnte Pipi Langstrumpf erfunden haben. Wir liegen den ganzen Tag am leeren Strand. Mein Kite ist dabei, aber der Wind wird wieder nicht stark genug.

Abends sind auf einmal meine zwei Bretonen von Siquijor im Artistic Diving. Sie finden es eigenartig, den Taifun gemeinsam überlebt zu haben und sich dann wohlauf wiederzutreffen. Letztes gemeinsames Abendmahl, noch einen guten Rum und dann in den Schlaf bloggen…



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