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Ankunft im Kiter-Mekka

Boracay ist Kitern einer der weltweit heiligsten Plätze. Auf meinem Hadsch habe ich gefastet, gebetet, geflucht, gelitten und gesündigt. Als ich vor zwei Monaten die Google Karte für die Reise anlegte, nannte ich sie „The Grand Philippines Kite Odyssey“. Wie treffend das war weiss ich erst jetzt. 5000 km auf Bike, Trike, Jeepney, Bus, Fähre, zu Fuss und im Flugzeug: ich konnte ich kaum kiten.

Es gab viele Prüfungen und Abenteuer. Der Rest war übles schleppen von 40kg Gepäck durch brennende Sonne, Regen und Dreck sowie zahlreiche Abzock-Manöver mit schrägen Kommentaren (Dead people cost extra). Vorteil: deutlich besseres Workout als Kiten selbst. Nachteil: fehlende Lebensfreude. Meine Pilgerfahrt ist jetzt vorbei. Ich komme an im Kiter-Mekka Boracay.

Die Busfahrt von Roxas aus dauert ewig, denn die Straße nach Caticlan ist auf den letzten 50 km vollkommen dicht. Stop and go for religion. Im Hafen verstehe ich warum: Anscheinend sind wirklich die Hälfte aller Touristen auf den Philippinen nur geil auf diese eine kleine Insel. Der Boom fing in den späten 60ern an, als Hippies die Fischerinsel für sich entdeckten. Erst später merkten die Philippinos selbst, daß Boracay mit seinen weissen Stränden wirklich schön ist. Die Philippinische Oberschicht erkennt man oft an ihren T-Shirts: „I was in Boracay“.

Heute ist Boracay das Monaco unter den Philippinischen Inseln. Nirgends ist es teurer, enger, lauter, reicher. Boracay ist gerade mal sieben mal zwei Kilometer groß. Die Hauptstraße gleicht verkehrstechnisch dem Times Square. Ich erwarte jede Sekunde ein um die Ecke biegendes Checker Cab. Bisher habe ich sieben Tankstellen gezählt – sicher nicht alle.

Im Wasser tümmeln sich Speedboote, Bananen, Bangkas, Segelschiffe, Parasailer und sogar schwimmende Philippinos. Go-Karts, Zorbing, Helikopterrundflüge, Mongolische Restaurants und am Handy vollkommen ausrastende Araber auf dem Kreuzzug für die Ehre: es gibt nichts, was es auf Boracay nicht gibt. Inclusive satten Erkältungen mit Schädelweh von zu vielen rollenden Gefrierschränken in den letzten Tagen.



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2 Kommentare zu “ Ankunft im Kiter-Mekka ”

na, ich hoffe, es geht los zum kiten. ein anderes mal wirst du sicherlich mit uli sein. nicht ärgern, nur wundern. mom

Kommentar von mom am 29.12.2011

So wie ich dich kenne wirst du es da nicht lange aushalten. Der nächste Bericht wird die dunkele Seite Boracay’s ausführlich beleuchten. Da bin ich mir sicher. :-)

Kommentar von tommykrebs am 29.12.2011

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