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Angst vor Drachen

Manche Dinge gehen einfach gar nicht zusammen. Oder kennst Du einen Junkie mit Spritzen-Phobie? Ich nicht. Ich bin Kiter. Seit heute hab ich Angst vor Drachen. Dumm gelaufen. Mein erster Randkontakt mit China. Ich bin stark eingeschüchtert.

Der Check-In bei China Air in Frankfurt dauert weniger als fünf MInuten. Ein 30kg schwerer Kitebag kommt tatsächlich umsonst mit. Bei Condor kostete 1kg mehr 40 Euro. Der Sitzplatz im Flieger ist gigantisch. Mit über1,93m stosse ich nicht an die Lehne des Vordermanns. Wenn bei deutschen Airlines selbiger nach hinten geht, hilft bei mir üblicherweise nur noch jodeln. Zum Abendessen gibt’s Tai Chi-Übungen.

Das Essen ist spitze, Schlabberbagels überlässt man Air Berlin. Jeder Sitz hat ein dickes Entertainment System: Video on demand, Musik und natürlich Zocken. Chinesen halt. Bis Novosibirsk hab ich drei Kinofilme durch, von denen zwei noch nicht im Kino liefen und einer irgendwie abgefilmt aussah. Chinesen halt. Danach verdaddel ich noch ein paar Stunden in einer Pokerpartie gegen Mitflieger. Selten war ein so langer Flug so kurz. Der rote Drache macht alles besser.

Chinesen vermehren sich schneller als Deutsche. Also ich meine: sie vermehren sich überhaupt. Und machen alles günstiger und besser. Das macht Angst. Neben mir hackt ein Chinese wild in sein kopiertes IPhone 4G. Die ganze Nacht gibt’s im halbstundentakt frische Getränke – auch Wein ist inklusive. Nach neun Stunden landet das Flugzeug in Peking. Den Boden sieht man wegen Smog schon aus 200m Höhe. Vielleicht erledigt sich der rote Drache doch selbst.

Wir legen uns ab auf ein paar Liegen. Gratis WLAN gibt’s hier auch. Damit man reinkommt muss man seinen Pass an einem Automaten scannen, dieser druckt dann Benutzernamen und Passwort aus. Was stand auf der Rückseite des Immigration-Scheins? „Aliens shall not be employed in China without permisson of the competent authorities of the Chinese government.“ Ich pack mein Che Guevara Tshirt aus, schrei ein sonniges „Viva le Revolución!“ in die unendlichen Weiten des Terminal, suche (und finde!) Ai Wei Wei und mach mich hämisch grinsend an die Arbeit.

China läßt mich am Abend trotzdem ausreisen. Nach 28h on the Road schlagen wir um zwei Uhr Nachts lokaler Zeit in Manila ein. Die Flugzeugtür öffnet sich. 90% Luftfeuchtigkeit explodieren in der Kabine…



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