11 Millionen Gründe

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2011
Sa
23:23
Tag
1618
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Es gibt 11 Millionen Gründe, Manila auf Anhieb zu hassen. Manila ist groß, schwül, laut, schmutzig, und schlimmer als die Fickinger von Pattaya. Mitten in der Nacht kommen wir am Hostel an. Die Karaokeshow nebenan erreicht qualitativ fast semiprofessionellen Level, lautstärketechnisch deutlich mehr. Vier Stunden schlaf später fließe ich dezent gejetlagged durch die morgendlichen Straßen.

Nach drei Minuten will die erste Hure ’ne Zigarette. Dann ’ne Massage. Ich hab heut keine Lust zu massieren. Und ihr Angebot ist zu niedrig. Ich lehne ab und lasse sie etwas dämlich schauend zurück. Ich will eine Simcard und weg aus Manila. Schnelles Frühstück im Hostel, wieder raus und Mietwagen abholen. Der Taxifahrer braucht 15 Minuten für die 5 km Luftlinie, ich mehr als 1,5 Stunden zurück.

Manila bietet 11 Millionen Gründe, nicht Auto fahren zu wollen. Die meisten sprechen Philippinisch. Fünf Fahrspuren sind generell wenigstens sieben, Schilder gibt es kaum, mein Navi will grad mal wieder nicht, schneiden im Sekundentakt gehört zum guten Ton, halten darf man nirgends. Auf der Verlängerung einer Abbiegespur steht ein Arschloch, das glaubt, mich aufgrund seiner Polizeiuniform oder sonstiger Disqualifikation um 35 Euro oder meinen Führerschein abzocken zu dürfen – selbstverständlich ohne Quittung. Darüber regt sich später sogar der Hostel-Eigner auf. Mir reichts. Fuck You, Manila!

Wir brechen auf durch drei Stunden Permastau gen Süden. Stadt wird Trabant wird endlos Slum wird eine Kuh. Dazwischen kassieren die Mauthäuser im 5 km-Rythmus. Ein Koreanisches Restaurant bringt mich mit fettem Gegrille wieder runter auf 170. Uli freut sich, nicht fahren zu müssen. Unser Ziel für heute: Lake Taal, ein See mit Insel in einem Vulkankrater.

Die Lebenserwartung der männlichen Bevölkerung ist in dieser Provinz die niedrigste auf den ganzen Philippinen. Wie die Schmeissfliegen an einem lauen Sommerabend hechten sie bei voller Fahrt vor die Windschutzscheibe. Noch bevor man steht, und das Blut weggewischt hat, rappeln sie sich wieder auf und wollen dir vollkommen überteuerte Bootstouren auf dem See anbieten. Diejenigen Drücker mit polizeiartiken Utensilen haben anscheinend eine gesteigerte Lebenserwartung. Zumindest schauen sie generell älter aus.

Ganz Manila will am Wochenende an den Lake Taal. Das erstes Hotel ist voll, das zweite zu teuer, das dritte zu dreckig. Wir beschließen den See zu umrunden. Straße wird Feldweg wird Dirttrack mitten in der Provinz. Der Wind frischt satt auf, am Südwestende von Lake Taal sind locker 20 Knoten voll auflandig zwischen den eng stehenden Fischerbooten. Mein Navi spinnt mal kurz nicht und sagt uns nach nur zwei Stunden Rallyefeeling, dass wir schon ein Viertel der gefühlten Dreiviertel-Umrundung geschafft haben. Wir fahren zurück nach Tagaytay und quartieren uns im zu teuren Hotel ein. Aus einem geplanten Mittagsschlaf werden acht Stunden. Bloggen um vier Uhr morgens. Der Sonnenaufgang wird sicher geil.

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2 Kommentare

  • tommykrebs schreibt am Mittwoch, 16.11.2011 um 22:41 Uhr:

    das erinnert mich doch sehr an bali. vor allem der verkehr… ich würde mir mehr bilder wünschen, frank…großschreibung geht grad nicht… hab was in der anderen hand…

  • Swen schreibt am Donnerstag, 29.3.2012 um 3:24 Uhr:

    Ich lebe hier nun auf den Philippinen. Ich denke, wer sich wie ein zuviel verdienender Urlauber benimmt, wird auch wie einer behandelt. Wer ein fremdes Land besucht, sollte auch die dort herrschenden Sitten und Gebraeuche respektieren. Die Philippinen sind ein armes Land. Viele der Menschen leben von nicht mal 100.- Euro im Monat (Familie mit 4 oder 5 Kindern!). Wenn diese eine Moeglichkeit sehen, etwas Geld zu verdienen, werden sie versuchen diese zu nutzen! Ist das ein Verbrechen? Und ganz im Ernst- was ist Dir passiert wenn Du zu den Abzockern „Nein“ gesagt hast? Ist Deutschland musst Du befuerchten wenn Du zu einem Zigaretten-Schnorrer „Nein“ sagst, das Du im Krankenhaus aufwachst! Also bitte- etwas mehr Respekt vor fremden Laender, Sitten und Gebraeuchen. Ansonsten bleibe besser in „Good old fuc… Germany!“

    Gruesse von den schoenen Inseln im Sturm!

    Swen

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