Happy Hippie Surf @ Pichilemu

2712
2017
Mi
18:59
Tag
3855
492 views

Pichilemu ist ein kreativer Surfer Hotspot drei Stunden südlich von Santiago. Die Wachstumsphasen der einzigartigen Holzhäuser erkennt man an ihren Jahresringen. Das wunderbare Sirena Insolente Hostel ist voller guter Menschen, jeden Abend gibt es ein Lagerfeuer unter Sternenhimmel, und Weinachten schreibt man hier sowas von ohne h.

Ich schreibe gegen das verlieren. Madrid grinste erst mich an, aber wurde im Laufe des Abends doch von Lukes Macht überzeugt. Es ist gut wie es ist, aber ich weiss auch, dass ich vieles durch meine hohe Reisegeschwindigkeit verliere. Zur Abreise pfeife ich „City of New Orleans“. Das Hostel schläft noch.

Gute Reisende bewundere ich masslos. Sie können genau das, was ich niemals schaffen werde: sie sind da. Wo sie sind. Ich bin stets woanders. Egal wo ich bin. Wenn andere längst Familien planen frag ich mich noch, wo die Kondome liegen.

Das macht mein Leben einzigartig und oftmals schlichtweg verdammt einsam. Doch meistens wunderbar schräg und zumindest für andere Reisende immer wieder lustig. Daheim fragen selbst uralte Freunde häufig auf eine für mich glasklare Feststellung „Was meinst du jetzt damit?“. Hier verstehen Reisende oft auch nicht mehr. Aber statt nach dem Sinn zu fragen lachen sie einfach über den Witz hinter den Worten.

Der Wind bleibt alle drei Tage offline, und keines meiner bisher vier getesteten Klebebänder kann die schwer leckenden Nähte meines Trockenanzugs abdichten. Ich muss einen neuen Neo kaufen und erhöhe damit mein Gepäck auf 42kg. Leider unvermeidbar, denn schon hier ist das Wasser mit 12° C deutlich kälter als Kapstadt.

Die Mietwagenfirma verweigert mir wegen dem gestohlenen Führerschein das Auto für den großen Traum Carreteta Austral Anfang Januar. Ohne das wird’s nix mit Gletscherkiten im Fjord. Auch die Kopie mit Stempel der Botschaft sowie Polizeireport bringen nichts. Einzig ein zweiter Fahrer würde noch helfen, doch jeder hat andere Ziele.

Schwer gefrustet und sehr müde ziehen einen ganzen Tag lang 1.000 weitere Kilometer auf dem Weg nach Patagonien am Busfenster vorbei. Eine Terrortöse unterhält den kompletten Bus stundenlang mit ihrem Handy-Gebrüll. Die Busfirma verdödelt das teure Ticket für den Nachtbus, erstattet nichts und ich darf zweimal zahlen…

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Ein Kommentar

  • Carin Woelky schreibt am Donnerstag, 28.12.2017 um 12:17 Uhr:

    Dein Tempo bei Reisen ist gewaltig. Pack nicht so viel rein. Deine Erlebnisse sind fantastisch. Vielleicht gibt es noch einen Fahrer, der mit dir teilt.

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