Paracas: Kiten mit Flamingos

2211
2017
Mi
18:25
Tag
3820
2 views

Mad Max wurde definitiv vor gut 30 Jahren auf der Panamericana südlich von Lima geboren. Vier dachlose Wände im Nirgendwo verkündigen stolz die Möglichkeit, selbige als Restaurant zu mieten. Vereinzelt stehen verlassene Häuser auf Sand. Hohe Mauern drumherum sichern das Nichts gegen das Nirgendwo. 20 Eisbuden boten einstmals „Helado Artesanal“. Dazwischen brennen immer wieder Müllhalden.

Ein großes Display ruft die goldene Zukunft für deine Familie in einer Urbanización irgendwo im Nirgendwo aus. Das Baugebiet wurde vor Jahren aufgegeben. Sanddünen, Staub, etwas Petrochemie, ein Stahlwerk, hunderte von Trucks mit Altmetall und unglaubliche Armut. Das hier ist die trostloseste Gegen, die ich je durchreiste. (mehr …)

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km 3.315: Lima? Puta Madre!

1711
2017
Fr
19:36
Tag
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Der Bus ins 20 Stunden und 1.300 km südlich gelegenen Lima ist ein Raumschiff auf zehn Rädern. Boardservice und Liegesitze werden vom Unterhaltungsprogramm gekrönt. Vin Dieselt mit voller Lautstärke durch drei an Schwachsinn kaum zu übertreffende Ausgeburten menschlichen Versagens.

Links ziehen ärmste Straßendörfer und staubige Steppe wie in Nordbrasilien an der Panamericana vorüber. Auf der anderen Seite zaubert die Sonne einen Untergang über den Pazifik, zu dem sogar Bob Ross einer abgehen würde. Dann schreit der ganze Bus: „Gooool!“ Peru hat sich zur WM qualifiziert. Peru ist bitter arm – und seine Freude eine Mischung aus Sambodrom, religiösem Fanatismus und DDR. Tagelang. (mehr …)

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Full Moon Party & Kitesurf @ Máncora

1311
2017
Mo
12:03
Tag
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Um sechs Uhr morgens raus aus dem neunstündigen Nachtbus von Ecuador. Mit dem TukTuk ans letzte Beach Hostel. Ausschlafen, Brett aufbauen, aufpumpen, raus aufs Wasser. 22 Knoten sideon auf endlosen Sandstrand hinter wilden Wellen. Ein Schwarm Pelikane zieht vorüber. Sein Solist fischt ungestört neben meinem vorbeiziehenden Kiteboard im Pazifik.

Die Wellen brechen eng und strandnah, kein Vergleich zu Santa Marianita mit seinen endlos smoothen Wellen in angenehmen Abständen. Der Wind hier ist mächtiger, und sideon-Sprünge sind ohnehin spannender über zehn Zentimeter Post-Shorebreak. Máncora sollte weiter oben auf die weltweite Kiter-Karte stehen – viel Platz und viel geboten. Mehr als sieben Kiter auf zwei Kilometer Strand gab es nie binnen einer Woche. (mehr …)

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Panamericana III, km 1.600 : Cuenca

0711
2017
Di
8:11
Tag
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Lateinamerika ist der Kontinent mit den meisten Morden, dem tiefsten Schmerz und heftigstem Leid. Doch gerade hier laufen in jedem Überlandbus die blutrünstigsten Metzler der Filmgeschichte. Auf den ersten Blick mag das etwas verstören. Doch wird der Lenker erst zum Henker ist die Lösung des Mysteriums sofort klar.

Die in jedem Bus verbaute hermetisch blickdichte Trennwand zwischen Fahrgästen und Lenker/Henker dient nicht dem Schutz des letzteren, wie z.B. in Flugzeugen. Sie ist eine Manifestation der Humanität. Ähnlich der Augenbinde der Verurteilten soll sie einzig den Blick der Fahrgäste auf das vor ihnen liegende Schicksal verbauen. (mehr …)

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Amazonass @ Banos

0411
2017
Sa
22:58
Tag
3802
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Das berühmte Thermalbad Banos liegt nur zwei Stunden mit dem Bus entfernt auf der Ostseite des Andenhauptkamms auf 1.800 m. Wir nähern uns dem Amazonas: grüner Regenwald, Bambus und Zuckerrohr zaubern eine ganz andere Welt. Touristenmassen verstopfen die einzige Straße dorthin, und das Gewimmel im Zentrum ist eine willkommene Abwechslung zum sonst wie es schon Andreas Altmann nannte oftmaligem Reisen in einem einsamen Kontinent.

Hier auf der Amazonasseite der Anden hackt der Wind  mit bis zu 30 Knoten das Tal hinab über gestopft volle Thermalpools. Vermutlich wären sie sogar Nick Jacobsen zu voll für seine Kite-Späße. Wir entscheiden uns für ein etwas abseits gelegenes leereres Thermalbad und relaxen im warmen Vulkanwasser, während der Wind mein Handtuch mitreisst. (mehr …)

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Riobamba & Chimborazo

0311
2017
Fr
21:05
Tag
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Am Nationalfeiertag geht es über Ecuadors zweitgrößte Stadt wieder gute 2.700 Höhenmeter und zehn Stunden mit dem Bus rauf vom Pazifik in die Anden. Beim Umsteigen am Terminal Guayaquil fliege ich durch Zehntausende in unendlichen Schlangen vor den Schaltern stehenden Ecuadorianern.

Unter 20 km/h stürmen ganze Armaden von fliegenden Händlern den Bus vorbei am Schild „Prohibido Vendedores / Comida“. Die Wolken hängen tief über den steilen Hängen der Westanden. Dann durchbrechen wir die oberste Schicht und die Sonne strahlt über endlose Hochgebirgstäler und Vulkane. Ich bin hier verabredet mit einer äußerst vielseitigen Designerin aus Quito. (mehr …)

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Die Kampfköter von Santa Marianita

0111
2017
Mi
23:12
Tag
3799
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Mit dem Bus geht es den ersten großen Schritt über zehn Stunden und 3.000 Höhenmeter runter an den Pazifik. Die Liegesitze und Beinfreiheit sind das reinste Paradies. Ich arbeite, blogge und schneide Videos. Die Sonnencreme implodiert und die Gopro geht nicht mehr auf. In Santa Marianita jagen bellende Hunde mein Taxi ins kleine Hostel Punta La Barca direkt am Hang über dem Kite Beach.

Schon beim ersten Spaziergang fallen mich drei Kampfköter der Nachbarin an. Einer beisst mich ordentlich in den Fuß. Antibiotika bügeln die folgende Infektion platt. Ich hatte in meinem Leben vier Hunde, hab Nepalesische Tempelhunde zum singen und Höllenhunde zum schweigen gebracht. Ich kan gut mir Hunden. Bei diesen Scheiss Kampkötern hier hilft nur eines. (mehr …)

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Rucu Pichincha / Cotopaxi Downhill

2710
2017
Fr
23:08
Tag
3794
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Auf der Panamericana II kam mein Vulkanfetisch wegen der Windbegeisterung meiner Mitreisenden leider etwas kurz. In Ecuador lässt sich das jetzt einfach korrigieren: von 84 Vulkanen sind 25 aktiv, und der Rucu Pichincha liegt mit seinen 4.650 m direkt am Stadtrand von Quito. Mit dem Bus geht’s zur Gondel und für wenig Geld rauf auf 3.900 m.

Ein hochalpiner Freund berichtete von schlimmer Höhenkrankheit. Weder in der Tal- noch in der Bergstation gibt es Wasser zu kaufen – und die Vorhersage mit schweren Gewittern scheint heute ausnahmsweise mal zu stimmen. In den Wolken um den Gipfel haben sich vor einiger Zeit zwei Bergsteiger verlaufen. Sie wurden nur noch tot gefunden. (mehr …)

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Quito

2510
2017
Mi
23:47
Tag
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Nachts schaut Quito aus wie ein über stürmische Bergwellen ausgekippter Weihnachtsbaum. Tausende Lichter glitzern über Täler und Berge. Die Häuser klammern sich an Neigungen, denen der TÜV bei uns sogar die Abnahme als Wasserrutsche verweigern würde. Die Überfahrt vom auf fast 3.000 m gelegenen Flughafen ins Zentrum mit Bus und Taxi durch einen einzigen 20 km langen Riesenstau dauert mehr als eineinhalb Stunden.

Mein Hostel ist klein und fein und liegt mitten zwischen Altstadt und neuem Zentrum. El Cafecito serviert besten Hochlandcafe aus eigenem Anbau. Ich bin vier Tage lang der einzige Gast. Das Feuer knistert im Kamin. Alte Jazz Sounds katapultieren mich nach 23 Stunden Anreise schnell ins Bett. (mehr …)

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Deiche brechen richtig

1810
2017
Mi
23:25
Tag
3785
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Als ich 2007  von Seattle bis Los Angeles auf dem Highway Nr. 1  unterwegs war, hatte ich keine Pläne daraus eine Serie zu machen. 2015 ging es  mit wertvollen Reisefreunden 10 Wochen durch 10 Länder und unglaubliche Geschichten von Panama bis Mexico. Dieses Jahr wird es eine Serie. Ab 24. Oktober reise ich für drei Monaten 15.000 km über Land von Ecuador bis Patagonien.

Die Heimat ist fremd. Man sagte  mir gerade, ich dürfe das so sehen. Wenn deine Welt eine andere ist,  dann musst du sie bereisen. Manchmal schleudert dich  ein kleines fehlendes „diesem“ vor einem „Lagerfeuer“ um sieben Uhr morgens in den Weltraum. Und manchmal erdet dich ein lieber Verrückter, der behauptet du seist der normalste Mensch, den er kenne. (mehr …)

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