Do
00:23
Tag
2806

Rastafari-Schlumpfhausen: Bocas del toro

Wir verlassen die Panamericana für einige hundert Kilometer Richtung Karibik. Der Weg führt gut 200 Kilometer über die bis zu 2.200 m hohen nebelverhangenen Regenwald-Berge der Reserva forestal de fortuna hinunter zu den Bocas del toro. Mit dem Boot geht es einige Kilometer weiter auf die Insel Colon. Jeder Backpacker zwischen Alaska und Feuerand macht hier Halt.

Zum Sonnenuntergang erreichen wir das Schlumpfhausen der Rastafaris. Es riecht nach Geld, Gras und Hibiskus. Die Holzhäuser sind unendlich bunt, teils kaputt, teils nobelst renoviert und bilden ein wunderbar einheitliches Ganzes. Bukowski hätte unser Hotelzimmer geliebt: dunkel, muffig-siffig, aber unschlagbar günstig und in der Mitte von dutzenden Bars. [weiterlesen]

Di
02:00
Tag
2804

Panamericana, km 532: Boquete

Die Panamericana ist der Monstertruck unter den Strassen der Welt. Die Dünne des von Alaska bis Feuerland reichenden Fadens macht sie zur altehrwürdigen Grande Dame unter den Roadtrip-Grundlagen. Ewan McGregor ritt sie mit dem Motorbike gen Süden. Wir mit unseren Kites nach Norden.

Am ersten Morgen der Reise war die über den Panama-Kanal spannende Puente de las Americas mein erstes Ziel. Heute ist es Boquete am Fuss des 3.500 m hohen Vulkans Barú im Norden von Panama. Km 532. Zehn Stunden, vier Busse und einen netten Panameño nord-westlich von Punta Chame bin ich erst mal ziemlich erschlagen von unendlichen Weiten. Die Panamericana hat erstmals zugebissen. [weiterlesen]

So
01:56
Tag
2802

Punta Chame

John Wayne hatte hier ums Eck mal eine Insel. Sie ist jetzt Disneyworld. Punta Chame ist anders. Am Ende einer langen Halbinsel 100 km nördlich Panama City gelegen strotzen einsam leerstehende Ferienunterkünfte reicher Panamenos dem starken Wind. Der kiffende Belgische Koch unserer Französischen Fazienda schleppt uns mit auf eine Kiter-Party am Ende der Strasse.

Der Hochglanz-Appartment-Block mit Jaccuzi steht unter der Woche leer. Der Reggae erinnert an die Rooftop-Bar auf den Kap Verden, aber das Gras riecht viel besser. Schnell erachte ich Jack Nicholson als einen möglichen Nachbarn. Das Gefühl bekämpfe ich erfolgreich mit dem auf das Spanische Wort für „Opa“ lautenden Rum. Bis mir ein mit einem Schlachtermesser in Zitronen pulender Ansbacher Perma-Reisender erzählt, ich hätte gerade Haifisch verzehrt. [weiterlesen]

Mo
03:29
Tag
2796

Oh wie schön ist Panama City!

Ghandi lag gar nicht so falsch. Das Leben ist Leid. Er vergass aber anzuhängen, dass erst dadurch die Schönheit dazwischen erstrahlt. Panama City hätte ihm sicher gefallen. Hier stehen neueste Hochglanz-Wolkenkratzer neben einer unter UNESCO Welterbe stehenden völlig verfallenen Altstadt. Morgens um sieben scheint die Sonne fahl auf mit Stahlträgern abgestützte leere Gebäudehüllen.

Nach der Tour durchs Casco Antiguo wandere ich ein paar Kilometer weiter auf die Punete de las Americas. Hier überquert die Panamericana den Panama-Kanal. Irgendwann ist die nie benutze schmale linke Fussgängerspur zuende. Ich wechsle auf die andere Seite und gehorche den hier massig vorhandenen „Betreten verboten“-Schildern. Der Kanal gehört den Amis, die Brücke vermutlich auch, und mit Römern sollte sich nur Asterix anlegen. [weiterlesen]

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