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Terminal: Muskat, Oman

Brennende Gasflammen der Ölbohrtürme verwandeln die Nacht über Iran in einen morgenländischen Weihnachtsbaum. Danach winden sich  festbeleuchtete Lichtschlangen-Straßen hinter Dubai in die Wüste. Kurz darauf landen wir in Muskat. Oman Air erhält für den Flug im neuesten Dreamliner nach Sansibar gerade mal 27 der 203 €. Über Öl-Wunder wundert man sich nicht.

Ich schlafe am Flughafen ein und träume von einem Türken, der zwei Thailändischen Working Girls aus Pattaya die Vorzüge von Chicken-Döner erläutert. Langsam erwachend bin ich hellauf begeistert, so einen Bockmist doch nicht geträumt zu haben. Er passiert gerade live neben mir. Jetzt tauschen sie Massagepreise aus. Spontanes Grinsen verhindert weiterschlafen.

Ein einbeiniger Ingolstädter, den ich ob heute anscheinend tiefergelegter Prosopagnosie bereits fragte, ob er sich was gebrochen habe, sitzt frustriert vor dem einzigen Raucherbereich des Terminals. Den Flughafen hatte er für unseren achtzehnstündigen Stopover bereits verlassen, aber 400$ pro Person in einem günstigen Hotel war ihm dann wohl doch etwas zuviel für ein Mittagsschläfchen. Jetzt überlegt er noch eine rauchen zu gehen. Aber in dieser Gaskammer hat seit Äonen kein Mensch mehr als zwei Kippen überlebt.

High Noon. Ein Inder und ein Pakistani streiten sich lautstark auf Englisch um die letzte freie Schlafliege mit Panoramablick auf den zehn mal größeren neuen Terminal. Bis zu dessen Fertigstellung ist der Lebensraum im alten ob der extrem bunt gemischten internationalen Besuchermassen leicht eingeschränkt. Dass der Pakistani unter diesen Umständen das Argument „Nuclear power“ in die Waagschale im Kampf um die Liege wirft, finde ich gar nicht so unangemessen, schlafe aber trotzdem vorsichtshalber nochmal in einem weit entfernten Terminal-Bereich auf dem Boden.

Erst am Nachmittag ergattere  auch ich eine Schlafliege – nur um gerade eingeschlafen festzustellen, dass das Geschrei von vier Chinesischen Kleinkindern anscheinend locker zwei Atommächte in die Flucht schlagen kann. Die IAEO hatte bei den Verhandlungen im Iran sicher auch Familienanhang dabei.

Am Abend gleicht der Terminal einem Schlachtfeld in Gold und Marmor. Echte arabische Männer ziehen das Klistier eindeutig dem Klopapier vor. Die Toiletten sehen eher wie Duschen aus, was westlichen Reisenden grandiose Optionen zur Verfeinerung der Technik bietet. Gegen Mitternacht geht’s endlich weiter nach Tansania. Auf einmal steht der gute Amsterdamer Koon von vor zwei Jahren auf Sri Lanka hinter mir. You’ll never kite alone. Lustiger Tag, aber ich bin auch fix und alle…

 



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1 Kommentar zu “ Terminal: Muskat, Oman ”

Danke Frank für die 1. Impressionen aus 1001 Nacht. Wünsche weiterhin gute Reise und viele neue Erfahrungen.

Kommentar von Peter am 20.1.2016

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