Mount Cook & Buscot Station

0502
2013
Di
5:48
Tag
2069
1983 views

Ein Donnern rollt vom Sefton Gletscher über Mount Cook Village hinweg. Auf 2300 m sehen wir eine große Lawine abgehen. Nach fast zwei Wochen Sonnenschein und Temperaturen von teilweise über 30° in Neuseeland ist das kein Wunder. Am späten Nachmittag geht eine weitere Lawine ab, die wir aber nur hören.

Jede Reise ist anders. Ich war schon beim Mount Cook, aber gesehen habe ich ihn nicht. Der Hooker Valley Track führt über große Hängebrücken und reissende Gletscherflüsse bis zum Hooker Lake vor dem Mount Cook. Heute ist nochmal Kaiserwetter. Blaues Gletschereis treibt im weissen Wasser. Kalter Wind kommt vom Gletscher, am späten Nachmittag ziehen Wolken auf.

Wir hatten gerade nochmal Glück. Auf die hochalpine Mueller Hut schaffen wir es nicht mehr, die Vorhersage für den nächsten Tag lautet Gewitterstürme, Regen und Schnee bis weit nach unten. Ich hab mir vom Routeburn Track und dem Kiten auf dem kalten Lake Wakatipu eine Erkältung eingefangen. Zeit für eine kleine Pause.

Die Landschaft südlich des Mount Cook National Parks ist einzigartig: unendliche weite Ebenen voller Tussockgras und sanfte hohe Berge bis auf 2.000 m. Wir schlafen heute auf einer echten Farm, der Buscot Station. Deren Besitzer und Herr über 11.000 Schafe ist der gebildestste Farmer, der mir auf allen meinen Reisen je begegnet ist.

Von aktueller Neuseeländischer Politik schwenkt er über zu Reduktion der Crystal-Meth-Süchtigen, schlägt geschickt einen Hakern zu spannenden Crime-Stories, wechselt dann schlagartig zu einer Analyse der Beziehungen zwischen Israel und Palestina, ohne die anwesenden Israelis zu verärgern. Dazwischen etwas Superbowl und Amusement über den Blackout. Abends dann Infos über Merino Schafe und die Auswirkungen des Kyoto-Protokolls auf Neuseeländischen Züchter. Die Diskussion über Schröders Wechsel zu Gazprom führen wir teilweise in Deutsch, denn in die Schweiz wollte der Gentleman-Farmer auch schon mal auswandern. Große Gastfreundschaft und gute Menschen in einer Umgebung, die eher viktorianisches Herrenhaus denn Farm ist.

In der Nacht zieht ein dickes Tiefdruckgebiet mit schweren Stürmen über Neuseeland. Die Temperatur fällt um 25°, auf den Bergen oberhalb 1.400 m fällt Neuschnee zu Beginn des Neuseeländischen Augusts. Dunkle Regenwolken und helle Sonnenflecken malen am morgen eine unwirkliche Landschaft. Schaf Annabelle blökt uns zum Abschied hinterher.

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