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Hinterm Horizont geht’s weiter…

Es ist schwer dran zu glauben, wenn man vor lauter siffigem kalten Herbstnebel noch nicht mal den Horizont sehen kann. Irgendwann am Nachmittag reisst dann der Nebel auf. Man sieht kurz den Horizont hinter den brennenden Herbstblättern. Schaut die Herbstblätter an. Grinst in die Sonne. Dann stellt man wieder den Focus auf die Ferne. Und in null komma nix ist es wieder dunkel, kalt und nass.

Auf der Weltreise ist mir das gar nicht aufgefallen, wie warm es war. Jetzt dafür umso drastischer, wie kalt es ist. Ich friere permanent, sehne mich nach den Palmen Fijis, den Wüsten Nevadas, dem Dschungel Thailands und sogar nach dem blöden Australischen Outback. Kettcar hierzu: Zu erkennen, dass man glücklich war ist leicht. Zu erkennen, dass man glücklich ist, ist Kunst.

Das Webdesign läuft gut, und ich bin sehr glücklich, dass meine Arbeit gerade wenig mit Design als viel mehr mit Suchmaschinenoptimierung und Datenbanken zu tun hat. Design erfordert Inspiration, meine jetzige Arbeit erfordert Wissen und Ausdauer. Ich bin uninspiriert wie ein brennender Herbstbaum an den letzten Sonnentagen. Schaut nett aus, aber weiter geht’s nur mit Ausdauer.

Was hat sich getan seitdem ich wieder hier bin? Ich mag das Wort „daheim“ auch nach vier Monaten noch nicht. Mit dem Gefühl bin ich nicht allein, es geht vielen Weltreisenden so, wie ich vor kurzem im Weltreiseforum erfahren habe. Trotzdem fühlt es sich so an. Das schöne auf der Reise war, dass nur die Sachen wichtig waren, die du tragen kannst. Jetzt ist es schwer, wieder etwas zu finden, dass ich tragen will.

Freunde basteln Leben, heiraten, machen Kinder, pflanzen Bäume oder hören noch kurz vor dem Aufheben des Kneipenrauchverbots mit dem Rauchen auf. Ich steh am Fenster, schau über’s kleine Dorf und frag mich ob’s hier das große geträumte Leben geben kann, oder ob ich dazu noch eine weitere Weltreise machen muss.

Was spricht dagegen? Auch wenn die depperten Aussies bis zu 8 Euro für die Stunde Internet nehmen: kein Job ist örtlich ungebundener. Okay…in Fiji kontte ich nur einhändig Surfen. Die andere Hand hielt zwei Stunden das Handy nach oben für den Empfang. Ich setze mich also hin und schreibe: Sponsoren für Weltreise gesucht. Eine Stunde. Dann speichere ich die Email unter „Entwürfe“. Dort liegt sie jetzt.

Seit Wochen will ich wieder weg, suche einen günstigen Flug in die Karibik. Aber es gibt nix. Ich steck fest im siffigen kalten Deutschen Herbst. Was bleibt? Mal wieder etwas Blog schreiben. Damit er keinen Schimmel ansetzt. Es ist mir unbegreiflich, dass ich wirklich mal gedacht hab, ich könnte meine Heimat nicht verlassen. Fast so unbegreiflich, wie die Tatsache, dass ich sie irgendwie nicht mehr sehen kann.



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5 Kommentare zu “ Hinterm Horizont geht’s weiter… ”

i kenn di zwar net, aber mir gehts seid 1,5 jahren wie dir. du hast den vorteil das du überall auf der welt geld fürs leben machen kannst, mit dem was du kannst/machst. so was ist deine ausrede hier zu bleiben??

lg seppi

Kommentar von seppi am 11.10.2008

Im großen und ganzen eigentlich nur die Gründe die in der guten alten Sanostol Werbung angegeben wurden. Also eigentlich keine…

Kommentar von ff-webdesigner am 12.10.2008

*lol*

lets meet in capetown then.

Kommentar von seppi am 12.10.2008

Nene Du, ich mag keine Haie. Ich geh morgen lieber die Schildkröten von Cabarete rippen :-)

Kommentar von ff-webdesigner am 13.10.2008

auch net schlecht, solltest aber besser auch net schnorcheln dort. könnt sein das dir das net gefällt was siehst. btw wo hastn den flug billig bekommen, falls er günstig war.

hang loose

Kommentar von seppi am 13.10.2008

Du hast was zu sagen? Dann schreib!

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