Dominikanische Republik mit dem Jeep

2510
2008
Sa
21:29
Tag
505
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Wir mieten uns für zwei Tage einen Jeep. Am ersten Tag begleiten uns drei junge Franzosen aus Martinique. Unser erster Stopp ist der Playa Grande, einer der schönsten Strände der Dominikanischen Republik. Unser Frühstück wird direkt am Strand serviert: Gegrillter Red Snapper mit frittierten Bananen, Reis und Salat. Wir schauen den Surfern in den großen Wellen zu. Die netten Köche kassieren perverse Preise.

Ich bin während meinen vier Besuchen in der Dominikanischen Republik bestimmt 2000 km Motorrad gefahren. Schlecht waren die Straßen schon immer. Alle fuhren wie die Deppen, siehe „Verkehrt in der Dominikanischen Republik„. Aber so schlecht wie jetzt waren die Straßen noch nie.

Das ständige bis zu 25cm tiefen Schlaglöcher ausweichen ähnelt dem C64-Klassiker Frogger. Auf was anderes kann man sich nicht konzentrieren. Nach knapp 200km und 3,5 Stunden bin ich in Samana fix und alle. Auch hier machen die Fischer wieder den großen Zampano, wollen den fünffachen Preis für den Transfer zum Cayo Levantado, dem Prototypen einer karibischen Traum-Insel.

Vor vier Jahren war das Cayo Levantado traumhaft. Ein voller Strand, leicht zu vermeiden auf den restlichen 90 leeren Prozent der Insel. Ein verrottetes altes Hotel, das wohl nie renoviert werden würde. Pelikane, weisser Sand, Palmen, Korallen und Fische in kristallblauem Wasser. Diese Zeit ist leider vorbei. Ein fünf Sterne Resort hat 90% der Insel aufgekauft und abgeriegelt. Man kann nur noch an einen überfüllten verseuchten Strand. Aus.

Auf dem Rückweg ziehen Regenwolken auf. Es regnet so heftig, dass über die Spanngurte, mit denen wir unsere Kiteboards auf dem Softtop befestigt haben, Sturzbäche ins Wageninnere laufen. Die Rückbank beschäftigt sich im MacGyver Stil mit dem Bauen von Regenauffanggefäßen.

Ich bin einmal kurz nicht bei der Sache. Nach insgesamt fünf Stunden permanentem Schlagloch-Slalom übersehe ich im strömenden Regen ein tiefes Loch. Resultat: ein geplatzter Hinterreifen. Einen Wagenheber gibt’s in dem Jeep leider nicht. Sonderangebot eben. Ein Militär hält an, gibt uns seinen Heber und wir montieren das Ersatzrad.

An der nächsten Tanke lassen wir den Reifen wechseln. Den passenden gibts auf dem kleinen Haufen nicht, aber das ist nicht schlimm. Unser Jeep hatte ohnehin schon drei verschiedene Reifen. Jetzt hat er vier verschiedene.

Zu behaupten, nach einem Besuch in Vietnam ist der Verkehr in der Dominikanischen Republik fast paradiesisch war ein Trugschluss. Ich bin aber auch noch nie an einem Samstag in der Dämmerung gefahren. Samstag trinken alle Dominikaner. Ordentlich. Da es in der ganzen Dominikanischen Republik keinerlei Alkoholtester gibt, fährt natürlich auch jeder. Sturzbesoffen.

Ich vermeide binnen einer Stunde nach Dämmerung mindestens fünf Zusammenstöße. Roller ohne Licht kommen auf der rechten Seite entgegen, Kinder springen auf die Straße, Jeeps rammen beinahe von links. Jeder Idiot blendet auf, das eigene Licht reicht fünf Meter weit. Eine Merengue-Kneipe nach der anderen, in jedem Dorf, überall Besoffene, laute Musik und drohende Gefahren aus allen Richtungen. Nach einer Stunde in der Dunkelheit kommen wir heil in Cabarete an. Sabine nennt mich Held, ich fühl mich so und rate jedem von einer Tour nach Einbruch der Dunkelheit ab.

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