Do
22:10
Tag
1700

Die letzte Passage

Unsere letzte gemeinsame Passage auf den Philippinen ist wie das Reisen hier immer war: anstrengend und abenteuerlich. Früh morgens fahren wir mit dem Trike durch strömenden Regen zum Magdiwan Pier. Die 50 m lange RoRo-Fähre der Montenegro Lines wird in schwerem Seegang von großen Brechern erschüttert. Die Gischt spritzt bis auf’s Promenadendeck in fünf Metern Höhe. Das Gehen erinnert an Oktoberfest nach vier Maß.

Max hat zwei Tage am Guting-Guiting nichts ordentliches gegessen. Im Romblon Deli ordert er gleich zwei Pizze zu 45 cm. Danach ein billiges Zimmer und ausschlafen. Heute geht’s nicht mehr weiter. Abends verdrücken wir den Rest der Pizza und schlürfen den letzten Gin-Tonic auf Romblon. Wir haben seit Tagen keinen einzigen Reisenden gesehen, Touristen sowieso nicht. [weiterlesen]

Mi
11:47
Tag
1699

Mount Guiting-Guiting

by Mad Max. Mt. Guiting-Guiting, the toughest Mountain of the Philippines – dieser Berg fasziniert mich, seit ich ihn das erste Mal auf Boracay bei gutem Wetter vor über einer Woche gesehen hab, und das sind über 100km Entfernung. Die Tour erstreckt sich über drei Tage, ich will alles zusammen in zwei Tagen machen.

Ein tougher Zeitplan und vielleicht etwas Übermut? Wird sich herausstellen. Guiting-Guiting bedeutet soviel wie Schere. Der Gipfel, der spitz wie eine Schere aus dem Umland in den Himmel sticht hängt allerdings im Nebel. Nach unserer sonnigen Mopedtour die letzten Tage könnten wir allerdings Glück haben mit dem Wetter. Ich nehme Franks Angebot gerne an und verfasse den Bericht über den Berg, nachdem sich unsere Wege für zwei Tage getrennt haben. [weiterlesen]

Di
22:47
Tag
1698

Von kleinen Dörfern

Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Meine Kindheit dort war irgendwas zwischen langweilig und grausam. Erst als ich in die große Stadt zog wurde das Leben besser. Jetzt bin ich dort glücklich. Und trotzdem: auf allen meinen Reisen sind mir immer wieder die kleinen Dörfer der Himmel auf Erden. Magdiwan ist ein solches kleines Dorf.

Vor der Schule spielen die Jungen Basketball. Eine große Aufschrift ziert den Eingang: “Elementary School”. Direkt dahinter eine Wand: “You are entering a drug-free Zone”. Der Marktplatz. Es gibt wenig zu kaufen, aber vielleicht gerade deswegen genug. Die Trike-Fahrer dösen in der Sonne. Ich rüste meinen Sonnenbrillen-Bestand auf. Der Wind luscht heute. Es stört nicht. Ruhe im Dorf. [weiterlesen]

So
22:45
Tag
1696

Touring Sibuyan

Ich hatte das kaputte Bike gestern einfach am Straßenrand stehen lassen. Heute morgen steht es wieder vor der Tür. Kommentar: “Läuft!” Ich sag “Nein, das Ding ist kaputt, der Motor geht immer wieder aus, und irgendwann geht gar nix mehr. Ich will nicht schon wieder schieben!”. Aber die Vermierter bleiben hart. Letztendlich schwinge ich mich wieder auf die angeschlagene Zweirad-Flak. Wir fahren auf der Westseite Sibuyans nach Süden.

Schon bald hört die betonierte Straße auf. Die Schotterpisten führt durch grünen Dschungel, links hohe Berge und rechts das blaue Meer. An der ersten kernigen Steigung stottert der Motor wieder. An der nächsten geht er aus. Ich fang einfach an zu schreien, laut und lang. Ein Philippino kommt angelaufen. Und hilft mir sofort. Sie haben nichts und geben alles, immer. [weiterlesen]

Sa
21:56
Tag
1695

Sibuyan Soder-Schedl

Sibuiyan ist eine Insel voll ab vom Schuss. Mitten in den Visayas, aber schwer zu erreichen. War schon immer so. In der letzten Eiszeit abgeschnitten von allen anderen Teilen der Philippinen gibt es hier heute viele endemische Arten. Manche sind schwer zu finden, andere unübersehbar. Heute schreibe ich über eine dieser Lebensformen: den Sibuyan Soder-Schedl.

Er quatscht den ganzen Tag ausnahmslos gequirlten Bockmist. Dem ersten Vertreter dieser Gattung trafen wir schon Tags zuvor im Romblon Deli. Wir fragten nicht nach seiner Meinung. Er sagte sie uns trotzdem. Natürlich lagen wir mit der unseren vollkommen falsch. Auf der Fähre am nächsten Morgen macht er das nochmal ganz klar. Ich mime Seekrankheit, um dem Schwall seiner Worte zu entkommen. [weiterlesen]

Fr
23:13
Tag
1694

Jeepney-Surfen

Ich liege auf dem Kitebag am Rande einer wenig befahrenen Straße und schaue in den Himmel. Hinter einem großen Ficus ziehen Wolken vorbei. Neben mir sitzt die lokale Mopped-Gang im Schatten des Palavers. Kücken fiepen, Hennen gackern, Hähne schreien. Kinder lachen, Mädchen singen, Männer streiten. Ein Schwein grunzt. Der Wind raschelt in den Blättern der Bäume.

In der Schule nebenan unterrichten die Lehrer. Im Dorf spielt ein Radio philippinische Evergreens. Ein Hund bellt. Die ausgebüchste Ziege frißt die Blumen vor der Kirche. Der Polizist schmeisst einen Stein nach ihr. Vögel zwitschern. Das Reisfeld wiegt im Wind. Eine Frau hängt Wäsche auf. Den Jeepney hört man Dank seines Motors lange bevor man ihn sieht. Alles ist: gut. [weiterlesen]

Do
23:01
Tag
1686

Die müden Massen

Überall: Masse. In ihren Ausmassen um ein Vielfaches geringer als zu Silvester. Dafür um ein Vielfaches träger. Wo noch vor ein paar Tagen Wölfe um steppende Bären tanzten ächzen jetzt Chilloutsäcke unter der Masse müder Leiber. Zur endlosen Wiederholung dieses Anblicks von Bar zu Bar zu Disco dröhnt mir “You are not alone” im Schädel.

Auch ich bin unendlich müde vom Nichtstun. Nichtstun, das heisst fünf Tage Flaute mit 10 Stunden Arbeit am Tag überbrücken. Im Bett. Sobald ich das Bett verlasse, werde ich müde. Wir schauen uns “Into the Wild” an – Boracay ist dafür der unpassendste aller vorstellbaren Orte. Chris McCandless strebte danach, die Dinge beim Namen zu nennen. Meine wertvollen Ziele ertrinken einstweilen im 50 cm tiefen Fischteich Boracays. [weiterlesen]

Mo
08:45
Tag
1683

Borawhy?

Besuchen Sie Boracay! Warum? Wir haben den schönsten Strand der Philippinen! Manchmal sieht man ihn sogar vor lauter Menschen. Geniessen Sie gutes Essen aus aller Herren Ländern – zu Preisen die sie garantiert auf den Magen schlagen. Boracay setzte mit seinen 14.000 Einwohnern 2010 rund 14 Milliarden US-Dollar um – das sind drei Milliarden mehr als Manila mit seinen 12 Millionen Einwohnern.

Wir brauchen Sie zur Sicherung dieses Standards! Verzeihen Sie uns die deutliche Korrektur der offiziellen Besucherzahlen nach unten – bei korrekter Angabe müssten wir eine deutlich größere Kläranlage anschaffen, und die Kacke würde nicht auf den Straßen verrotten. Wir wollen die saftige Ökotourismus-Steuer nicht vergeuden zur Anschaffung überflüssiger Mülleimer. [weiterlesen]

Sa
06:40
Tag
1681

Kein www in Looc

Meine Kunden machen grad so einiges mit. Selbst auf den hinterletzten Inseln von Fiji war die Verbindung vor vier Jahren deutlich besser: es gab eine Verbindung. Für diese Reise habe ich mich gut vorbereitet. Die Philippinen seien mobilfunktechnisch eines der fortschrittlichsten Länder Asiens. Ich weiss, welcher Anbieter auf welcher Insel besser ist, hab Handy und SIM-Card.

Doch was nutzt das alles? Nichts, nichts, und nochmal nichts! Internet auf den Philippinen ist eine einzige Katastrophe. Jetzt bin ich in Looc, Hauptstadt der großen Insel Tablas. Kein Internetshop hat eine Verbindung. Das Handynetz schmeisst mich alle 30 Sekunden raus. Wäre nicht so schlimm. Aber schon die Google Startseite braucht über eine Minute zum laden. [weiterlesen]

Fr
06:51
Tag
1680

Goodbye to friends

Was ich am Reisen so mag? Reisen ist Leben durch die Lupe. Man sieht alles schärfer, fokussierter. Oft ist Reisen ein Brennglas, vor allem nach wolkigen Tagen. Manchmal ist es schwer sich zu entscheiden: Stroh oder Holzkohle? Ich sehe Menschen verbrennen und ich höre glühende Geschichten. Aber vor allem ist Reisen eines: Die Reduktion auf das wesentliche.

Du spürst jedes Gramm Gepäck, das du nicht wirklich brauchst. Du vergeudest alles Geld, das du nicht wirklich benötigst. Du vergisst alles, woran du dich nicht wirklich erinnerst. Du findest nur, was du nicht krampfhaft suchst. Und das wichtigste: Freunde kommen und gehen. Solange du stillstehst, ist bleiben nur Zufall. Doch Freunde auf Reisen bleiben, egal wo du bist. [weiterlesen]

Do
13:32
Tag
1679

Lustig tauchen mit Quallen

An unserem letzten gemeinsamen Tag gehe ich mit Dave und Miri zum Tauchen. Mit der kleinen Bangka von 3P geht’s raus zur Insel Logbon. Das Wetter ist endlich mal wieder gut – die letzten Tage hat es oft heftig geschüttet. Am Coral Canyon tauchen wir ab: ein paar kleine Fische, bunte Korallen, nichts besonderes. Der Dive ist gut doppelt so teuer wie im Roten Meer – und da gibt es deutlich mehr zu sehen. Ich bin etwas enttäuscht.

Auf einmal schwebt viel Kleinvieh im Wasser. Mein Gesicht fängt sofort stark zu brennen an. Ich schütze mich notdürftig mit den Händen. Aber es ist zu spät. Wir tauchen durch einen netten Quallenschwarm. Alle offenen Hautstellen werden ordentlich genesselt. An Händen und Fussgelenken ist es erträglich. Im Gesicht brennt es schlimm. Tolles Souvenir. [weiterlesen]

Mi
08:10
Tag
1678

Romblon: Armut & Schönheit in Marmor

Romblon ist berühmt für seinen Marmor. Alles hier ist aus Marmor. Fliesen, Waschbecken, Zaunpfähle, sogar Straßenlaternen. Romblon ist nicht reich, aber es gibt genug Stein und Arbeitskraft. Die Einheimischen leben gut zusammen mit den Ausländern. Die Mischung ist angenehm. Auf Boracay gibt’s kaum irgendwas, was Philippinos gehört. Angeblich fast alles Koreanisches Schwarzgeld. 

Ich miete mir ein Chinesisches Dirt-Bike und fahre einmal rund um Romblon. Der Weg ist gerade mal 50 km lang, aber recht kernig. Auch hier gab es vor wenigen Tagen starken Regen und Überflutungen. Auch wenn die Straße mal geteert ist, ist kein großer Unterschied zum sonstigen Feldweg auszumachen. Bäche und Straßen, alles eins. [weiterlesen]

Di
14:09
Tag
1677

Reise nach Romblon

Auf den kleinen Inseln ist das Reisen schwer, aber auch wertvoll. Ein Jeep bringt uns zum drei Kilometer entfernten Highway. Nach einiger Zeit kommt ein Jeepney vorbei, der uns ins zwei Stunden entfernte San Augustin im Norden von Tablas mitnimmt. Die Überfahrt nach Romblon mit der großen Bangka wird wieder heftig. Sogar eine Philippina wird seekrank – gleichzusetzen mit einem im Wasser ertrinkenden Fisch.

Ich erinnere mich an meine erste Fahrt mit der Bangka über’s offene Meer. Ich hatte ordentlich Angst nach all den gehörten Horrorstories. Jetzt macht sich Fatalismus breit, gekoppelt mit dem Wissen, daß ich weiter schwimmen kann als die meisten anderen Passagiere. Oder vielmehr, daß ich überhaupt schwimmen kann. Mein Kopf schaukelt ruhig im Seegang. [weiterlesen]

So
23:56
Tag
1675

Zuviel Hackwind auf Tablas

Noch vor fünf Uhr morgens brechen Chris und ich mit dem Bike zum Hafen auf der anderen Seite Carabaos auf. Frühstück und Dusche fallen aus und der Schlaf jenseits vier Stunden fallen aus. Eindeutiger Vorteil: Sir Tanduhays Hangover holt mich bei dieser Reisegeschwindigkeit nicht mehr ein. Im Dunkeln geht es mit dem Bike über nasse Berge. Es hat fast die ganze Nacht heftig geregnet.

Die große Bangka läuft mit über einer Stunde Verspätung aus, da die Ebbe heute sehr niedrig steht. Prompt schlägt die erste der drei abfahrenden Bangkas auf dem Riff auf – zum Glück ohne Folgen. Der Seegang ist mit über zwei Metern sehr herb. Plastikplanen werden heruntergelassen. Sie halten notdürftig das Wasser draußen, verstärken aber auch mit dem Seegang die Optionen auf Seekrankheit. [weiterlesen]

Sa
23:55
Tag
1674

Die Leibeigenen von Carabao

Carabao scheint einzig zu existieren, um Boracay zu versorgen. Carabao ist die Insel der Leibeigenen. Alles wird nach Boracay gebracht. Arbeitskräfte und lebende Kühe auf Bangkas. Mangos, Ananas, Bananen, Reis. Noch nicht mal Fisch kann man auf dieser Insel voller Fischer kaufen. Was hier bleibt ist ein großes Nichts. Nichts ist deutlich besser als Boracay. 

Es gibt kaum was zu essen, doch das wenige schmeckt besser. Auch wenn man keine Auswahl hat: sie ist  trotzdem viel freier. Carabao ist tagsüber auffallend menschenleer. Doch nach ihren zehn-Stunden-Schichten auf Boracay freuen sich die Bewohner über Besucher. Das Internet pfeifft aus dem letzten Loch, aber dei wenigen Minuten werden gut genutzt. [weiterlesen]

Do
18:02
Tag
1672

Bye bye, Boracay!

Ich bin schon fast glücklich, als es mal einen Tag regnet. Mit der Arbeit komme ich kaum hinterher, das Kiten ist gut aber auch recht plättend und immer gefolgt von anstrengenden Nächten. Täglich sind wir auf wenigstens drei guten Konzerten. Ein Drink in den Bars am White Beach kostet oft mehr als eine komplette Flasche Rum plus Eis und Becher im teuren Supermarkt. Ich zähle das Geld nicht mehr, sonst müsste ich permanent schreien.

Was ich am meisten vermisse sind Abenteuer und Geschichten. Alles hier ist 100% geplant, zuverlässig und läuft mit der grau- samen Eintönigkeit eines Uhrwerks ab. Die beste Geschichte die ich binnen einer Woche auf Boracay höre ist die von der Ukrainierin, deren Mitbewohnerin sie gleich zwei Nächte nacheinander aus dem Zimmer sperrt. Gibt bessere Geschichten. [weiterlesen]

Mo
19:50
Tag
1669

Boracay is killing me…

Mit einer Ukrainerin fahre ich einen Tag rauf an die Nordpsitze Boracays. Der Puka Beach wird beschrieben als einsamer Strand. Gemessen am White Beach fallen die 200 Menschen dort tatsächlich kaum auf. Der starke Shorebreak fetzt etliche Badende weg. Ich bau den Kite auf, aber der Wind macht heute mal Pause. Ich auch. Mir fällt auf, dass ich in den letzten sieben Wochen erst einmal einfach nur am Strand gelegen bin.

Abends kommen David und Miri von Bohol via Cebu an. Wir feiern seinen Geburtstag ordentlich mit Barbecue und einigen Gin Tonics in einer Bar mit guter Live-Musik nach. Boracay frisst meine Kondition. Ich bin ständig müde und abends beim ausgehen schnell schlapp. Auch heute wieder. Irgendwie überlebe ich an solchen Orten immer nur. Leben tu ich an anderen. [weiterlesen]

Sa
21:56
Tag
1667

Silvester auf Boracay

Ich bin froh, gute Menschen um mich zu haben zum Jahreswechsel. Silvester auf Boracay ist ein absolutes Tollhaus. In der Wüste alleine sein ist okay, aber an solchen Plätzen tödlich. Wir treffen uns in einem kleinen Restaurant. Mein Dank für die Gesellschaft ist eine große Flasche Rum. Sie ist schnell leer, der Strand gestopft voll. Auf dreieinhalb Kilometern feiern Zehntausende von Menschen zu einem gigantischen Feuerwerk.

Philippinos leben nur im Jetzt. Ausser an Silvester. Das Feuerwerk beginnt schon lange vor Mitternacht, und das ist bei der Menge auch nötig. Die Nacht ist der Tag, rauchen am Strand verboten, und der Sound überall geich. Wir gehen lange vor und zurück, bis wir an einem guten Platz ankommen. Alles ist gut und nichts perfekt. Dann mach ich die Ohren auf und höre eine Geschichte. [weiterlesen]

Do
13:31
Tag
1665

Ankunft im Kiter-Mekka

Boracay ist Kitern einer der weltweit heiligsten Plätze. Auf meinem Hadsch habe ich gefastet, gebetet, geflucht, gelitten und gesündigt. Als ich vor zwei Monaten die Google Karte für die Reise anlegte, nannte ich sie “The Grand Philippines Kite Odyssey”. Wie treffend das war weiss ich erst jetzt. 5000 km auf Bike, Trike, Jeepney, Bus, Fähre, zu Fuss und im Flugzeug: ich konnte ich kaum kiten.

Es gab viele Prüfungen und Abenteuer. Der Rest war übles schleppen von 40kg Gepäck durch brennende Sonne, Regen und Dreck sowie zahlreiche Abzock-Manöver mit schrägen Kommentaren (Dead people cost extra). Vorteil: deutlich besseres Workout als Kiten selbst. Nachteil: fehlende Lebensfreude. Meine Pilgerfahrt ist jetzt vorbei. Ich komme an im Kiter-Mekka Boracay. [weiterlesen]

Mi
23:28
Tag
1664

Die Kite-Kinder von Roxas

Um sechs Uhr morgens breche ich mit dem ersten rollenden Gefrierschrank nach Norden ins 200 km entfernte Roxas auf. Laut Vorhersage könnte der Wind gerade noch reichen für ein bisschen Kiten am Baybay Beach. Das kleine teure Zimmer im Baia Beach Resort liegt direkt am Strand. Ich bin der einzige Gast. Die Küche bietet nichts ausser Schinkentoast und rostigen Colaflaschen.

Der Wind luscht mit gerade mal zehn Knoten. Ich bau trotzdem auf und ziehe ein paar notgeile Downwind-Bahnen im Sideonshore-Wind. Hier hat wohl noch keiner gekitet. Die Kinder kommen aus weitem Umkreis angerannt. Der Wind reicht nicht. Aber die Kinder haben einen Mordsspaß, während sie mit Bar, Board und meinem Sitztrapez über dem ganzen Oberkörper das kiten simulieren. [weiterlesen]

Di
11:49
Tag
1663

Filippino Ferrycoaster: Iloilo

In der Nacht verfalle ich in eine Art religiösen Wahn. Zuerst spüre ich ein Kribbeln am ganzen Körper, dann Jucken, zuletzt Brennen. Ich mache das Licht an. Stigmata an Armen und Beinen? Wow! Die höhere Macht gibt mir Zeichen. Sie sagt: “Zieh weiter!”. In diesem Fall durch ein komplettes Ameisenvolk, abkommandiert mir durch zahlreiche Bisse mein Bett streitig zu machen.

Gegen ein Uhr analysiere ich rauchend die Tragweite des Zeichens – und fordere daraufhin ein neues Zimmer. Was ich bekomme ist ein neues Bettlaken, zwei Besenwischer durch’s Zimmer und den Rat, ins andere Bett zu wechseln. Philippinische Ameisen wären recht ortsgebunden. Anscheinend korrekt. Das andere Bett bleibt bis zum Morgen meines. [weiterlesen]

Mo
13:51
Tag
1662

Bacolod, Fixdreck!

Seit Tagen versuche ich von der Nationalparkbehörde die Erlaubnis und Führer zum besteigen des 2500 m hohen Vulkans Mount Canlaon in Nord-Negros zu erhalten. Harold leitet mich zu Marissa leitet mich zu Jim leitet mich zu Julie und Angelo. 20 SMS bringen mich keinen Schritt weiter. Ich fahre ohne die Erlaubnis ab. Im Bus sagt mir ein Einwohner des letzten Orts vor dem Vulkan: Ich muss zuerst in die Hauptstadt Bacolod.

Der Ceres Bus dorthin ist übervoll. Sechs Stunden Fahrt mit 15 cm fehlende Sitzbreite und 10 cm negative Beinfreiheit schlauchen schwer. Ich stehe auf und hau mir den Schädel heftig am scharfen Ende der zu niedrigen Haltestange an. Platzwunde. Die letzten 100 km stehe ich halb aus der Tür hängend auf der Treppe – wenigstens aufrecht. [weiterlesen]

So
17:06
Tag
1661

Cock-Fight am Sugar Beach

Philippinos lieben Hahnenkampf. Der englische Begriff “Cock Fight” ist noch passender, weil es wirklich ein Schwanzvergleich ist. Wer am längsten steht, gewinnt, und dem Gegener hilft auch Viagra nicht mehr. Heute soll ich unverhofft meinen ersten Cock Fight sehen. Ich teile mir ein Habal-Habal mit Kumpane Vanisi aus Bologna und fahre zum entlegenen Sugar Beach.

Die Anreise zum Sugar Beach ist nicht ganz einfach. 15 km Straße ab Sipalay, am Ende des Feldwegs nimmt man ein Paddelboot über einen Gezeiten-Fluss, geht durch ein Dorf und auf den Küstenfelsen zur nächsten Bucht. Der Sugar Beach soll einer der schönsten Strände der Philippinen sein. Und schaut unerwartet auch so aus. [weiterlesen]

Sa
16:41
Tag
1660

…und ein schönes Fest!

Die richtige Zeit sucht man sich nicht aus, genauso wenig wie den richtigen Ort. Beides kombiniert heisst einfach Glück. Am Nachmittag werden Tische am Strand aufgebaut. Kinder kommen, immer mehr. Abends werden in einer feierlichen Prozession zwei riesen Spanferkel am Spieß herangetragen. Das eine hab ich glaub ich noch vorgestern beim Dschungel-Trecking bewundert.

Die Tafel ist gedeckt. Das Meer rauscht, Kerzen brennen, die Palmen blinken. Weit draußen am Meer blitzen Gewitter auf. Die Dorfjugend tanzt Macarena und die Musiker spielen unglaublich schräg auf. Das ganze Dorf hat sich zum Festmahl versammelt, über 200 Menschen. Alle verwandt mit den 35 Angestellten des Artistic Diving Resort. Weihnachten auf den Philippinen. [weiterlesen]

Sa
06:23
Tag
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Worldwide Weihnachts-Wahnsinn

Weihnachten ist auf den Philippinen erfunden worden. Nichts macht Philippinos geiler: keine weisse Haut, kein Videoke, kein Jeepney-frottieren, kein Balut. Die Vorweihnachtszeit beginnt auf den Philippinen offiziell zwei Wochen nach Ostern und schaukelt sich bis Dezember zu einem nationalen Glückseeligkeits-Gangbang von epischen Ausmaßen auf.

Jeder hat jeden extrem lieb. Nur die Arbeitgeber ihre Angestellten nicht, denn die müssen über Monate übelste Hutkreationen tragen, die eindeutig gegen die Genfer Konventionen verstoßen. Die Philippinos der kleinen Inseln kommen zum shoppen rüber auf die großen und kehren als wandelnde Geschenkberge zurück. Der Sound hierzu: Jingle Bells auf Techno, 180 BPM. Knecht Ruprecht verratzt an Herzinfarkt. [weiterlesen]

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