Von kleinen Dörfern

3101
2012
Di
22:47
Tag
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Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Meine Kindheit dort war irgendwas zwischen langweilig und grausam. Erst als ich in die große Stadt zog wurde das Leben besser. Jetzt bin ich dort glücklich. Und trotzdem: auf allen meinen Reisen sind mir immer wieder die kleinen Dörfer der Himmel auf Erden. Magdiwan ist ein solches kleines Dorf.

Vor der Schule spielen die Jungen Basketball. Eine große Aufschrift ziert den Eingang: „Elementary School“. Direkt dahinter eine Wand: „You are entering a drug-free Zone“. Der Marktplatz. Es gibt wenig zu kaufen, aber vielleicht gerade deswegen genug. Die Trike-Fahrer dösen in der Sonne. Ich rüste meinen Sonnenbrillen-Bestand auf. Der Wind luscht heute. Es stört nicht. Ruhe im Dorf. (mehr …)

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Das Baumhaus am Magdiwan Beach

3001
2012
Mo
14:02
Tag
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Aus Schlechtem wächst immer Gutes. Erstens bissige Texte über blöde Menschen, direkt darauf dann etwas Gutes. Zuerst zweifle ich an dieser Regel. Das Bike von Soder-Schedl musste ich gestern reparieren lassen. Aber: eine Australische Filippina bekam beim Vermieter mein Klagen mit. Sie bietet mir das Baumhaus ihrer Sommerresidenz an, direkt am Strand von Magdiwan.

Ihre Angestellten sind nett bis zum Umfallen. Das Baumhaus ist ein Traum und kostet fast nix. Die Dusche ist im Freien am nach Norden ausgerichteten Strand. Da ich noch am Morgen auf der Rückreise vom Sa Agoho in heftigen Regengüsse einige Flüsse duchqueren bzw. entlangfahren musste, ist klar was als nächstes kommt, oder? Nach Regen kommt hier immer guter Wind! (mehr …)

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Touring Sibuyan

2901
2012
So
22:45
Tag
1696
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Ich hatte das kaputte Bike gestern einfach am Straßenrand stehen lassen. Heute morgen steht es wieder vor der Tür. Kommentar: „Läuft!“ Ich sag „Nein, das Ding ist kaputt, der Motor geht immer wieder aus, und irgendwann geht gar nix mehr. Ich will nicht schon wieder schieben!“. Aber die Vermierter bleiben hart. Letztendlich schwinge ich mich wieder auf die angeschlagene Zweirad-Flak. Wir fahren auf der Westseite Sibuyans nach Süden.

Schon bald hört die betonierte Straße auf. Die Schotterpisten führt durch grünen Dschungel, links hohe Berge und rechts das blaue Meer. An der ersten kernigen Steigung stottert der Motor wieder. An der nächsten geht er aus. Ich fang einfach an zu schreien, laut und lang. Ein Philippino kommt angelaufen. Und hilft mir sofort. Sie haben nichts und geben alles, immer. (mehr …)

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Sibuyan Soder-Schedl

2801
2012
Sa
21:56
Tag
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Sibuiyan ist eine Insel voll ab vom Schuss. Mitten in den Visayas, aber schwer zu erreichen. War schon immer so. In der letzten Eiszeit abgeschnitten von allen anderen Teilen der Philippinen gibt es hier heute viele endemische Arten. Manche sind schwer zu finden, andere unübersehbar. Heute schreibe ich über eine dieser Lebensformen: den Sibuyan Soder-Schedl.

Er quatscht den ganzen Tag ausnahmslos gequirlten Bockmist. Dem ersten Vertreter dieser Gattung trafen wir schon Tags zuvor im Romblon Deli. Wir fragten nicht nach seiner Meinung. Er sagte sie uns trotzdem. Natürlich lagen wir mit der unseren vollkommen falsch. Auf der Fähre am nächsten Morgen macht er das nochmal ganz klar. Ich mime Seekrankheit, um dem Schwall seiner Worte zu entkommen. (mehr …)

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Jeepney-Surfen

2701
2012
Fr
23:13
Tag
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Ich liege auf dem Kitebag am Rande einer wenig befahrenen Straße und schaue in den Himmel. Hinter einem großen Ficus ziehen Wolken vorbei. Neben mir sitzt die lokale Mopped-Gang im Schatten des Palavers. Kücken fiepen, Hennen gackern, Hähne schreien. Kinder lachen, Mädchen singen, Männer streiten. Ein Schwein grunzt. Der Wind raschelt in den Blättern der Bäume.

In der Schule nebenan unterrichten die Lehrer. Im Dorf spielt ein Radio philippinische Evergreens. Ein Hund bellt. Die ausgebüchste Ziege frißt die Blumen vor der Kirche. Der Polizist schmeisst einen Stein nach ihr. Vögel zwitschern. Das Reisfeld wiegt im Wind. Eine Frau hängt Wäsche auf. Den Jeepney hört man Dank seines Motors lange bevor man ihn sieht. Alles ist: gut. (mehr …)

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Breaking the waves

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2012
Do
19:39
Tag
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In der Nacht regnet es kurz, dann wird der Wind immer stärker. Böen fegen durch’s offene Fenster. Um sieben klingelt der Wecker. Ich schaue auf’s Meer. Die Ebbe hat ihren Tiefststand erreicht. Zusammen mit der Mondphase ist der Wasserstand in der Bucht jetzt viel zu niedrig. Erst um zehn Uhr ist er akzeptabel. Ich baue den Neuner auf und gehe raus.

Sogar in der Bucht sind die Wellen jetzt bis zu 1,5 m hoch. Der Wind ist brachial bockig und sehr stark. Gegen Mittag messe ich am Stand Low 15 Knoten, Mitte 20, Böen 30. Traummaße für jeden Kiter – aber es gibt keinerlei Sicherheit mehr. Nach nur 50 Minuten am Wasser mit gigantischen Sprüngen und heftigem Wellen-Rodeo krieche ich fix und alle an Land. (mehr …)

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Kaiserkiten zum Zweiten

2501
2012
Mi
23:34
Tag
1692
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Der besoffene Portugiesische Vorarbeiter von 5000 Mann auf einer Baustelle in Hongkong bringt uns am letzten Abend in Charlhs Bar Freidrinks ein. Anscheinend will der Keeper ihn nicht mehr – wie zwei Abende zuvor – das Mikrofon des Sängers klauen lassen. Wir erfahren nicht mehr, ob sein Plan aufgeht. Drei Wochen auf Boracay waren einfach genug. Wir landen halbwegs zeitig im Bett.

Früh am Morgen brechen wir nach Tablas auf. Sogar zum Verlassen Boracays wird eine satte Ökosteuer erhoben. Kacke im Meer verrotten lassen ist einfach oberöko. Wir fahren ein letztes Mal vorbei am Bulabog. Von draussen schaut er noch voller aus. Ich bin unendlich froh, endlich wegzukommen. Sitze in zwei Meter Dünung am Sonnendeck auf meinem Kitebag und halte Ausschau. (mehr …)

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…und das Beste zum Schluss

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2012
Di
12:49
Tag
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Der beste Wind auf Boracay war oft unter Wolken – oder gleich im strömenden Regen. Wir sind wasserfest. Aber in der Sonne kiten ist trotzdem geiler. An unserem letzten Tag auf Boracay scheint sie wieder – und der Wind bläst konstant mit knackigen 18 bis 25 Knoten. Als ich mich um elf auf den Weg zum Bulabog mache, ist Max schon einige Zeit mit seinem Siebener draußen.

Vier Tage in Folge Vollgaskiten war viel. 20 Blasen an den Händen. Steifer Nacken von den vielen Wellen bei hoher Geschwindigkeit. Die Arme sind lang von den vielen Sprüngen und im rechten Handgelenk eine Sehnenscheidenentzündung. Ich setze mich hin, Frühstücke und genieße das Schauspiel auf dem Wasser. Einige Kiter legen heute derbste Sprünge hin, Kiteloop Doublebackflip mit Grab in 10m Höhe. (mehr …)

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Heizwasser!

2301
2012
Mo
13:49
Tag
1690
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Dank der Mondphase ist die Ebbe heute richtig niedrig am Bulabog. Zehn Meter Strand sind Rekord. Zusätzlich kommen keinerlei Wellen über’s Riff. Das Wasser stinkt noch übler als sonst, aber es ist absolut flach. Heizwasser für 140 Kiter bei 14-20 Knoten. Wir kiten nonstop vom Frühstück bis zum Abendessen.

Hört sich gut an, oder? Frühstück war allerdings wegen meinem zweiten Silvester auf Boracay die Nacht zuvor erst um drei Uhr. Max macht hinter dem Riff eine ca. sechs Kilometer weite Kitereise bis nach Panay über’s offene Meer. Ich heiz mich in der Bucht bis zur Glückseeligkeit. Die Sonne geht hinter Boracay unter. Panoramakiten. Max kommt erst in der Dunkelheit wieder an Land.

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Boracays alternative Kitespots

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2012
So
22:28
Tag
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Wir wollen weg vom überfüllten Bulabog Beach, nehmen uns ein Trike und fahren an den Ilig-Iligan Beach im Nordosten Boracays. Dann einem halben Kilometer laufen über den letzten Hügel. Weisser Sand ohne Dreck, aufgegebene Resorts und Restaurants und absolute Leere. Unglaublich. Ein kleines Paradies, drei Kilometer nördlich der Müllhalde von Bulabog.

Max ist wieder sofort draußen, dank 25 m breitem Strand heute ohne Palmenkontakt. Wir wollen abwechselnd kiten. Nach Nordwest decken ein paar kleine Inseln den Wind etwas ab. Im Südosten ist der Strand von Korallenfelsen begrenzt, dahinter befinden sich Buchten eines abgeschotteten Golfclubs. Abtreiben ist keine gute Idee. Ich bleib als Baywatch mit Kamera am Strand. (mehr …)

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Hangover Hangtime

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2012
Sa
18:06
Tag
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Gute Tage folgen meist auf böse Nächte. Wir setzen uns zur Happy Hour an Charlhs Bar. Als wir aufstehen ist es kurz vor drei Uhr Nachts. Der Hangover am nächsten Morgen ist mindestens genauso grandios wie die Nacht davor. Der Wind zurück, die Schonzeit vorüber. 45 Minuten Schlaf pro Rum Cola müssen reichen. Waren ja einige.

Schon vor Mittag ist der Balabog Beach heute voll: Am Wasser sind 120 Kiter unterwegs und der komplette Strand dank erstem Wind seit einer Woche voller Meermüll: Treibholz, Fischernetze, Plastikflaschen, Tüten, massig Seetang und Glasscherben. Boracays Heiligkeit zerbröselt endgültig zu Staub. Was bleibt ist schön starker Wind von 15-25 Knoten. Sonst nichts. (mehr …)

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Die müden Massen

1901
2012
Do
23:01
Tag
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Überall: Masse. In ihren Ausmassen um ein Vielfaches geringer als zu Silvester. Dafür um ein Vielfaches träger. Wo noch vor ein paar Tagen Wölfe um steppende Bären tanzten ächzen jetzt Chilloutsäcke unter der Masse müder Leiber. Zur endlosen Wiederholung dieses Anblicks von Bar zu Bar zu Disco dröhnt mir „You are not alone“ im Schädel.

Auch ich bin unendlich müde vom Nichtstun. Nichtstun, das heisst fünf Tage Flaute mit 10 Stunden Arbeit am Tag überbrücken. Im Bett. Sobald ich das Bett verlasse, werde ich müde. Wir schauen uns „Into the Wild“ an – Boracay ist dafür der unpassendste aller vorstellbaren Orte. Chris McCandless strebte danach, die Dinge beim Namen zu nennen. Meine wertvollen Ziele ertrinken einstweilen im 50 cm tiefen Fischteich Boracays. (mehr …)

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Borawhy?

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2012
Mo
8:45
Tag
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Besuchen Sie Boracay! Warum? Wir haben den schönsten Strand der Philippinen! Manchmal sieht man ihn sogar vor lauter Menschen. Geniessen Sie gutes Essen aus aller Herren Ländern – zu Preisen die sie garantiert auf den Magen schlagen. Boracay setzte mit seinen 14.000 Einwohnern 2010 rund 14 Milliarden US-Dollar um – das sind drei Milliarden mehr als Manila mit seinen 12 Millionen Einwohnern.

Wir brauchen Sie zur Sicherung dieses Standards! Verzeihen Sie uns die deutliche Korrektur der offiziellen Besucherzahlen nach unten – bei korrekter Angabe müssten wir eine deutlich größere Kläranlage anschaffen, und die Kacke würde nicht auf den Straßen verrotten. Wir wollen die saftige Ökotourismus-Steuer nicht vergeuden zur Anschaffung überflüssiger Mülleimer. (mehr …)

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Kein www in Looc

1401
2012
Sa
6:40
Tag
1681
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Meine Kunden machen grad so einiges mit. Selbst auf den hinterletzten Inseln von Fiji war die Verbindung vor vier Jahren deutlich besser: es gab eine Verbindung. Für diese Reise habe ich mich gut vorbereitet. Die Philippinen seien mobilfunktechnisch eines der fortschrittlichsten Länder Asiens. Ich weiss, welcher Anbieter auf welcher Insel besser ist, hab Handy und SIM-Card.

Doch was nutzt das alles? Nichts, nichts, und nochmal nichts! Internet auf den Philippinen ist eine einzige Katastrophe. Jetzt bin ich in Looc, Hauptstadt der großen Insel Tablas. Kein Internetshop hat eine Verbindung. Das Handynetz schmeisst mich alle 30 Sekunden raus. Wäre nicht so schlimm. Aber schon die Google Startseite braucht über eine Minute zum laden. (mehr …)

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Goodbye to friends

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2012
Fr
6:51
Tag
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Was ich am Reisen so mag? Reisen ist Leben durch die Lupe. Man sieht alles schärfer, fokussierter. Oft ist Reisen ein Brennglas, vor allem nach wolkigen Tagen. Manchmal ist es schwer sich zu entscheiden: Stroh oder Holzkohle? Ich sehe Menschen verbrennen und ich höre glühende Geschichten. Aber vor allem ist Reisen eines: Die Reduktion auf das wesentliche.

Du spürst jedes Gramm Gepäck, das du nicht wirklich brauchst. Du vergeudest alles Geld, das du nicht wirklich benötigst. Du vergisst alles, woran du dich nicht wirklich erinnerst. Du findest nur, was du nicht krampfhaft suchst. Und das wichtigste: Freunde kommen und gehen. Solange du stillstehst, ist bleiben nur Zufall. Doch Freunde auf Reisen bleiben, egal wo du bist. (mehr …)

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Lustig tauchen mit Quallen

1201
2012
Do
13:32
Tag
1679
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An unserem letzten gemeinsamen Tag gehe ich mit Dave und Miri zum Tauchen. Mit der kleinen Bangka von 3P geht’s raus zur Insel Logbon. Das Wetter ist endlich mal wieder gut – die letzten Tage hat es oft heftig geschüttet. Am Coral Canyon tauchen wir ab: ein paar kleine Fische, bunte Korallen, nichts besonderes. Der Dive ist gut doppelt so teuer wie im Roten Meer – und da gibt es deutlich mehr zu sehen. Ich bin etwas enttäuscht.

Auf einmal schwebt viel Kleinvieh im Wasser. Mein Gesicht fängt sofort stark zu brennen an. Ich schütze mich notdürftig mit den Händen. Aber es ist zu spät. Wir tauchen durch einen netten Quallenschwarm. Alle offenen Hautstellen werden ordentlich genesselt. An Händen und Fussgelenken ist es erträglich. Im Gesicht brennt es schlimm. Tolles Souvenir. (mehr …)

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Kitesurfing Romblon: Selbstrettung

1101
2012
Mi
14:12
Tag
1678
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Zwischen 3P und Romblon Town gibt es einen sehr schönen Strand. Der Bonbon Beach läuft in einer langen Sandbank zu einer Insel aus. Der Wind bläst perfekt fast sideshore mit 14 Knoten, das Panorama ist gigantisch. Kleine Inseln in der Nähe, in der Ferne die wolkenverhangenen Berge von Tablas. Manchmal kommen die Locals von Boracay in der Nebensaison hier rüber, wenn dort der Wind nicht reicht.

Zwei Traunsteiner Tobis nehmen mich auf dem Bike mit. Ich baue auf und gehe raus. Der Wind ist nicht stark, reicht kaum zum Höhelaufen und springen. Ich ziehe einige Bahnen und lande am Ende der Sandbank. Laufe nochmal gegen den Wind, ziehe noch ein paar Bahnen und versemmel dann den letzten Sprung am Ende der Sandbank. Ich lande im Lee, vor mir nur noch offenes Meer. (mehr …)

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Romblon: Armut & Schönheit in Marmor

1101
2012
Mi
8:10
Tag
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Romblon ist berühmt für seinen Marmor. Alles hier ist aus Marmor. Fliesen, Waschbecken, Zaunpfähle, sogar Straßenlaternen. Romblon ist nicht reich, aber es gibt genug Stein und Arbeitskraft. Die Einheimischen leben gut zusammen mit den Ausländern. Die Mischung ist angenehm. Auf Boracay gibt’s kaum irgendwas, was Philippinos gehört. Angeblich fast alles Koreanisches Schwarzgeld. 

Ich miete mir ein Chinesisches Dirt-Bike und fahre einmal rund um Romblon. Der Weg ist gerade mal 50 km lang, aber recht kernig. Auch hier gab es vor wenigen Tagen starken Regen und Überflutungen. Auch wenn die Straße mal geteert ist, ist kein großer Unterschied zum sonstigen Feldweg auszumachen. Bäche und Straßen, alles eins. (mehr …)

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Reise nach Romblon

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2012
Di
14:09
Tag
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Auf den kleinen Inseln ist das Reisen schwer, aber auch wertvoll. Ein Jeep bringt uns zum drei Kilometer entfernten Highway. Nach einiger Zeit kommt ein Jeepney vorbei, der uns ins zwei Stunden entfernte San Augustin im Norden von Tablas mitnimmt. Die Überfahrt nach Romblon mit der großen Bangka wird wieder heftig. Sogar eine Philippina wird seekrank – gleichzusetzen mit einem im Wasser ertrinkenden Fisch.

Ich erinnere mich an meine erste Fahrt mit der Bangka über’s offene Meer. Ich hatte ordentlich Angst nach all den gehörten Horrorstories. Jetzt macht sich Fatalismus breit, gekoppelt mit dem Wissen, daß ich weiter schwimmen kann als die meisten anderen Passagiere. Oder vielmehr, daß ich überhaupt schwimmen kann. Mein Kopf schaukelt ruhig im Seegang. (mehr …)

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Oh it’s such a perfect day…

0901
2012
Mo
23:58
Tag
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Was brauchen Muslime eigentlich immer gleich 37 Jungfrauen im Paradies? Dieser eine Beach ist Paradies genug, ich bin der erste Kiter hier. Die Angestellten kennen keine Kites. Und das gerade mal 30 km von Boracay. Dort fragt man sich an manchen Tagen eher, welche Farbe eigentlich der Himmel hat, weil man ihn vor lauter Kites nicht mehr sieht.

Nach dem heftigem Sturm in der Nacht flaut der Wind am Morgen endlich ab. Er bläst jetzt recht konstant mit 15-22 Knoten side onshore. Perfect 13. Der Strand ist vom gestrigen Sturm reichlich Treibholz-garniert. Die Leinen verfangen sich einige Male. Aber das ist auch schon das einzig nicht perfekte – bis Mittag haben ihn die Beachboys ohnehin wieder perfekt geharkt. (mehr …)

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Zuviel Hackwind auf Tablas

0801
2012
So
23:56
Tag
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Noch vor fünf Uhr morgens brechen Chris und ich mit dem Bike zum Hafen auf der anderen Seite Carabaos auf. Frühstück und Dusche fallen aus und der Schlaf jenseits vier Stunden fallen aus. Eindeutiger Vorteil: Sir Tanduhays Hangover holt mich bei dieser Reisegeschwindigkeit nicht mehr ein. Im Dunkeln geht es mit dem Bike über nasse Berge. Es hat fast die ganze Nacht heftig geregnet.

Die große Bangka läuft mit über einer Stunde Verspätung aus, da die Ebbe heute sehr niedrig steht. Prompt schlägt die erste der drei abfahrenden Bangkas auf dem Riff auf – zum Glück ohne Folgen. Der Seegang ist mit über zwei Metern sehr herb. Plastikplanen werden heruntergelassen. Sie halten notdürftig das Wasser draußen, verstärken aber auch mit dem Seegang die Optionen auf Seekrankheit. (mehr …)

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Die Leibeigenen von Carabao

0701
2012
Sa
23:55
Tag
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Carabao scheint einzig zu existieren, um Boracay zu versorgen. Carabao ist die Insel der Leibeigenen. Alles wird nach Boracay gebracht. Arbeitskräfte und lebende Kühe auf Bangkas. Mangos, Ananas, Bananen, Reis. Noch nicht mal Fisch kann man auf dieser Insel voller Fischer kaufen. Was hier bleibt ist ein großes Nichts. Nichts ist deutlich besser als Boracay. 

Es gibt kaum was zu essen, doch das wenige schmeckt besser. Auch wenn man keine Auswahl hat: sie ist  trotzdem viel freier. Carabao ist tagsüber auffallend menschenleer. Doch nach ihren zehn-Stunden-Schichten auf Boracay freuen sich die Bewohner über Besucher. Das Internet pfeifft aus dem letzten Loch, aber dei wenigen Minuten werden gut genutzt. (mehr …)

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Das andere Königreich

0601
2012
Fr
14:41
Tag
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Ich überlebe acht Tage auf Boracay. David dagegen erkrankt heftig an Montezuma in Stereo. Wir fahren ohne ihn ab, auf der Suche nach wahren Königreichen. Unsere private Bangka fährt direkt am White Beach ab und ist fast pünktlich. Jules aus Cardiff kommt eine Stunde zu spät. Er musste seinen Philippinischen Schosshund auszahlen. Das Geld-Nachtanken am ATM dauerte länger.

Dicke Regenwolken hängen über Panay. Bei 25 Knoten Wind ist es völlig egal, ob es regnet. Sobald wir mit der kleinen fünf-Meter-Bangka aus dem Windschatten Boracays raus sind, wird Reisen wieder Abenteuer. Wellen von über 1,5 m fliegen über’s Deck. Das Gepäck bleibt dank Davids Mülltüten trocken. Nach über einer Stunde bei gedrosseltem Motor erreichen wir platschnass das andere Königreich. (mehr …)

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Bye bye, Boracay!

0501
2012
Do
18:02
Tag
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Ich bin schon fast glücklich, als es mal einen Tag regnet. Mit der Arbeit komme ich kaum hinterher, das Kiten ist gut aber auch recht plättend und immer gefolgt von anstrengenden Nächten. Täglich sind wir auf wenigstens drei guten Konzerten. Ein Drink in den Bars am White Beach kostet oft mehr als eine komplette Flasche Rum plus Eis und Becher im teuren Supermarkt. Ich zähle das Geld nicht mehr, sonst müsste ich permanent schreien.

Was ich am meisten vermisse sind Abenteuer und Geschichten. Alles hier ist 100% geplant, zuverlässig und läuft mit der grau- samen Eintönigkeit eines Uhrwerks ab. Die beste Geschichte die ich binnen einer Woche auf Boracay höre ist die von der Ukrainierin, deren Mitbewohnerin sie gleich zwei Nächte nacheinander aus dem Zimmer sperrt. Gibt bessere Geschichten. (mehr …)

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Boracay is killing me…

0201
2012
Mo
19:50
Tag
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Mit einer Ukrainerin fahre ich einen Tag rauf an die Nordpsitze Boracays. Der Puka Beach wird beschrieben als einsamer Strand. Gemessen am White Beach fallen die 200 Menschen dort tatsächlich kaum auf. Der starke Shorebreak fetzt etliche Badende weg. Ich bau den Kite auf, aber der Wind macht heute mal Pause. Ich auch. Mir fällt auf, dass ich in den letzten sieben Wochen erst einmal einfach nur am Strand gelegen bin.

Abends kommen David und Miri von Bohol via Cebu an. Wir feiern seinen Geburtstag ordentlich mit Barbecue und einigen Gin Tonics in einer Bar mit guter Live-Musik nach. Boracay frisst meine Kondition. Ich bin ständig müde und abends beim ausgehen schnell schlapp. Auch heute wieder. Irgendwie überlebe ich an solchen Orten immer nur. Leben tu ich an anderen. (mehr …)

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