So
19:08
Tag
2676

Santa Maria!

Im Morgengrauen über den nie fertiggebauten armen Häusern von Santa Maria kriecht ein toter Hund mit eingezogenem Schwanz vor mir über die gepflasterte Straße. Irgendwo spielt Ennio Morricone. Ein im Staub wehender Präriebusch ist das einzige, was zum perfekten Tombstone-Feeling fehlte.

Sal ist anfang Oktober eine Geisterstadt. Die Windstatistik gibt für Oktober 68% Gleitwind, aber der erreicht leider erst mal eine ganze Woche lang kein einziges Mal die für meine Gewichtsklasse benötigten wenigsten 15 Knoten. Die am Stadtrand gelegenen Luxushotels sind nur ein Viertel belegt. Am Strand trainieren Einheimische in den ersten Sonnenstrahlen. Ich versteh die vielen blonden Euro-Weibchen mit ihren Schokostückchen. Fischer sitzen halb schlafend am Kai. [weiterlesen]

Fr
10:56
Tag
2667

Zahntempel & Zampacken

Meine letzten Tage in Sri Lanka verbringe ich nochmal im quirligen Kandy. Der Zahntempel beherbergt einen Zahn Buddhas und ist das grösste Heiligtum der Srilankischen Buddhisten. Jeden Tag strömen tausende Menschen in alkoholfreier Oktoberfeststimmung auf die große Tempelanlage direkt am Kandy See.

Davor preisen Dutzende Händler laut Blumen als Opfergaben an. Ihre Marktschreie klingen wie ein spastisches durch die Rushhour stotterndes Tuktuk auf Speed. Ich laufe fast jeden Tag an ihnen vorbei – und scheiter jedesmal beim Versuch, nicht zu grinsen. [weiterlesen]

Di
23:34
Tag
2664

Nuwara Eliya & das Ende der Welt

Von Kandy aus schliesse ich mich zwei lustigen Schweizer Kiterinnen für einen Trip ins Srilankische Teezentrum am. Mit dem Zug fahren wir früh morgens ins Luftline gerade mal 40 km entfernte Nuwara Eliya. Die Fahrt dauert fünf Stunden und verläuft über ca. 125 km stets ansteigend durch unendliche Teeplantagen und Dschungel. Die offenen Türen sind mein Panoramaplatz.

Nuwara Eliya ist mit 2000 m ü.d.M. die höchstgelegendste Stadt Sri Lankas. Sie wurde im 19. Jahrhundert von den hitzegeplagten britischen Kolonialherren gegründet, wovon auch heute noch zahlreiche Gebäude zeugen. Unsere Unterkunft ist eine verzauberte kleine Herberge im Stil von Peter Pan: Bambushof und Bach garniert mit Baumstammmöbeln, umgeben von kleinen zweigeschossigen Hütten. King Fern Cottages. Fein. [weiterlesen]

So
18:54
Tag
2662

Kandy

Nur 3h Minivanab Kalpitiya, 1h Tuktuk-Roadkill durch die Rushhour von Colombo, 4h warten am Bahnhof, zweimal vom Schalldruck des Horns abfahrender Züge vom Kitebag geblasen werden und 3h Panoramazug ins Gebirge entfernt liegt Kandy, die alte Königsstadt Sri Lankas in den Ausläufern der Berge auf 500 m Höhe.

Kandy ist eine ganz andere Welt, und zwar eine, die mich sofort verzaubert, eine bunte Mischung aus Shangri-La und kleiner Großstadt, chaotisch, laut und leise. Der allabendliche Stau wird durchsetzt durch Trommeln und Mantras aus den zahlreichen Klöstern. Es gibt einen Burger King, und daneben ist gleich das Hotel Muslim, in dem ich mir erst mal zwei Wochen Britenfrass mit Roti, Naan, Curry, frischen Fruchtsäften und kandierten Früchten sauber austreibe. [weiterlesen]

Sa
02:31
Tag
2661

Von Mad Max & Megadownwindern

Meine drei Wochen in Kalpitiya gehen zuende. Es war eine komische Zeit. Viel ist geschehen, aber wenig passiert. Der Wind bockte zum Ende der Saison immer heftiger, völlig überballert bis absaufen im Sekundentakt war der Standard. Das Anlanden war oft schwer, viele Kites gingen innige Beziehungen mit den Bäumen im SriLankaKite ein.

Am vorletzten Tag fahren wir mit drei Booten 25 km weit in die obere Lagune von Puttalam zu Magic Island. Ich mache den ganzen Trip mit den Häuptlingen als Downwinder. Die ersten sechs Kilometer sind dank der hier engen Lagune gemütliches Flachwasser. Ab und zu säuft der Kite ab, auch Frontline-ziehen hilft nicht mehr. Auf dem Seegras im 10cm tiefen Wasser sitzen Flöhe, und die beissen wie Quallen. [weiterlesen]

Do
07:52
Tag
2652

Jedem Orden seine Tracht!

Seit nunmehr geraumer Zeit weile ich in den Gefilden meines neuen Ordens Srilankakite. Unsere farbenfrohe Ordenstracht nimmt Bezug auf diffizilen lokalen Windverhältnisse. Meine Mönchsbrüder ziert die Aufschrift „Gusty ain’t for pussy“, meine Nonnen-Schwester tragen stolz den Sinnspruch „Size does matter“ auf der Brust. Beides ruft uns täglich ins Gedächtnis, wie sehr die Natur hier unser Herr ist.

Unser Tagesablauf ist geprägt von der stets gleichen meditativen Abfolge unserer klösterlichen Aufgaben: essen, kiten, arbeiten, essen, kiten, essen, trinken, schlafen. Unsere Pflichten verrichten mit höchstem Eifer, manch einer behauptet gar beim Punkte „trinken“ fielen einige Mönchsbruder dem religiösem Wahn anheim. Sich zu lauter Musik um die Trinkstätte gesellend kündigt ihr Ruf „Arrack-Attack!“ von der nächsten Runde. [weiterlesen]

Fr
23:00
Tag
2646

Safariangst

Vor irgendwas hat jeder Angst: Zahnarzt, öffentliche Toiletten, Spinnen, das unendliche Vakuum in Nazihirnen oder Krautsalat-Flatulenz im vollen Aufzug in den 43. Stock. Ich hab Angst vor drei Sachen: Kreuzfahrten, Dauercampern und Safaris. Kreuzfahrten und Dauercamper konnte ich zum Glück vor zwei Jahren auf einer Philippinischen Fähre auf einen Streich abhaken. Bleiben noch Safaris.

Das, wovor ich bei Safaris Angst habe, sind die Menschen. Ja, ich habe Tommy Jaud gelesen. Aber darüber hinaus bleibt noch unendlich viel Platz für Socken in Sandalen, Safarihüte und Fannypacks als Bierbauchhalter. Elitäres Sektfrühstück im klimatisierten Safarizelt zum Sonnenuntergang. Die Unverbundenheit mit der Natur in einer Schneekugel. Und die brennende Frage: „Karl-Heinz, warum hat dir deine Mama nie ein Meerschweinchen gekauft?“. [weiterlesen]

Mi
16:46
Tag
2644

Kitesurfing Sri Lanka: Kalpitiya

Der Weg vom Flughafen führt 120 km nach Norden auf die Halbinsel Kalpitiya. Der Name ist schwer zu merken, aber reine Lautmalerei. Genau das schreist du auf dem Wasser, mit einem langen „jaaa“ am Ende. Die Lagune ist ca. 400 mal mal 2000 m gross. Der Wind bläst jetzt schon drei Tage nonstop mit 25+ Knoten.

Nachdem die Tamilischen Tiger hier ihren Bürgerkrieg 2009 aufgaben, setzte die Entwicklung ein – sehr langsam. Die Häuser der hier vor allem ansässigen Muslime sind mehr als bescheiden. Es gibt ein paar wenige Unterkünfte. Selbst die stechen nicht protzig heraus. Am Abend versammelt sich das Dorf um die Fischer am Strand. Die Raben schreien aus den Bäumen, danach die Muezzine in schrägem Stereo von zwei Minaretten. Sonst ist alles ruhig. [weiterlesen]

Fr
02:40
Tag
2639

Der Dubai-Dresscode

Zum Abendgebet wird der ganze Flughafen von Dubai mit Muezzin-Gesang aus Bang&Olufsen-Lautsprechern beschallt. Vollverschleierte Frauen und spärlich bekleideten Neuaraberinnen gehen zum Gebet. Während die ewig gestrigen daheim für jede noch so bescheidene Mosche einen nationalen Volksentscheid für nötig halten, ist man hier im Flughafen-Gebetsraum selbst als ungläubiger willkommen – zumindest im Männer-Bereich, aber da sogar barfuss.

Ich habe sieben Stunden Zeit. Nach einer Zigarette um 20 Uhr Abends bei immernoch gut 40°C bin ich schweisstechnisch perfekt vorbereitet auf ein nobles Dinner im Panoramarestaurant des Burj al Arab. Wenn es hier irgendein „nicht angemessen“ gibt, dann sollte ich es mit meinem Backpack und der bisher 18 Stunden alten Reisekluft perfekt erfüllen. [weiterlesen]

Di
14:35
Tag
2496

Responsive Webdesign? Schwachsinn!

Unter „Responsive Webdesign“ versteht man die dynamische Layoutanpassung von Websites an das benutzte Anzeigegerät wie z.B: PC, Laptop, Handy oder Tablet. Der Medien-Hype um Responsive Webdesign mach viele Webdesigner wieder zu Goldgräbern.

Angebote werden von arbeitslosen Webdesign-Trend-Mitläufern in einer grösseren Aufdringlichkeit als die 0900 Werbung im Nachtprogramm von Pro7 versendet und führen aus Unwissenheit oft zu umfangreichen Aufträgen ohne jeglichen Mehrwert für den Webseitenbetreiber und Homepage-Besucher. Responsive Webdesign ist Schwachsinn! Warum? [weiterlesen]

Mi
11:37
Tag
2483

Produkttexte auf gekachelten Kategorien

Gambio GX2 bietet von Haus aus zwei verschiedene Arten der Produktdarstellung auf den Kategorieseiten. Die Standardansicht zeigt jeweils ein Produkt in einer Zeile mit einem Kurzbeschreibungs-Text. Diese Ansicht ist gut für SEO, da Google auf den wichtigen Kategorieseiten Texte findet. Aber die Übersicht für den Kunden ist schlecht, er muss viel scrollen.

Die gekachelte Anischt auf Gambio GX2 Kategorieseiten zeigt hingegen mehrere (i.d.R. vier) Produkte in einer Zeile ohne Beschreibungstext. Der Kunde hat zwar eine gute Übersicht, aber Google findet auf den SEO-technisch wichtigen Kategorieseiten keine Produkttexte. Das Kann man doch besser machen, oder? [weiterlesen]

Fr
03:36
Tag
2401

Wohlstand vs Kultur in Regensburg

Ich will eines begreifen: wie können: wir: das Land der Dichter und Denker: nur so dermassen ignorant gegenüber dem Kampf Wohlstand gegen Kultur sein? Ich will noch mehr begreifen: Wann und wie wurde der Wohlstand der grösste Feind der Kultur? Ich dachte Wohlstand wäre der Nährboden jedweder Kultur? Ich schnall’s einfach nicht. Bitte erklärs mir einer! Oder alle!

Ich bin seit 20 Jahren Regensburger. Der Ruf „höchste Kneipendichte Deutschlands“ war mir immer scheissegal. Ich hab einfach das Leben in Regensburg genossen. Tags und Nachts. Doch jetzt vernichtet unser Wohlstand jede Kultur abseits des Grossherzogtums. Die Gentrifizierung Regensburgs verwandelt das einstmalige Kapital des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen in einen Zentralfriedhof. [weiterlesen]

Mo
23:55
Tag
2376

Ende einer 4.000 km Kitereise

Mein viertel Jahr in Brasilien geht zu Ende. Es war die eigenartigste aller meiner Reisen. Reisen bedeutet im Gegensatz zu Urlaub: in der Fremde Heimat finden. Wenn ich reiste, dann fühlte ich mich oft und an vielen Plätzen schnell zuhause. Brasilien war anders. Ich könnte behaupten: Der Wind hat mich einfach zu schnell weitergeblasen. Aber das stimmte immer nur auf dem Wasser. An Land war ich länger an jedem Ort als auf allen anderen meiner Reisen.

Trotzdem fühlte ich mich an wenigen Orten zuhause. Vielleicht hat selbst der Ballermann oft weniger Deutsche. Vielleicht haben Kiter nicht mehr wirklich einen gemeinsamen Spirt. Vielleicht war meine Maracuja-Caipi-Liebesbeziehung zu heftig. Vielleicht war das Internet fast immer zu schlecht um zu arbeiten. Vielleicht bekam ich nach einem harten Jahr auch einfach die Augen nicht mehr weit genug auf. [weiterlesen]

So
23:40
Tag
2375

Repeat Magic @ Galinhos

Auf Reisen ist es gefährlich, an gute Orte zurückzukehren. Zauberer können Tricks wiederholen. Doch Magie ist einzigartig. Meistens läuft man daher bei zweiten Besuchen nur dem Schein vergangener Zeiten hinterher. Menschen ändern sich oder verschwinden. Die Magie von Galinhos ist stärker: die guten Menschen bleiben gut und die neuen fügen sich ein.

Auf 2.000 km entlang der Küste Brasiliens gab es keinen einzigen Galinhos vergleichbaren Kitespot. Hier verbringe ich die letzten fünf Tage meiner Reise. Diesesmal sind zehn gute Kiter da, der Wind bläst mit 25 und mehr Knoten deutlich stärker als Anfang Oktober. Die Lagune böte noch Patz für hunderte weitere. Doch die beschwerliche Anreise hält den Massentourismus weiterhin erfolgreich ab. [weiterlesen]

Mi
22:43
Tag
2371

Roadtripping Brazil

Für 2.000 km entlang der Küste Nordost-Brasiliens brauchte ich gute zwei Monate. Den Rückweg mache ich binnen nur vier Reisetagen innerhalb zwei Wochen. Nach Jeri mache ich noch fünf Tage Stop in Ilha do Guajirú. Auf dem Wasser sind nur noch maximal 40 Kiter und der Wind hackt permanent mit 25 bis 30 Knoten, Tag und Nacht. Genau mein Sweetspot.

In Cumbuco treffe ich nochmal den schüchternen Wikinger Johan und viele neue gute Leute im Rolling Stone Hostel. Den Samstag brechen wir früh ab. Am letzten Abend geht das ganze Hostel auf die Dünen zum Sonnenuntergang. Hier oben ist alles still und friedlich. Unten in Cumbuco wurden letzte Woche wieder zwei Menschen von der Polizei erschossen, diesesmal aber ohne gefesselte Hände. [weiterlesen]

So
16:08
Tag
2361

Jijoca de Jericoacoara

Könnte sich irgendjemand den Namen merken, würde er garantiert an der Intonation scheitern. Jijoca de Jericoacoara ist schwer zu erreichen. Wie ein Keuschheitsgürtel legen sich 23 km Sanddünen um einen der zehn umsatzstärksten touristischen Hotspots Brasiliens. Das Forbes Magazine kürte Jijoca de Jericoacoara schon vor einem viertel Jahrhundert zu einem der schönsten Strände der Welt.

Keuschheitsgürtel erforderten schon im Mittelalter sexuelle Verrenkungen. Heute ist das nicht anders. Am späten Abend überwinden wir die Sanddünen unter einem blutrot hinter den Dünen aufsteigenden Mond auf dem Rücken eines Jeeps. Die wenigen, die es mit dem Mietwagen hierher schaffen bringen Papparazzis gutes Geld. Jedes an den Vermieter gemailte Kennzeichen-Foto bringt drei Brasilianische Monatseinkommen. [weiterlesen]

Do
06:44
Tag
2358

Zugvögel

Als ich klein war hatte ich eine große Frage: Wohin fliegen die Zugvögel? Die Antworten darauf waren schnell gefunden und beinhalteten zahlreiche Länder. Ich verschlang alle Dokus über diese Ziele. Manchmal waren sogar Vögel zu sehen. Wenngleich ich damit ihren Zielen näherkam, fehlte mir trotzdem immer eines: Ihr Weg dorthin. Also fing ich an, vom Fliegen zu träumen. Noch bevor ich ein einziges Mal die Erde verliess, wusste ich, wie sie von oben aussah. Ich zog mit den Vögeln davon.

Heute bin ich einer von Ihnen. Ich träume nicht mehr vom Fliegen. Ich fliege. Früh morgens nehmen wir einen Beachbuggy zum Startpunkt einen guten Kilometer westlich Jericoacoaras. Im anfangs noch mit milden 18 Knoten sideoff blasenden Wind gehen wir mit kleine Kites auf den längsten Downwinder, den ich je geflogen bin. [weiterlesen]

So
23:49
Tag
2354

Im Parnaiba-Delta

Der Parnaiba ist einer der größten Flüsse Brasiliens. In seinem Mündungsgebiet zerteilt er das Festland auf 50 km² in unzählbare grüne Inseln. Wir sind im Reich der Krokodile, Anacondas, Reiher und Affen. Mit einem schnellen Motorboot fahren wir knapp eine Stunde lang durch die Mangroven bis zur letzten Sandbank im Parnaiba-Delta. Hier verschmilzt der Strom unter springenden Wellen mit dem Meer.

Der Platz ist mehr als würdig, den Umkehrpunkt meiner Reise zu markieren. Ich bin in den letzten zwei Monaten mit Eselskarren, Autos, Bussen und Booten und zu Fuss knappe 1.800 km entlang der Brasilianischen Küste gereist. An 30 Spots hat mein Board Spuren im Wasser gezogen. Näher werde ich dem Äquator auf dieser Reise nicht mehr kommen, und nirgends wird der Wind beständiger und stärker blasen. [weiterlesen]

Fr
23:15
Tag
2352

Barra Grande

Wir fahren geschlagene fünf Stunden von Ilha do Guajirú nach Barra Gande – satte 350 km weit und zum Teil über Schotterpisten durch die tiefste Pampa. Sowohl Google als auch Open Street Map gaben diese Route aus, Locals wiesen uns den gleichen Weg. Dass wir uns leicht ein Drittel des Weges durch die neue Straße zwischen Jijioca und Granja hätten sparen können erfahren wir erst einen Tag später.

Barra Grande ist wegen eines nationalen Feiertages fast komplett ausgebucht. Sogar bescheidene Privatzimmer ohne Türe kosten mal schnell für Brasilianische Verhältnisse astronomische 40 € die Nacht. Also buchen wir uns für 10 € mehr gleich in ein richtig feines Luxusresort ein. Das Haus ist pure Hippiekunst, jeder Tisch ein Gemälde aus behutsam bearbeitetem Massivholz. Nach der Fahrt sind wir erst mal platt. [weiterlesen]

Di
23:37
Tag
2349

Ilha do Guajirú

Ilha do Guajirú ist der erste Ort in Brasilien, an dem wir etwas nach einer freien Unterkunft suchen müssen. „Etwas“ dauert fünf Minuten und bringt uns für wenig Geld eine Pousada direkt am Strand. Der rostige Kompressor rattert laut, das Essen dauert ewig. Wir fühlen uns sofort daheim in der Pousada Portal da Barra. Zehn Meter vom Zimmer zu Starkwind-Kiten auf Flachwasser bieten wenige Orte auf der Welt.

Der Wind bläst mächtig in Ilha do Guajirú. In den drei Tagen unseres Aufenthalts schläft er nur selten und kurz bei weniger als 20 Knoten. Tagsüber bläst er stets mit 20 bis 30 Knoten. Ilha do Guajirú ist ein Traum für Flachwasser-Kiter. Hinter einer langen Sandbank gelegen reduziert die Ebbe eine lange Flussmündung auf wenig spiegelglatten Raum. Bei Flut reiten bis zu 60 Kiter die sanften Windwellen der 300 mal 1000 Meter grossen Piste. [weiterlesen]

Sa
23:07
Tag
2346

Auf dem Weg ins gelobte Land

Eine Hauswand mitten im Nirgendwo der Brasilianischen Pampa verkündet: „Gott hat uns verlassen“. Das irritiert mich auf gleich zweierlei Arten. Erstens sind Brasilianer die Salafisten unter den Christen. Wer nicht wenigstens drei der fünf in jedem Dorf wöchentlich angebotenen Messen besucht, gilt offiziell als Heide. Zweitens: Wir sind auf dem Weg ins gelobte Land, und das geht nicht ohne einen Gott.

Unser Gott ist der Wind. Er bringt Brasilien durchaus einiges an Reichtum. Wenn hier ein Windpark gebaut wird, dann baut man gleich eine Fabrik, Strassen und manchmal gleich noch ein ganzes Dorf dazu. Wir fahren durch endlose Wälder von Windkraftanlagen. Ja, ohne wäre der Sonnenuntergang schöner. Aber wenn ich die Wahl zwischen Drehflügelwäldern und im dunkeln leuchtenden Sushi habe, dann ist meine Wahl eindeutig. [weiterlesen]

Do
21:20
Tag
2344

Flexeiras, Guajirú & Mundau

Der nächste Stop ist das fast vollkommen leere Flexeiras. Es ist kurz vor Hauptsaison, und nirgends ist was los. Wir checken in einer günstigen Pousada direkt am Strand ein und machen uns gleich auf den Weg ins ein paar Kilometer östlich gelegene Guajiru. Der Wind bläst hier deutlich stärker als im leicht verschatteten Flexeiras. Auf dem Wasser vor einer der wie immer hoffnungslos überteuerten Kite-Unterkünfte tobt ein Dutzend Rider mit 7 bis 9 m².

Da der Strand breit und das Meer recht leer sind stufen wir die Gefahr runter und hängen uns an 12 und 13m² – wieder mal. Bei Böen deutlich über 22 Knoten ist das grenzwertig, aber die Hangtime dafür gewaltig. Wir schleudern uns über zahlreiche 1,5 m hohe Wellen ins Lee und vergeigen noch mehr Big Airs Richtung Ufer. Die Aussicht aus 7 m Höhe scheint endlos. [weiterlesen]

Di
22:36
Tag
2342

Lagoinha & Paracuru

Nach fünf Wochen der langen Aufenthalte ändert sich jetzt die Reisegeschwindigkeit. Mit dem englischen Holländer Ian geht es drei Wochen lang ab Fortaleza mit dem Auto bis in den wilden Westen Brasiliens. Ab sofort reiten wir jeden Tag andere Kite-Spots ab. Unser erster Stop ist Lagoinha, eine gute Stunde westlich Cumbuco.

Der Aufkleber auf der Windschutzscheibe verbietet das fahren auf ungeteerten Strassen. Von Stränden steht da nichts. Also fahren wir am nächsten morgen mit guten Leuten aus der Heimat ein paar Kilometer downwind zur Lagune. Selbige ist nicht viel grösser als der Tabuba-Tümpel vor Cumbuco, aber liegt eingerahmt von Palmen und Dünen wie eine Oase hinter dem Strand. Der Wind ist zu gut, keiner hat Zeit für Fotos oder Filme. [weiterlesen]

Di
10:36
Tag
2335

Mekkern über Mekkas: Cumbuco

Wir Kiter haben viele Gründe, über Mekkas zu meckern. Wir sind der Wirtschaftsmotor Nummer eins in vielen windigen armen Regionen der Erde. Ich lebte an vielen Orten, an denen Kiter-Freunde sehr wohl wussten, wieviel Leben wert ist – sich aber gleichzeitig lautstark darüber beschwerten, dass die bösen Eingeborenen mehr denn den Wert eines Lebens berechnen würden.

Die Sonne brennt – und das bringt Sonnenbrand. Wenn dir das nicht passt, nimm LSF100, wickel dich in eine Burka, geh nach Spitzbergen im Winter! Oder halt einfach die Fresse! Es sind nicht unsere Mekkas, die sagen: „Geh im Kreis um einen Meteoriten und jodel ‚Allah u akbar'“ – es sind Menschen wie Du und ich, die das einfach tun. Die einen wollen zuviel geben, und die anderen nehmen es dankbar an. [weiterlesen]

Sa
23:15
Tag
2325

Canoa Quebrada

Nur eine Tagesreise entfernt vom paradiesischen Galinhos liegt Canoa Quebrada in einer ganz anderen Welt. Schnelles Internet, grosse Supermärkte, Hotels und Restaurants ohne Ende. Den Weg zu den Brallermännern am Strand weist ein langer Beach-Buggy-Stau voller dicker Menschen. Ich fühl mich sofort wie Tarzan in New York und flüchte mich erst mal auf den ruhigen Friedhof in den Sanddünen.

In der Mittagshitze spaziere ich über den leeren Broadway. Bar an Kneipe an Disco an Bar. Die Frequenz flüstert leise von der Ruhe vor dem wochenendlichen Sturm von tausenden Heuschrecken aus der nahen Millionenstadt Fortalezza. Reisen bedeutet Wechsel. In Galinhos trug mir der Apotheker mein vergessenes Handy hinterher. Hier warnt mich ausnahmslos jeder vor Raub, Diebstahl und vergessenem Ohropax. [weiterlesen]

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