Neujahrs-Kiten

0101
2012
So
12:13
Tag
1668
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Direkt nach dem gnädigen late Checkout um ein Uhr muss ich an Neujahr schon wieder Hotels wechseln. Bis zum Bonzai Resort am White Beach bin ich dank Gepäck klatschnass. Wieder Board zusammenbauen, etwas arbeiten und dann sofort rüber zum Bulabog. Eine Ukrainerin will den Beach sehen, kennt den Weg nicht. Ich nehm sie gern mit, dafür gibt’s gute Fotos.

Der Wind ist nicht sonderlich stark, gerade mal 14 Knoten. Aber für meinen lädierten Zustand nach der Mutter aller Parties gestern kommt mir das gerade recht. Es sind gerade mal 40 Kites draußen – anderen geht’s wohl deutlich schlechter. Erst nach einer Stunde Kiten geht’s mir gut genug für Frühstück. Es ist 16:30. Es passiert nichts besonderes. Einfach mal eine Seite für Bilder…

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Silvester auf Boracay

3112
2011
Sa
21:56
Tag
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Ich bin froh, gute Menschen um mich zu haben zum Jahreswechsel. Silvester auf Boracay ist ein absolutes Tollhaus. In der Wüste alleine sein ist okay, aber an solchen Plätzen tödlich. Wir treffen uns in einem kleinen Restaurant. Mein Dank für die Gesellschaft ist eine große Flasche Rum. Sie ist schnell leer, der Strand gestopft voll. Auf dreieinhalb Kilometern feiern Zehntausende von Menschen zu einem gigantischen Feuerwerk.

Philippinos leben nur im Jetzt. Ausser an Silvester. Das Feuerwerk beginnt schon lange vor Mitternacht, und das ist bei der Menge auch nötig. Die Nacht ist der Tag, rauchen am Strand verboten, und der Sound überall geich. Wir gehen lange vor und zurück, bis wir an einem guten Platz ankommen. Alles ist gut und nichts perfekt. Dann mach ich die Ohren auf und höre eine Geschichte. (mehr …)

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Boracay Kite Killers

3112
2011
Sa
11:53
Tag
-2747
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Die Nacht war geplant als gemütliches Silvester-Vorglühen mit Freunden, lief aber ziemlich aus dem Ruder. Einige Bars und eine Disco später bin ich um drei daheim. Homepage-Notfall verarzten und schnell sechs Stunden schlafen. Morgens geht’s mir elend. Kein Schädel, aber alles schwammig. Danke, Senor Tanduhay und Miss Kalamansi. Meine Beine sind aussen rot und brennen innen. Der vollkommene Ganzkörpermuskelkater.

Ich hab meine Kerze an wenigstens drei Enden angezündet. Schön hell, aber einfach zuviel. Ich arbeite lädiert im Bett und gehe erst am Nachmittag an den Kite Beach. An einer Schule knattert eine bayerische Flagge in knackigen 18-28 Knoten Wind. Das Essen bei Hagabat ist besser und günstiger, der Chef ein Traunsteiner und Russische Kite-Rambos gibt’s hier auch keine. (mehr …)

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Absolution & entzauberte Heiligtümer

3012
2011
Fr
13:53
Tag
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Endlich! Die Windgötter erteilen mir nach sieben Wochen, 5000 km und über 30 Inseln die Absolution. Der Wind ist da! Um sieben ohne Frühstück an den Strand, aufbauen und sofort raus. Der Wind bläst aus Nordost side onshore mit 14 Knoten. 50 weitere Kiter sind bei Ebbe draußen. Es gibt zahlreiche Felsen im Wasser, manche liegen knapp unter der Oberfläche. Bei Fahrtrichtung Süd sieht man dank der Sonne am Vormittag überhaupt nichts davon.

Wegen den zusätzlich zahlreich ansässigen Seeigel geht kaum einer ohne Gamaschen raus. Meine hatte ich vor drei Wochen Uli mit nach hause gegeben. Jetzt kaufe ich neue. Kitesurfen ist strikt reglementiert am Bulabog Beach auf Boracay. Man braucht eine Flagge am Kite. Selbige gibt’s an jeder Kiteschule für 250 Pesos Pfand – einen Schein will keiner sehen. (mehr …)

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Ankunft im Kiter-Mekka

2912
2011
Do
13:31
Tag
1665
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Boracay ist Kitern einer der weltweit heiligsten Plätze. Auf meinem Hadsch habe ich gefastet, gebetet, geflucht, gelitten und gesündigt. Als ich vor zwei Monaten die Google Karte für die Reise anlegte, nannte ich sie „The Grand Philippines Kite Odyssey“. Wie treffend das war weiss ich erst jetzt. 5000 km auf Bike, Trike, Jeepney, Bus, Fähre, zu Fuss und im Flugzeug: ich konnte ich kaum kiten.

Es gab viele Prüfungen und Abenteuer. Der Rest war übles schleppen von 40kg Gepäck durch brennende Sonne, Regen und Dreck sowie zahlreiche Abzock-Manöver mit schrägen Kommentaren (Dead people cost extra). Vorteil: deutlich besseres Workout als Kiten selbst. Nachteil: fehlende Lebensfreude. Meine Pilgerfahrt ist jetzt vorbei. Ich komme an im Kiter-Mekka Boracay. (mehr …)

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Die Kite-Kinder von Roxas

2812
2011
Mi
23:28
Tag
1664
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Um sechs Uhr morgens breche ich mit dem ersten rollenden Gefrierschrank nach Norden ins 200 km entfernte Roxas auf. Laut Vorhersage könnte der Wind gerade noch reichen für ein bisschen Kiten am Baybay Beach. Das kleine teure Zimmer im Baia Beach Resort liegt direkt am Strand. Ich bin der einzige Gast. Die Küche bietet nichts ausser Schinkentoast und rostigen Colaflaschen.

Der Wind luscht mit gerade mal zehn Knoten. Ich bau trotzdem auf und ziehe ein paar notgeile Downwind-Bahnen im Sideonshore-Wind. Hier hat wohl noch keiner gekitet. Die Kinder kommen aus weitem Umkreis angerannt. Der Wind reicht nicht. Aber die Kinder haben einen Mordsspaß, während sie mit Bar, Board und meinem Sitztrapez über dem ganzen Oberkörper das kiten simulieren. (mehr …)

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Filippino Ferrycoaster: Iloilo

2712
2011
Di
11:49
Tag
1663
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In der Nacht verfalle ich in eine Art religiösen Wahn. Zuerst spüre ich ein Kribbeln am ganzen Körper, dann Jucken, zuletzt Brennen. Ich mache das Licht an. Stigmata an Armen und Beinen? Wow! Die höhere Macht gibt mir Zeichen. Sie sagt: „Zieh weiter!“. In diesem Fall durch ein komplettes Ameisenvolk, abkommandiert mir durch zahlreiche Bisse mein Bett streitig zu machen.

Gegen ein Uhr analysiere ich rauchend die Tragweite des Zeichens – und fordere daraufhin ein neues Zimmer. Was ich bekomme ist ein neues Bettlaken, zwei Besenwischer durch’s Zimmer und den Rat, ins andere Bett zu wechseln. Philippinische Ameisen wären recht ortsgebunden. Anscheinend korrekt. Das andere Bett bleibt bis zum Morgen meines. (mehr …)

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Bacolod, Fixdreck!

2612
2011
Mo
13:51
Tag
1662
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Seit Tagen versuche ich von der Nationalparkbehörde die Erlaubnis und Führer zum besteigen des 2500 m hohen Vulkans Mount Canlaon in Nord-Negros zu erhalten. Harold leitet mich zu Marissa leitet mich zu Jim leitet mich zu Julie und Angelo. 20 SMS bringen mich keinen Schritt weiter. Ich fahre ohne die Erlaubnis ab. Im Bus sagt mir ein Einwohner des letzten Orts vor dem Vulkan: Ich muss zuerst in die Hauptstadt Bacolod.

Der Ceres Bus dorthin ist übervoll. Sechs Stunden Fahrt mit 15 cm fehlende Sitzbreite und 10 cm negative Beinfreiheit schlauchen schwer. Ich stehe auf und hau mir den Schädel heftig am scharfen Ende der zu niedrigen Haltestange an. Platzwunde. Die letzten 100 km stehe ich halb aus der Tür hängend auf der Treppe – wenigstens aufrecht. (mehr …)

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Cock-Fight am Sugar Beach

2512
2011
So
17:06
Tag
1661
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Philippinos lieben Hahnenkampf. Der englische Begriff „Cock Fight“ ist noch passender, weil es wirklich ein Schwanzvergleich ist. Wer am längsten steht, gewinnt, und dem Gegener hilft auch Viagra nicht mehr. Heute soll ich unverhofft meinen ersten Cock Fight sehen. Ich teile mir ein Habal-Habal mit Kumpane Vanisi aus Bologna und fahre zum entlegenen Sugar Beach.

Die Anreise zum Sugar Beach ist nicht ganz einfach. 15 km Straße ab Sipalay, am Ende des Feldwegs nimmt man ein Paddelboot über einen Gezeiten-Fluss, geht durch ein Dorf und auf den Küstenfelsen zur nächsten Bucht. Der Sugar Beach soll einer der schönsten Strände der Philippinen sein. Und schaut unerwartet auch so aus. (mehr …)

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…und ein schönes Fest!

2412
2011
Sa
16:41
Tag
1660
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Die richtige Zeit sucht man sich nicht aus, genauso wenig wie den richtigen Ort. Beides kombiniert heisst einfach Glück. Am Nachmittag werden Tische am Strand aufgebaut. Kinder kommen, immer mehr. Abends werden in einer feierlichen Prozession zwei riesen Spanferkel am Spieß herangetragen. Das eine hab ich glaub ich noch vorgestern beim Dschungel-Trecking bewundert.

Die Tafel ist gedeckt. Das Meer rauscht, Kerzen brennen, die Palmen blinken. Weit draußen am Meer blitzen Gewitter auf. Die Dorfjugend tanzt Macarena und die Musiker spielen unglaublich schräg auf. Das ganze Dorf hat sich zum Festmahl versammelt, über 200 Menschen. Alle verwandt mit den 35 Angestellten des Artistic Diving Resort. Weihnachten auf den Philippinen. (mehr …)

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Worldwide Weihnachts-Wahnsinn

2412
2011
Sa
6:23
Tag
-2747
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Weihnachten ist auf den Philippinen erfunden worden. Nichts macht Philippinos geiler: keine weisse Haut, kein Videoke, kein Jeepney-frottieren, kein Balut. Die Vorweihnachtszeit beginnt auf den Philippinen offiziell zwei Wochen nach Ostern und schaukelt sich bis Dezember zu einem nationalen Glückseeligkeits-Gangbang von epischen Ausmaßen auf.

Jeder hat jeden extrem lieb. Nur die Arbeitgeber ihre Angestellten nicht, denn die müssen über Monate übelste Hutkreationen tragen, die eindeutig gegen die Genfer Konventionen verstoßen. Die Philippinos der kleinen Inseln kommen zum shoppen rüber auf die großen und kehren als wandelnde Geschenkberge zurück. Der Sound hierzu: Jingle Bells auf Techno, 180 BPM. Knecht Ruprecht verratzt an Herzinfarkt. (mehr …)

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Negros Occidental

2312
2011
Fr
14:46
Tag
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Jede größere Insel auf den Philippinen ist in zwei Hälften, Oriental und Occidental unterteilt. Das gibt den Bewohnern das Feeling, auf einem eigenen Kontinent zu wohnen. Wenn man auf den großen Inseln mit dem Motorrad reist, kommt’s einem oft noch deutlich größer vor.

Im größten Shop Sipalays hält man mir eine Schachtel Cornflakes entgegen, als ich nach Müsliriegeln für’s Wandern frage. Der einzige Bankomat frißt meine Karte nicht, und ich habe kaum noch Geld. Motorbikes sind schwer zu bekommen und teurer als irgendwo anders. Erst nach einiger Zeit als Passagier eines Tret-Bikes finde ich ein günstiges Motorbike zu mieten. (mehr …)

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Verloren im Dschungel

2212
2011
Do
9:59
Tag
1658
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Das Artistic Diving Resort sechs Kilometer südlich Sipalay ist ein echter Volltreffer. Es gibt ein günstiges Backpacker-Zimmer, aber alles andere ist recht nobel. Poolbar mit Blick aufs Meer – und richtig guter Musik. Kokospalmen und weisser Strand. Ein kleines Dorf in der Nähe. Hier sind nur Urlauber, und nur Pärchen. Alleine reisen ist schwer.

Ich muss was sehen, bin einfach keine Pool-Potatoe. Am Strand nach Süden. Eine riesige Treppe führt nach oben ins Nichts einer nie angefangenen Urbanizacion. Nach drei Kilometern hört der Weg auf. Ein kleiner Pfad führt in den Dschungel. Ich überlege kurz: Kein Hemd, kein Wasser, Mittagshitze. Dann marschiere ich los. Schlechte Entscheidung. (mehr …)

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Weihnachtsgeschenke Für Philippinos

2112
2011
Mi
10:58
Tag
1657
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Liebes Christkind, die Philippinos hatten ein hartes Jahr. Und sie waren brav. Falls Dir noch ein paar Geschenkideen fehlen: über die folgenden Sachen freut sich jeder Philippino. Ohne Ausnahme.

Sonnenschutz in jeder Form. Die Mädels gehen prinzipiell bis Mitternacht nur mit Sonnenschirm aus dem Haus. Die Zuckerrohr-Schneider rauchen durch das Gesicht voll verhüllende Tücher. Über Sonnencreme freuen sie sich natürlich auch, aber bitte wenigstens LSF 70.

Seife mit Bleichmittel steht auch ganz hoch im Kurs. Helle Haut finden alle Philippinos geil. Anfangs dachte ich, hier gäbe es viel zu viel Sextourismus. Hab mich getäuscht. Die Mädels macht einfach weisse Haut zu rollig um nicht draufzuhupfen. (mehr …)

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Touring Negros: Im Zuckerrohr-Land

2012
2011
Di
15:17
Tag
1656
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Philippinos trinken gerne Rum. Viel Rum. Daher brauchen sie viel Zuckerrohr. Ein Großteil davon wird in den küstennahen Ebenen nördlich Dumaguete auf Negros angebaut. Ich miete mir eine Cross-Maschine und toure nach Norden. Endlose grüne Zuckerrohr-Meere. Fünf Meter hoch mit Zuckerrohr beladene uralte Laster fahren ihn zu den Brennereien. Auf der leeren Rückfahrt schauen sie aus wie umgedrehte Walskelette auf Rädern.

Das ganze erinnert mich brachial an die nördliche Dominikanische Republik in der Nähe von Puerto Plata. Sogar die Schmalspur- Eisenbahn haben die Philippinos kopiert. Die Straße ist nach Taifun Washi halbwegs in Ordnung. Aber einige Brücken fehlen, es gibt einige vollkommen überlastete Umleitungen. Vor den Häusern hängen verschlammte Matratzen zum trocknen. (mehr …)

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Tauchen auf Apo Island

1912
2011
Mo
13:36
Tag
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Apo Island ist eines der besten Tauchgebiete der Philippinen. Riesenmantas, große Meeresschildkröten, blühende Riffe. Muss ich hin, klar. Harolds Mansion organisiert selbst relativ günstige Tauchausflüge. Nach vier Tagen Taifun-Pause sind heute neun Taucher dabei. Die Hälfte von ihnen kenne ich bereits von anderen Orten. Harolds Mansion ist ein echtes Backpacker-Central.

Nach einer Stunde Überfahrt mit Baumstamm-Warner am Bug kommen wir an. Der erste Tauchgang geht runter auf 28 Meter. Dicke Korallenwälder, steile Wände, 1000 Fische. Die Schildkröten und Riesenmantas hat anscheinend der Taifun weggeblasen. Ich tauche mit zwei Pekinesen. Beide atmen deutlich besser als ich. Ich hasse es, mit 120 Bar Restdruck nach 30 Minuten wieder oben zu sein. Heute wird’s anders. (mehr …)

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The Day After: Twin Lakes, almost

1812
2011
So
14:22
Tag
1654
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36h nach dem Sturm fahren die Fähren wieder – und sind gut belegt. Im Meer schwimmen riesen Inseln aus Treibholz. Ein dicker Baumstamm lädt unsere alte Fähre auf eine runde Schiffe versenken ein. Die Fähre gewinnt. Für gerade mal 20% des Ocean Jet Tarifs kommen wir rüber nach Negros, Dumaguete. Das vor dem Hafen gekenterte Schiff lag bei der Durchreise vor vier Tagen noch nicht hier. Sogar die Phlippinos glotzen wie die Lemminge.

Harolds Mansion Hostel, mitten in der Universitätsstadt Dumaguete. Endlich mal wieder ein Ort mit Reisenden. Alle haben Geschichten und suchen Abenteuer. Keine Touristen. Die Zimmer sind sauber und günstig, das Frühstück dazu umsonst und das WiFi bretzelt mit für Philippinische Verhältnisse atemberaubenden 100kB/s durch die Luft. Ich bin glücklich. (mehr …)

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Tropensturm über Siquijor

1712
2011
Sa
9:17
Tag
1653
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Auf den Philippinen ist nichts pünktlich. Noch nicht mal Tropenstürme der zweithöchsten Kategorie. Abends sitze ich gefrustet mit einem großen Glas Rum am Strand und schaue raus aufs tobende Meer. Es ist stockdunkel und der Tropenstum mit weit über 30 Knoten Wind endlich da. Die Eiswürfel schmelzen in meinem Glas.

Die Nacht ist hart. Der Sturm wird noch stärker. Er reisst heftig an der Verankerung des Dachs meiner Hütte. Der Strom fällt aus. Blätter, Zweige und Kokosnüsse hageln aufs Dach. „Fear Island“ spukt noch in meinem Schädel. Das wäre das perfekte Wetter für einen kleinen Massenmord. Am morgen lebe ich wider erwarten dank Taschenlampe immernoch, nur geschlafen habe ich praktisch gar nicht. (mehr …)

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Harte Prüfung

1612
2011
Fr
8:55
Tag
1652
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In den letzten 38 Tagen war ich auf einer Fläche von 1200 mal 800 km auf 23 Inseln. Genausolange warte ich auf Wind, derzeit auf der verschlafenen Insel Siquijor. Rote und Blaue Seesterne, schöne günstige Unterkunft direkt am Strand, nette Leute. Ein Tropensturm zieht auf, Vorhersage 9 Beaufort. Jeglicher Fährverkehr auf wenigstens 100 km ist eingestellt. Er bringt Wolkenbrüche, aber kaum Wind.

Das ist echt die härteste Prüfung aller Zeiten. Ich habe viel Geduld. Ich klage selten darüber, dass ich von meinen 40kg Gepäck bisher 22kg vollkommen umsonst mitgeschleppt habe. Ich beschäftige mich: mit Arbeit, Menschen, Motorbikes, Tauchen. Reisen eben. Aber es reicht jetzt. Sogar alle meine Arbeit ist erledigt, weil nie Wind ist. Das ist mehr als ich ertragen muss. (mehr …)

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Unidad 29: Philippinische Philosophie

1512
2011
Do
2:39
Tag
1651
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Nach einem Monat hier hab ich immernoch nicht so ganz begriffen, wie die Philippinos ticken. Nur einzelne Aspekte, aber die strahlen dann auf alles andere massiv ab. Die wichtigeste Eigenschaft der Philippinos ist:  sie leben voll im hier und jetzt. Nicht Gestern. Nicht Morgen. Heute. Und nur da, keinen Milimeter weiter.

Am Abend trinke ich ein Bier mit den Gitarrero Ronel. Am morgen schiebt er sein leeres Mopped an die Tankstelle. Am Abend seh ich Schilder, die drakonische Strafen für Müllentsorgung verkünden. Am Morgen kriegt man in den Rauchschwaden hunderter kleiner privater Müllverbrennungen kaum Luft. Am Abend jaulen die Philippinos in den Videoke-Bars grausamst den Mond an. Am Morgen zeigen sie, daß sie eigentlich singen können. (mehr …)

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Bohol ist anders!

1212
2011
Mo
14:42
Tag
1648
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Komplett anders als der ganze Rest der Philippinen. Fast alle Straßen sind hier geteert – auf obligatorischem Stahlbeton. In der Mitte sind komische weisse Striche. Hab vergessen, wie die heissen. Alles ist sauberer, die Häuser fertiggebaut. Die Drücker kann man viel einfacher loswerden. Wegen des nahen Mindanao gibt es hier vereinzelt Muslims. Und Bohol ist deutlich teurer.

Ich miete mir für 400 Pesos ein Bike und toure los. Der Rennauspuff ist laut, aber der Topspeed jenseits 130km/h rockt – und das kann man hier auch fahren, zumindest bis zum nächsten gelegentlichen Schlagloch. Die Tour führt von Panglao Island über die Brücke nach Bohol, mitten durch Chocolate Hills und einmal halb um die ganze Insel. Am Ende habe ich über 300 km am Tacho. (mehr …)

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Porno-Party bei Mondfinsternis

1012
2011
Sa
3:12
Tag
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Ich war tagelang verzweifelt. Nix passiert, nur Touristen, keine Reisenden, keine Geschichten. Ich errtappte mich dabei, nur zwecks der Kommunikation nach Zimmerpreisen zu fragen, die ich gar nicht brauche. Heute bricht unerwartet ein Porno bei totaler Vollmond-Finsternis über mich herein. Sodom und Genorrhoe im Paradies, revisitet.

Was ist passiert? Speedboat nach Bohol. Die Scheiben im 6kW-Discobus Tobol-Tagbilaran wären sauber von der Anlage weggefetzt worden – wären da je welche gewesen. Hotel La Roca, Erleuchtung nach Kukuks Nest. Aber nichts passiert. Egal wo ich hinschau, mir fehlt das zweite Paar Augen. Schreiben war einen Monat unerwartet leicht und kernig. Jetzt fühl ich mich mehr als nur halb blind. (mehr …)

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Kukuks Nest / Loch, Cebu

0812
2011
Do
13:43
Tag
1644
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Lebe wohl, mein Palawan! Nächste Insel: Cebu. Der Flug geht durch heftige Gewitter. Beim ersten freien Fall mit Hintern-Liftoff schreit die junge Japanerin neben mir noch, bei den weiteren krallt sie sich nur kaasweiss an den Lehnen fest. Ich bin froh, als wir landen. Cebu ist mit seinen drei Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Philippinen. Slum und Luxus.

Im Internet sah das Kukuks Nest noch ganz nett aus. In Wirklichkeit ist es Kukuks Loch. Eingang im Hinterhof, kleine dunkle Kammer mit klebrigem Doppelbett. Bad ohne Waschbecken. Es riecht nach Kacke und Müll. Gegen satten Preisaufschlag reduziere ich den geplanten Arbeitsaufenthalt auf zwei Tage und wechsle in einen überteuerten „Executive“ Room im ersten Stock. (mehr …)

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Abschied für Schafe

0712
2011
Mi
11:34
Tag
1643
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Es schifft den ganzen Tag in Strömen. Sogar die Fische im Koiteich unter uns schnappen nach Luft. Wir verkriechen uns in der Hütte und gehen Bilder durch. In den letzten vier Wochen haben wir uns nichts geschenkt. Ich konnte mit keinem Menschen bisher so vollgas reisen – und trotzdem fast immer einstimmig. Wir steckten im Dschungel fest, wurden im eigenen Schweiss gedünstet.

Wir mussten viele Pläne ändern und oft auf Fähren warten. Das Reisen war sehr anstregend. Ich hab’s zum ersten mal seit acht Jahren geschafft, wirklich einen Monat lange nichts zu arbeiten. Danke an alle Kunden und vor allem Dir, Mike! Abends bringe ich Uli zum nahen Flughafen. Sie fliegt heute nach Manila, übernachtet am Flughafen und morgen heim. Komm gut nach hause! (mehr …)

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Restaurantkritiken sind doof!

0612
2011
Di
15:07
Tag
1642
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Schon mal eine Restaurantkritik gelesen? Das ist dieses wohl elaborierte Wort-Gewichse von professionellen Nörglern, die aus Prinzip mit nichts zufrieden sind. Sogar der Guide Michelin beschäftigt daher gerne Deutsche. Das einseitige Wortgefecht zwischen Alkoholikern und Koksern steht in der Regel im Kulturteil größerer Tageszeitungen und bietet nur zweierlei Reaktionsmöglichkeiten: Lachen oder Gastritis.

Heute war ich an einem Ort, an dem Essen zur Religion wird. Essens-induzierte Endorphine führen zwar zu dümmlichem Grinsen, wirken aber trotzdem recht erleuchtend. Das Ka-Lui in Puerto Princesa ist Religion. Daher kann ich jetzt leider keine Restaurantkritik schreiben. Stattdessen gibt’s einen Vorschlag für den Weltfrieden. (mehr …)

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