Bacolod, Fixdreck!

2612
2011
Mo
13:51
Tag
1662
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Seit Tagen versuche ich von der Nationalparkbehörde die Erlaubnis und Führer zum besteigen des 2500 m hohen Vulkans Mount Canlaon in Nord-Negros zu erhalten. Harold leitet mich zu Marissa leitet mich zu Jim leitet mich zu Julie und Angelo. 20 SMS bringen mich keinen Schritt weiter. Ich fahre ohne die Erlaubnis ab. Im Bus sagt mir ein Einwohner des letzten Orts vor dem Vulkan: Ich muss zuerst in die Hauptstadt Bacolod.

Der Ceres Bus dorthin ist übervoll. Sechs Stunden Fahrt mit 15 cm fehlende Sitzbreite und 10 cm negative Beinfreiheit schlauchen schwer. Ich stehe auf und hau mir den Schädel heftig am scharfen Ende der zu niedrigen Haltestange an. Platzwunde. Die letzten 100 km stehe ich halb aus der Tür hängend auf der Treppe – wenigstens aufrecht. (mehr …)

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Cock-Fight am Sugar Beach

2512
2011
So
17:06
Tag
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Philippinos lieben Hahnenkampf. Der englische Begriff „Cock Fight“ ist noch passender, weil es wirklich ein Schwanzvergleich ist. Wer am längsten steht, gewinnt, und dem Gegener hilft auch Viagra nicht mehr. Heute soll ich unverhofft meinen ersten Cock Fight sehen. Ich teile mir ein Habal-Habal mit Kumpane Vanisi aus Bologna und fahre zum entlegenen Sugar Beach.

Die Anreise zum Sugar Beach ist nicht ganz einfach. 15 km Straße ab Sipalay, am Ende des Feldwegs nimmt man ein Paddelboot über einen Gezeiten-Fluss, geht durch ein Dorf und auf den Küstenfelsen zur nächsten Bucht. Der Sugar Beach soll einer der schönsten Strände der Philippinen sein. Und schaut unerwartet auch so aus. (mehr …)

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…und ein schönes Fest!

2412
2011
Sa
16:41
Tag
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Die richtige Zeit sucht man sich nicht aus, genauso wenig wie den richtigen Ort. Beides kombiniert heisst einfach Glück. Am Nachmittag werden Tische am Strand aufgebaut. Kinder kommen, immer mehr. Abends werden in einer feierlichen Prozession zwei riesen Spanferkel am Spieß herangetragen. Das eine hab ich glaub ich noch vorgestern beim Dschungel-Trecking bewundert.

Die Tafel ist gedeckt. Das Meer rauscht, Kerzen brennen, die Palmen blinken. Weit draußen am Meer blitzen Gewitter auf. Die Dorfjugend tanzt Macarena und die Musiker spielen unglaublich schräg auf. Das ganze Dorf hat sich zum Festmahl versammelt, über 200 Menschen. Alle verwandt mit den 35 Angestellten des Artistic Diving Resort. Weihnachten auf den Philippinen. (mehr …)

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Worldwide Weihnachts-Wahnsinn

2412
2011
Sa
6:23
Tag
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Weihnachten ist auf den Philippinen erfunden worden. Nichts macht Philippinos geiler: keine weisse Haut, kein Videoke, kein Jeepney-frottieren, kein Balut. Die Vorweihnachtszeit beginnt auf den Philippinen offiziell zwei Wochen nach Ostern und schaukelt sich bis Dezember zu einem nationalen Glückseeligkeits-Gangbang von epischen Ausmaßen auf.

Jeder hat jeden extrem lieb. Nur die Arbeitgeber ihre Angestellten nicht, denn die müssen über Monate übelste Hutkreationen tragen, die eindeutig gegen die Genfer Konventionen verstoßen. Die Philippinos der kleinen Inseln kommen zum shoppen rüber auf die großen und kehren als wandelnde Geschenkberge zurück. Der Sound hierzu: Jingle Bells auf Techno, 180 BPM. Knecht Ruprecht verratzt an Herzinfarkt. (mehr …)

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Negros Occidental

2312
2011
Fr
14:46
Tag
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Jede größere Insel auf den Philippinen ist in zwei Hälften, Oriental und Occidental unterteilt. Das gibt den Bewohnern das Feeling, auf einem eigenen Kontinent zu wohnen. Wenn man auf den großen Inseln mit dem Motorrad reist, kommt’s einem oft noch deutlich größer vor.

Im größten Shop Sipalays hält man mir eine Schachtel Cornflakes entgegen, als ich nach Müsliriegeln für’s Wandern frage. Der einzige Bankomat frißt meine Karte nicht, und ich habe kaum noch Geld. Motorbikes sind schwer zu bekommen und teurer als irgendwo anders. Erst nach einiger Zeit als Passagier eines Tret-Bikes finde ich ein günstiges Motorbike zu mieten. (mehr …)

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Verloren im Dschungel

2212
2011
Do
9:59
Tag
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Das Artistic Diving Resort sechs Kilometer südlich Sipalay ist ein echter Volltreffer. Es gibt ein günstiges Backpacker-Zimmer, aber alles andere ist recht nobel. Poolbar mit Blick aufs Meer – und richtig guter Musik. Kokospalmen und weisser Strand. Ein kleines Dorf in der Nähe. Hier sind nur Urlauber, und nur Pärchen. Alleine reisen ist schwer.

Ich muss was sehen, bin einfach keine Pool-Potatoe. Am Strand nach Süden. Eine riesige Treppe führt nach oben ins Nichts einer nie angefangenen Urbanizacion. Nach drei Kilometern hört der Weg auf. Ein kleiner Pfad führt in den Dschungel. Ich überlege kurz: Kein Hemd, kein Wasser, Mittagshitze. Dann marschiere ich los. Schlechte Entscheidung. (mehr …)

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Weihnachtsgeschenke Für Philippinos

2112
2011
Mi
10:58
Tag
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Liebes Christkind, die Philippinos hatten ein hartes Jahr. Und sie waren brav. Falls Dir noch ein paar Geschenkideen fehlen: über die folgenden Sachen freut sich jeder Philippino. Ohne Ausnahme.

Sonnenschutz in jeder Form. Die Mädels gehen prinzipiell bis Mitternacht nur mit Sonnenschirm aus dem Haus. Die Zuckerrohr-Schneider rauchen durch das Gesicht voll verhüllende Tücher. Über Sonnencreme freuen sie sich natürlich auch, aber bitte wenigstens LSF 70.

Seife mit Bleichmittel steht auch ganz hoch im Kurs. Helle Haut finden alle Philippinos geil. Anfangs dachte ich, hier gäbe es viel zu viel Sextourismus. Hab mich getäuscht. Die Mädels macht einfach weisse Haut zu rollig um nicht draufzuhupfen. (mehr …)

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Touring Negros: Im Zuckerrohr-Land

2012
2011
Di
15:17
Tag
1656
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Philippinos trinken gerne Rum. Viel Rum. Daher brauchen sie viel Zuckerrohr. Ein Großteil davon wird in den küstennahen Ebenen nördlich Dumaguete auf Negros angebaut. Ich miete mir eine Cross-Maschine und toure nach Norden. Endlose grüne Zuckerrohr-Meere. Fünf Meter hoch mit Zuckerrohr beladene uralte Laster fahren ihn zu den Brennereien. Auf der leeren Rückfahrt schauen sie aus wie umgedrehte Walskelette auf Rädern.

Das ganze erinnert mich brachial an die nördliche Dominikanische Republik in der Nähe von Puerto Plata. Sogar die Schmalspur- Eisenbahn haben die Philippinos kopiert. Die Straße ist nach Taifun Washi halbwegs in Ordnung. Aber einige Brücken fehlen, es gibt einige vollkommen überlastete Umleitungen. Vor den Häusern hängen verschlammte Matratzen zum trocknen. (mehr …)

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Tauchen auf Apo Island

1912
2011
Mo
13:36
Tag
1655
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Apo Island ist eines der besten Tauchgebiete der Philippinen. Riesenmantas, große Meeresschildkröten, blühende Riffe. Muss ich hin, klar. Harolds Mansion organisiert selbst relativ günstige Tauchausflüge. Nach vier Tagen Taifun-Pause sind heute neun Taucher dabei. Die Hälfte von ihnen kenne ich bereits von anderen Orten. Harolds Mansion ist ein echtes Backpacker-Central.

Nach einer Stunde Überfahrt mit Baumstamm-Warner am Bug kommen wir an. Der erste Tauchgang geht runter auf 28 Meter. Dicke Korallenwälder, steile Wände, 1000 Fische. Die Schildkröten und Riesenmantas hat anscheinend der Taifun weggeblasen. Ich tauche mit zwei Pekinesen. Beide atmen deutlich besser als ich. Ich hasse es, mit 120 Bar Restdruck nach 30 Minuten wieder oben zu sein. Heute wird’s anders. (mehr …)

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The Day After: Twin Lakes, almost

1812
2011
So
14:22
Tag
1654
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36h nach dem Sturm fahren die Fähren wieder – und sind gut belegt. Im Meer schwimmen riesen Inseln aus Treibholz. Ein dicker Baumstamm lädt unsere alte Fähre auf eine runde Schiffe versenken ein. Die Fähre gewinnt. Für gerade mal 20% des Ocean Jet Tarifs kommen wir rüber nach Negros, Dumaguete. Das vor dem Hafen gekenterte Schiff lag bei der Durchreise vor vier Tagen noch nicht hier. Sogar die Phlippinos glotzen wie die Lemminge.

Harolds Mansion Hostel, mitten in der Universitätsstadt Dumaguete. Endlich mal wieder ein Ort mit Reisenden. Alle haben Geschichten und suchen Abenteuer. Keine Touristen. Die Zimmer sind sauber und günstig, das Frühstück dazu umsonst und das WiFi bretzelt mit für Philippinische Verhältnisse atemberaubenden 100kB/s durch die Luft. Ich bin glücklich. (mehr …)

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Tropensturm über Siquijor

1712
2011
Sa
9:17
Tag
1653
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Auf den Philippinen ist nichts pünktlich. Noch nicht mal Tropenstürme der zweithöchsten Kategorie. Abends sitze ich gefrustet mit einem großen Glas Rum am Strand und schaue raus aufs tobende Meer. Es ist stockdunkel und der Tropenstum mit weit über 30 Knoten Wind endlich da. Die Eiswürfel schmelzen in meinem Glas.

Die Nacht ist hart. Der Sturm wird noch stärker. Er reisst heftig an der Verankerung des Dachs meiner Hütte. Der Strom fällt aus. Blätter, Zweige und Kokosnüsse hageln aufs Dach. „Fear Island“ spukt noch in meinem Schädel. Das wäre das perfekte Wetter für einen kleinen Massenmord. Am morgen lebe ich wider erwarten dank Taschenlampe immernoch, nur geschlafen habe ich praktisch gar nicht. (mehr …)

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Harte Prüfung

1612
2011
Fr
8:55
Tag
1652
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In den letzten 38 Tagen war ich auf einer Fläche von 1200 mal 800 km auf 23 Inseln. Genausolange warte ich auf Wind, derzeit auf der verschlafenen Insel Siquijor. Rote und Blaue Seesterne, schöne günstige Unterkunft direkt am Strand, nette Leute. Ein Tropensturm zieht auf, Vorhersage 9 Beaufort. Jeglicher Fährverkehr auf wenigstens 100 km ist eingestellt. Er bringt Wolkenbrüche, aber kaum Wind.

Das ist echt die härteste Prüfung aller Zeiten. Ich habe viel Geduld. Ich klage selten darüber, dass ich von meinen 40kg Gepäck bisher 22kg vollkommen umsonst mitgeschleppt habe. Ich beschäftige mich: mit Arbeit, Menschen, Motorbikes, Tauchen. Reisen eben. Aber es reicht jetzt. Sogar alle meine Arbeit ist erledigt, weil nie Wind ist. Das ist mehr als ich ertragen muss. (mehr …)

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Unidad 29: Philippinische Philosophie

1512
2011
Do
2:39
Tag
1651
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Nach einem Monat hier hab ich immernoch nicht so ganz begriffen, wie die Philippinos ticken. Nur einzelne Aspekte, aber die strahlen dann auf alles andere massiv ab. Die wichtigeste Eigenschaft der Philippinos ist:  sie leben voll im hier und jetzt. Nicht Gestern. Nicht Morgen. Heute. Und nur da, keinen Milimeter weiter.

Am Abend trinke ich ein Bier mit den Gitarrero Ronel. Am morgen schiebt er sein leeres Mopped an die Tankstelle. Am Abend seh ich Schilder, die drakonische Strafen für Müllentsorgung verkünden. Am Morgen kriegt man in den Rauchschwaden hunderter kleiner privater Müllverbrennungen kaum Luft. Am Abend jaulen die Philippinos in den Videoke-Bars grausamst den Mond an. Am Morgen zeigen sie, daß sie eigentlich singen können. (mehr …)

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Bohol ist anders!

1212
2011
Mo
14:42
Tag
1648
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Komplett anders als der ganze Rest der Philippinen. Fast alle Straßen sind hier geteert – auf obligatorischem Stahlbeton. In der Mitte sind komische weisse Striche. Hab vergessen, wie die heissen. Alles ist sauberer, die Häuser fertiggebaut. Die Drücker kann man viel einfacher loswerden. Wegen des nahen Mindanao gibt es hier vereinzelt Muslims. Und Bohol ist deutlich teurer.

Ich miete mir für 400 Pesos ein Bike und toure los. Der Rennauspuff ist laut, aber der Topspeed jenseits 130km/h rockt – und das kann man hier auch fahren, zumindest bis zum nächsten gelegentlichen Schlagloch. Die Tour führt von Panglao Island über die Brücke nach Bohol, mitten durch Chocolate Hills und einmal halb um die ganze Insel. Am Ende habe ich über 300 km am Tacho. (mehr …)

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Porno-Party bei Mondfinsternis

1012
2011
Sa
3:12
Tag
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Ich war tagelang verzweifelt. Nix passiert, nur Touristen, keine Reisenden, keine Geschichten. Ich errtappte mich dabei, nur zwecks der Kommunikation nach Zimmerpreisen zu fragen, die ich gar nicht brauche. Heute bricht unerwartet ein Porno bei totaler Vollmond-Finsternis über mich herein. Sodom und Genorrhoe im Paradies, revisitet.

Was ist passiert? Speedboat nach Bohol. Die Scheiben im 6kW-Discobus Tobol-Tagbilaran wären sauber von der Anlage weggefetzt worden – wären da je welche gewesen. Hotel La Roca, Erleuchtung nach Kukuks Nest. Aber nichts passiert. Egal wo ich hinschau, mir fehlt das zweite Paar Augen. Schreiben war einen Monat unerwartet leicht und kernig. Jetzt fühl ich mich mehr als nur halb blind. (mehr …)

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Kukuks Nest / Loch, Cebu

0812
2011
Do
13:43
Tag
1644
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Lebe wohl, mein Palawan! Nächste Insel: Cebu. Der Flug geht durch heftige Gewitter. Beim ersten freien Fall mit Hintern-Liftoff schreit die junge Japanerin neben mir noch, bei den weiteren krallt sie sich nur kaasweiss an den Lehnen fest. Ich bin froh, als wir landen. Cebu ist mit seinen drei Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Philippinen. Slum und Luxus.

Im Internet sah das Kukuks Nest noch ganz nett aus. In Wirklichkeit ist es Kukuks Loch. Eingang im Hinterhof, kleine dunkle Kammer mit klebrigem Doppelbett. Bad ohne Waschbecken. Es riecht nach Kacke und Müll. Gegen satten Preisaufschlag reduziere ich den geplanten Arbeitsaufenthalt auf zwei Tage und wechsle in einen überteuerten „Executive“ Room im ersten Stock. (mehr …)

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Abschied für Schafe

0712
2011
Mi
11:34
Tag
1643
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Es schifft den ganzen Tag in Strömen. Sogar die Fische im Koiteich unter uns schnappen nach Luft. Wir verkriechen uns in der Hütte und gehen Bilder durch. In den letzten vier Wochen haben wir uns nichts geschenkt. Ich konnte mit keinem Menschen bisher so vollgas reisen – und trotzdem fast immer einstimmig. Wir steckten im Dschungel fest, wurden im eigenen Schweiss gedünstet.

Wir mussten viele Pläne ändern und oft auf Fähren warten. Das Reisen war sehr anstregend. Ich hab’s zum ersten mal seit acht Jahren geschafft, wirklich einen Monat lange nichts zu arbeiten. Danke an alle Kunden und vor allem Dir, Mike! Abends bringe ich Uli zum nahen Flughafen. Sie fliegt heute nach Manila, übernachtet am Flughafen und morgen heim. Komm gut nach hause! (mehr …)

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Restaurantkritiken sind doof!

0612
2011
Di
15:07
Tag
1642
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Schon mal eine Restaurantkritik gelesen? Das ist dieses wohl elaborierte Wort-Gewichse von professionellen Nörglern, die aus Prinzip mit nichts zufrieden sind. Sogar der Guide Michelin beschäftigt daher gerne Deutsche. Das einseitige Wortgefecht zwischen Alkoholikern und Koksern steht in der Regel im Kulturteil größerer Tageszeitungen und bietet nur zweierlei Reaktionsmöglichkeiten: Lachen oder Gastritis.

Heute war ich an einem Ort, an dem Essen zur Religion wird. Essens-induzierte Endorphine führen zwar zu dümmlichem Grinsen, wirken aber trotzdem recht erleuchtend. Das Ka-Lui in Puerto Princesa ist Religion. Daher kann ich jetzt leider keine Restaurantkritik schreiben. Stattdessen gibt’s einen Vorschlag für den Weltfrieden. (mehr …)

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Puerto Princesa

0512
2011
Mo
11:22
Tag
1641
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Die Fahrt nach Puerto Princessa dauert fast drei Stunden. Zu Spitzenzeiten sind nur 47 Passagiere und ca. 1,2 Tonnen Fisch im / um / am Jeepney. Wir wären gerne noch etwas an Sabangs schönen Stränden geblieben. Aber ich brauche endlich mal wieder Internet. Und Strom. Und Wäsche, die nach dem Waschen sauber und trocken ist.

Uli landet einen absoluten Volltreffer mit ihrer Unterkunftswahl: Lotus Garden ist nicht billig, aber ein absoluter Traum. Wir wohnen die letzten Tage in einem Japanischem Pavillion über einem Teich mit Kois und Seerosen. Edles Holz, Klimaanalage, TV und Walk-In-Dusche, dazu all you can eat Sushi-Buffet am Abend. Internet mit 5kB/s versetzt mich ernsthaft in Geschwindigkeitsrausch. (mehr …)

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D-Day @ Sabang Underground River

0312
2011
Sa
22:00
Tag
1639
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Um 7 Uhr morgens fahren wir an der Ostküste Palawans mit der Bangka gute 2h nach Süden. Ziel ist der Sabang Underground River, der längste befahrbare unterirdische Fluss der Welt. Der Seegang ist mit über zwei Metern heftig, genauso wie der Shorebreak am Beach. Der Captain spielt D-Day: Vollgas an den Strand, feindlche Bangka fast versenken, herbeieilende Helfer beinhahe plätten, Landungsklappen runter und „GO! GO! GO!“

Ich erwarte schweren Beschuss, sehe aber nur Unmengen an Fotos schießenden Touristen. Welterbe, wieder mal. Schwimmwesten an, Helme auf, Fraggles-Song trällern in der Warteschlange, ab mit dem Boot in den Untergrund. 1,5 km mit dem Paddelboot durch bis zu 65 m hohe Tropfsteinhöhlen voller Fledermäuse. Draussen warten Warane und Affen. (mehr …)

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Reisen in Macrovision

0212
2011
Fr
23:28
Tag
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Schönheit liegt nicht im Auge des Betrachtes. Sie ist einzig eine Frage des Fokus. Große schöne Bilder werden häufig durch kleine Widrigkeiten versaut. Beispiel: Der Kartoffelsalat war versalzen, also ist der Urlaub scheisse. Andersrum passiert das selten. Oder würde jemand beim betrachten eines Aktausschnitts mit unperfektem Busen mutmassen, dass der Rest vom Model hässlich ist?

Mein großes Bild war jetzt ein paar Tage getrübt. Kein Wind, zu teuer, Langeweile. Ich beschließe, ab sofort in Macrovision zu reisen. Ich zoome auf die Details. Aus denen baue ich mir dann ein schönes großes Bild zusammen. (mehr …)

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Ich bin sowas von Nina!

3011
2011
Mi
13:54
Tag
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Kennt ihr Nina, unser aller blöd-blonde Ordnungs-Schlampe Nummer eins? Sie checkt im TV Hotels in „Achtung Kontrolle“ und ist die ultimative Verkörperung neudeutscher Peinlichkeit. Gebucht werden Pauschalreisen für wenig Geld mit der Erwartung eines Traums aus 1001 Nacht auf Malle. Nichts zahlen, alles wollen, ständig motzen: typisch Deutsch

Ihr Lieblingsutensil ist ein weisser Stoffhandschuh. Mit diesem wischt sie dann über irgendwelche Stellen, an die kein Zimmerbewohner je blickte. Dann verzieht sie ihre Hackfresse und gibt Sprüche Marke „Pfui, wie unhygienisch!“ zum besten. Dazwischen fällt 100 mal ohne jeglichen finanziellen Zusammenhang das Wort „Holidaycheck“. (mehr …)

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Jeepney-Rallye nach Port Barton

2911
2011
Di
20:48
Tag
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Auf dem Plakat steht „No speeding, reliable and not overcrowded.“ Der Speed-Van ist das beste Reisemittel von El Nido nach Süden. Abfahrt ist um sieben Uhr morgens. Die Helfer scheinen mein Kiteboard mit einem Negativ-Spoiler zu verwechseln. So wie sie es locker hinten am Dach festzurren ist es prädestiniert zum Flugeinsatz. Androhung der Todesstrafe sorgt für Besserung.

Der Bus hat 16 Plätze. Da heute nur 12 Passagiere dabei sind, gilt das als „not overcrowded“. Die Beinfreiheit beträgt -15cm. Die Piste nach Süden ist großteils ungeteert. Der Fahrer heizt mit bis zu 100 km/h in bester Peterhansel-Manier durch alle Schlaglöcher gen Roxas. Die knapp 200 km bewältigt er in vier Stunden. Der Regen und die Staubwolke versauen bis dahin unser komplettes Gepäck am Dach. (mehr …)

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Inselhoppen im Bacuit Archipel, El Nido

2811
2011
Mo
14:54
Tag
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Wir treffen einen netten Kurden wieder, den wir schon auf Coron kennenlernten. Er ist voll auf Inselhopping. Macht hier die dritte Tour binnen drei Tagen. Wir schließen uns an. Die Bangkas hier sind kleiner und die Motoren deutlich leiser. Die Ökotourismus-Abgabe scheint was zu bringen. In einer kleine Gruppe geht es einige Kilometer raus ins Bacuit Archipel.

Die Inseln sind noch kleiner, steiler und spektakulärer als in Coron. Obwohl hier praktisch alles Wasser ist bringt der gestrige Regen nochmal ein sattes Plus an Luftfeuchtigkeit. Heute knallt die Sonne richtig, wir garen im Dampf bei 35°. Das Wasser ist hier fast schon pervers blau. Strahlend weisse Sandstrände stechen in den Augen, grüne Palmen leuchten in 300m hohen Steilwänden. Wieviele Generationen dauerte es nach da oben? (mehr …)

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Kitesurfen in El Nido

2711
2011
So
14:49
Tag
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El Nido ist ein Traum. Eingerahmt von hohen Karst-Felsen liegt es am Ende einer Bucht im nördlichen Palawan. Es gibt schöne Unterkünfte und ordentliche Restaurants. Auch wenn’s Strom nur von 18.00 bis 24.00h gibt: Coron war deutlich versiffter. Wir wandern durch die Stadt und dann vier Kilometer nach Norden an einen einsamen Strand.

Danach bin ich recht platt und mach mich flach. Geweckt werde ich von einem Windstoß, der vom Meer in unsere kleine Hütte am Strand fegt. Wind! Endlich! Nach 16 Tagen warten bin ich endlich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich renn raus an den Strand und bau sofort auf. (mehr …)

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