Vor der großen Wanderung

2012
2007
Do
21:31
Tag
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Ich fahre mit dem Bus zum Abel Tasman National Park. Etliche Male fliegt das gleiche Schild am Straßenrand vorüber: „Home Kills“. Das bedeutet soviel wie „Hofschlachtung“. Ich muss grinsen. Man könnte es auch anders übersetzen.

Mein letzter Halt vor der großen Wanderung ist wirklich das allerletzte Hostel vor dem Abel Tasman Nationalpark. The Barn, eine kleine Farm, Campingplatz und Dorm. Der letzte Ort ist schon 15km hinter mir. Ein Glockenspiel und Blumen wehen im Wind. Vögel zwitschern, Bienen summen. An der Wand steht ein Spruch: „Life does not consist of the number of breathes we take, but of the places and moments that take our breath away.“

Nach einem Mittagsschlaf geh ich an den Strand. Ein UFO greift mich todesmutig an. Der nette Vogel verteidigt seinen Nistplatz, immer wieder Sturzflug auf mich, dann einen halben Meter vor mir schlagartig abdrehen. Das Meer ist strahlend blau, tausende von Sandwespen schweben im Tiefflug über dem goldgelben Strand.

Mein Rucksack ist zu schwer. Webdesigner musste natürlich unbedingt seinen Laptop auch mit in die Pampa nehmen. Könnte ja sein, dass man binnen drei Tagen was vergisst zu bloggen. Ich miste noch aus, was ich nicht unbedingt brauche und lade dann ein letztes Mal alle Batterien auf.

Ich hab mal wieder das schönste Büro auf der ganzen Welt. Manche fragen: „Ist es nicht schwer, im Urlaub zu arbeiten?“ Darauf sag ich immer nur: „Es ist ganz wunderbar, in so einem Büro Urlaub zu machen.“ Zum Zwitschern der Vögel mache ich im Sonnenuntergang ein paar Updates an verschiedenen Homepages.

Ach ja, Gestern hab ich mir einen MP3-Player gekauft. Kundenservice in Neuseeland. Köstlich.

Ich: Hat der einen freien Equalizer?
VK: Weiß ich nicht.
Ich: Steht das vielleicht auf der Packung hinten drauf?
VK: Müsste man nachschauen.
Ich: – Schau fragend.
VK: Macht nach einiger Zeit den Schrank auf, schaut nach. Ne, steht nix drauf. Muss man die Anleitung aus dem Internet herunterladen.
Ich: Kann ich den Player mal ausprobieren, vielleicht finde ich es ja?
VK: Hast eigene Kopfhörer dabei?
Ich: Rein zufälligerweise nicht.
VK: Dann geht’s nicht.
Ich: Kann ich wenigstens mal anschalten und nachschauen?
VK: Dazu müsste ich erst den Player aufladen. Dann gilt er als gebraucht.
Ich werde langsam genervt; fetter VK merkt das.
Ich: Was ist der Unterschied zwischen diesem und jenem Player?
VK bemüht sich, die-Packung-studierenderweise. Hat trotzdem keine Ahnung.
Ich: Gibt’s hier auch irgendeinen Player, bei dem noch ein Netzgerät dabei ist, oder kann man jetzt alle Player nur noch über USB aufladen?
VK: Netzteile kann man extra kaufen. 90$.
Ich juble. Welch Schnäppchen! Und so eine lustige Plastikglump-Schachterl für 40$ nehme ich gleich auch noch. Die Beratung war hervorragend, kompetent und sehr freundlich, deswegen geh ich wenige Minuten später mit einem neuen MP3-Player aus dem Laden. Ich nenne es Sinn für Humor. Und meinen nächsten Kauf tätige ich wieder im Internet. Da sind Beratung und Preis besser.

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