Schottenwetter in Dunedin

1401
2008
Mo
16:31
Tag
220
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Es geht weiter nach Dunedin. Ausnahmsweise breche ich mal früh nach wenig Schlaf auf. Schon am frühen Mittag bin ich in Dunedin und erst mal ziemlich beeindruckt. Ich vermeine fast so etwas wie Geschichte zu riechen. Alte Gebäude, nachgemachte italienische Renaissance, Neogotik und wieder Art Deco neben Klassizismus. Die erste Stadt in Neuseeland, in der es mehr Steinbauten als Holzhäuser gibt.

Warum ist klar: Dun-Edin bedeutet Neu-Edinburgh und geht auf eine schottische Gründung zurück. Schotten mögen halt kein Holz aber finden dafür schwarze und weiße Steine total geil. Hält länger und is daher billiger. ich kurve durch die Dunedin und find nach kurzer Zeit mein Hostel hoch oben auf einem Hügel.

Auch dieses mal wieder ist das Hostel spitze. Alte Villa, Blick über die Stadt, HotPool im Garten. Okay, WiFi ist nicht umsonst wie versprochen aber bei 5$ am Tag fang ich noch nicht mal zum Schnauben an. Ich gehe in die Stadt. Ein Türke beschert mit glatt den besten Döner aller Zeiten – wenngleich auch den teuersten.

Jeder berichtete mir von Dunedin als Party- und Studentenstadt. Gut, es sind gerade Semesterferien, aber die 10 Kneipen die ich gefunden habe können diesen Ruf ja wohl nicht rechtfertigen, oder? Ich schwing mich ins Auto und fahre durch die umliegenden Hügel. Alte Boy Schools, Klöster, die Uni. Dann geht es nach Osten auf dei Otago Halbinsel.

Auf dem höchsten Berg hat der Australischer Banker Lanarch 1870 eine Burg erbauen lassen. War wohl der einzige, der am Goldrausch verdiente. Glücklich wurde er trotzdem nicht. Nach der dritten Frau hat er sich wenige Jahre später mitten im Englischen Parlament erschossen.

Ich genieße einen labbrigen Cappuccino im Rittersaal. Regen und Nebel ziehen auf. Die Sichtweite geht runter auf 50m. Fast wie Schottland. Durch den Regenwald-Garten der Burg geh ich zum Auto zurück. Hätte gerne noch eine Pinguin-Kolonie und die Brutstätten der Königs-Albatrosse besucht. Bei dem Wetter sinnlos.

Zurück in der Villa treff ich ein paar Mädels vom gestrigen Hostel und weitere Bekannte aus früheren Zeiten. Alles geht hier in guten Kreisen. Ich geh in ein nobles schweizer Ristorante. Gute Stube im Biedermeierstil, dunkles Licht und alter Jazz. Am Kamin wartet man auf seinen Tisch. Ich gönne mir Rosmarin-Lamm-Medaillons mit Rösti für 30€. Auf manches Essen muss man einfach high werden.

Ein guter deutscher Bursche zieht mit mir in die Stadt. Wenn der Reiseführer nun mal die Kneipenszene lobt, dann muss man sich die halt anschauen. Tun wir. Nicht lange aber heftig. Zurück im Hostel werde ich mal wieder beim Pokern plattgewalzt und fange an, an Sprichwörtern zu zweifeln.

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