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Rafting in Rotorua

Wir fahren weiter nach Rotorua, einem alten Thermal-Badeort. Rundherum blubbern Geysire und Schlammlöcher. Man kann bedenkenlos von sich lassen, was immer man will. Überall liegt Schwefel in der Luft. Alles ist unglaublich teuer, vor allem Adrenalinspäße. Unsere Unterkunft ist Cactus Jack, ein nettes Westerndorf-Hostel Downtown Rotorua. Lisa hat ein Treffen mit den beiden Daves von Mana organisiert.

Die Nacht fängt blutig an. Irgendwann höre ich, dass die beiden mit den Daves Richtung Süden weiterziehen wollen. Wir hatten zu viert einen Combi für drei Wochen gemietet. Nach fünf Tagen bin ich alleine übrig. Lichter gehen aus, die Nacht wird noch blutiger. Ein Konzert, ein Club. Die ständigen „Are you alright?“ Fragen nerven mich. Nein, überhaupt nicht.

Es war sehr schön mit den beiden durch Neuseeland zu ziehen. Hatte beide sehr gerne. Wahrscheinlich weiss keiner der beiden, wie glücklich sie mich gemacht haben. Könnte noch nicht einmal sagen, wie.

Ich erkläre Marc in der Nacht das erste Zeichen der Ehre: zu seinem Wort zu stehen. Aber er ist schon wieder zu betrunken. Lisa meide ich die ganze Nacht. Beide sind pures Gold, und jeder verschwendet seinen Schatz auf die eigene Weise. Es war schwer, zuzusehen.

Das Hostel ist um drei Uhr zugesperrt, also klettere ich übers Dach. Es rumort. Ich hasse wenige Sachen, aber die richtig. Unzuverlässigkeit steht ganz oben auf meiner Liste.

Am Morgen haben wir noch Rafting gebucht. Lisa fällt nach der letzten Nacht flach, hat die Neuseeländischen Partypillen nicht verkraftet. Marc ist dabei. Der Trip auf dem Kaituna ist nicht lang, aber happig. Schwierigkeitsgrad 5, der höchste Wasserfall ist 7m. Ich schlucke Wasser wie ein Fisch. Der Canyon ist eng und wunderschön, dichter Regenwald und Farne auf beiden Seiten. Aber ich bin nicht bei der Sache. Mein Schädel dreht sich.

Wir fahren zurück ins Hostel. Der Abschied ist kurz und kalt, am liebsten hätte ich ihn mir ganz gespart. Ich freu mich, dass die beiden C ya sagen, nicht Good Bye. Hätte sonst lügen müssen. Schweigend bringe ich Pete mit Vollgas nach Auckland zurück. Er hat dort ein Jobangebot. Wir fahren noch mal auf den Mount Eden. Scheiße, war das schön, mitten in der Nacht und im Regen. Viel schöner als jetzt im Sonnenschein.

Zurück im Yaping House bekomme ich glatt nochmal das gleiche Zimmer. Ich schau mir die drei leeren Betten an, und frag mich, welches ich wohl belegen sollte. Das Beste gegen zurückbleiben ist weitergehen.



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