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Christchurchs chronischer Kreuzschmerz

Mittelerde liegt hinter mir. Christchurch vor mir. Die Fahrt mit dem 1,60m hohen Bus dauert fast 9 Stunden. Danach bin ich irgendwie etwas geknickt. Vom Cathedral Square schleppe ich erst mal wieder 35kg Gepäck zum Bus Terminal und fahr ins nahe Shalom Hostel. Nix besonderes, aber billig und WiFi.

Erster Tag: Sturm und Regen. Ich laufe platschnass durch Christchurch. Überall in Neuseeland haben’s die Stadtplaner irgendwie geschafft, verschiedene Baustile zu einem schönen Ganzen zu verschmelzen. In Christchurch haben sie komplett versagt. Kein Haus passt zum nächsten. Disneyworld, Brutalismus, Viktorianisch, Holzhaus, Bauhaus, Hochhaus, Mies. Kein Haus im gleichen Maßstab. Bärks!

Im Zentrum gibt’s schon ein paar alte schöne Sachen. Alle eingerahmt von Hochhäusern. Ich stroll durch ein paar Shoppingmalls. Christchurch besteht zu 25% aus Punkern und 25% aus Asiaten. An jeder Ecke hocken fertige Gestalten.

Vor einigen Wochen gab’s einen riesen Aufschrei. Direkt vor Silvester wurde eine Studie veröffentlicht, die Christchurch zur kriminellsten Stadt Neuseelands abstempelte. Das schockte natürlich jeden hier. So sehr, dass was getan werden musste. Der Bürgermeister forderte zu Silvester einige Hundertschaften extra Polizei an und erweiterte die öffentlichen Alkoholverbote. Viele Reisende berichteten mir von Freunden, die wegen einem Bier vor dem Richter landeten.

Ich denke zurück an laue Sommernächte am Bismarckplatz Regensburg und kann nur grinsen. Jeder neuseeländische Polizist würde dort einen cholerischen Anfall bekommen. Also. Die Polizei hat aufgeräumt, jetzt herrscht wieder Ordnung in Christchurch. Vandalismus, Schlägereien und Sexualverbrechen werden schließlich nur besoffen begangen.

Pfeifend lauf ich durch den Regen. Was auffällt: Die Christchurcher haben anscheinend wahnsinnige Kreuzschmerzen, seitdem sie ihre Bierchen nicht mehr in der Öffentlichkeit stemmen dürfen. Es gibt auch viel zu wenige Bars, um ein derartiges Rückentraining ernsthaft zu betreiben. Was bleibt ist Symptombehebung. Deswegen verfügt Christchurch ungefähr über doppelt so viele Massagesalons wie Kneipen. Arme Kiwis :-(



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4 Kommentare zu “ Christchurchs chronischer Kreuzschmerz ”

Im NZ Herald habe ich gelesen, dass die Kiwis ein massives Problem mit Jugendbanden hat. Es gibt eine rund 100-köpfige Gruppe namens Killer-Beez in Auckland. Die sind echt gefährlich. Mag man eigentlich nicht glauben.

Über die Gefährlichkeit von Seelöwen habe ich mich nochmals wegen meinem Kiteurlaub erkundigt. Es ist wohl wirklich so, dass mit denen am Strand nicht zu spaßen ist.

Weiterhin gute Reise vom Tommy

Kommentar von Tommy Krebs am 22.1.2008

cheers, alter pirat
wie lang bist den noch in nz unterwegs? photos sind so geil, dass ich mich fürchterlich ärger, dass ich mit georg nicht noch weiter nach süden gefahren bin. sieht tatsächlich aus wie schottland, ich hoff das ist gleichbedeutend mit besserem bier..
g nach nz
arnulf

Kommentar von Arnulf am 23.1.2008

verpasst nicht allzuviel du. südküste und osten waren nett, aber chch ist ziemlich bäh. werd mir wohl noch ein paar museen und shoppingmalls geben und dann versuchen noch ein letztes mal zum kiten zu kommen. bier: immer das selbe spei(ght)s :-). bin hier noch bis sonntag, dann auck -> oz.

Kommentar von ff-webdesigner am 23.1.2008

werde zusammen mit nem freund am 29.2.08 auf weltreise gehen! Bin gestern auf deine Homepage gestoßen und stelle fest das du fast die gleiche route machst:-)
Hab jetzt schon einiges auf deinem Blog gelesen, echt super geschrieben! Kannst du uns tipps geben wie du das mit deiner Kiteausrüstung und dem Rucksack machst? Wir nehmen beide eine Ausrüstung mit! wäre cool was von dir zu hören!

Kommentar von David am 24.1.2008

Du hast was zu sagen? Dann schreib!

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