Baumgiganten und wildes Meer

1911
2007
Mo
20:23
Tag
164
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Irgendwas will uns grad belohnen. Wenn’s gut ist, wird’s einfach noch besser. Nach unten gibt’s nicht, nur nach oben. Wir verlassen die kleine Farm und machen uns wieder auf den Weg nach Süden. Es wird Zeit für den Rest der Nordinsel. Es geht durch alte Kauri-Wälder. In einem kleinen Restaurant, das wie Grüne Tomaten ausschaut machen wir Mittag am Meer.

Dann setzen wir mit der Fähre über einen Meeresarm, der meinte, uns den Weg versperren zu können. Keine Chance, und weiter nach Omapere. Auf einem Landarm vor der Küste türmen sich gigantische Sanddünen auf. Noch größer, als die, welche wir Vorgestern geritten haben. Hier könnte man bis direkt ins Meer sandreiten. Wir klettern an der Steilküste bis runter ans Meer.

Drei Meter hohe Brecher schlagen auf die Klippen, auf der ich stehe. Von wegen meine neuen Wanderschuhe sind wasserdicht! Sei verziehen, die Welle hat mich ordentlich erwischt. Alle Farben leuchten im Sonnenschein, roter Sandstein, schwarze Lavaklippen, gelber Sand, blaues Meer und grüne Farne.

Danach folgt der Waiotemarama-Trail durch den Urwald. Wasserfälle, Silberfarne und einige mächtige Kauri-Bäume reihen sich entlang des steilen matschigen Pfades. Cédric ist definitiv unserer Hobbit-Philosoph. Alles Barfuß. Alles. Er klemmt sich zwischen Kauri-Bäume und die Sonne strahlt durch seine Zodeln. Die beiden Allgäuerinnen zeigen mir unterdessen, zu was Gemsen fähig sind.

Auf halbem Weg nach Auckland ist endgültig Schluss für heute. Ein altes kleines Hostel, es riecht nach Oma und die gesamte Einrichtung ist aus den frühen Sechzigern. Der Host ist nett und die dringend nötige Wäsche umsonst. Wir sind die einzigen Gäste. Unser Schloss.

Unsere kleine Gruppe wird sich wohl morgen auflösen. Cédric muss dem Ruf seines von SMSen beheizten Herzens folgen. Das Allgäu braucht nen Tag am Strand. Ich muss weiter nach Raglan, will endlich Kitesurfen. Aber die Masse zu erledigender Arbeit wird mir wohl einige Tage Zwangsstopp bescheren.

Diese Gruppe wird sich gut auflösen. In Einvernehmen, Sinn und Respekt. Auf alles schlechte kommt was gutes, das hab ich gelernt. Und wenn was schlechtes auf diese grandiosen drei Leute und vier Tage folgt? Na und! Ist nur, damit das gute danach noch heller leuchtet.

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