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Advent in der Piratenbucht

Am nächsten Morgen gehen wir im letzten großen Supermarkt vor der Einsamkeit einkaufen. Neben dem Eingang steht ein singender Weihnachtsmann. Ich tanze mit ihm, aber Weihnachsstimmung kommt bei 24 Grad einfach nicht auf. draußen stehen Palmen, und neben dem Fleischregal wirds mir barfuß und in kurzen Hosen glatt etwas kalt.

Irgendwie sind Kiwis ganz anders, aber eben immer nur halb. Sie fahren auf der falschen Seite, haben aber trotzdem rechts vor links. Weihnachten ist im Hochsommer, aber anstatt „Let the sun shine“ spielen sie zum Adventsshopping „I’m dreaming of a white Christmas“. Ich schwebe an Lebkuchen und Weihnachtsbier vorbei nach draußen in die gleißende Sonne.

Wir fahren nur eine kurze Strecke heute. Einsame Strände, kleine Siedlungen. Hawai ist ein kleines Dorf 100km vor dem East Cape. Nach zwei Stunden kommen wir in einer kleinen Piratenbucht an. Das ganze Hostel ist aufgemacht wie ein Schiff. Seile, Hängematten, Muscheln und Kombüse. Zwischen wilden Klippen liegt es direkt am Meer. Die Piraten fangen dicke Fische, und wir gehen mit Kajaks raus aufs Meer. Nur der Hot Tub mit Meerblick ist leider tot.

Nachmittags ein kleiner Buschwalk zu meinem ungefähr 50. Wasserfall in Neuseeland. Und jeder war den Weg wert. Auf einer Macademia-Farm decken wir uns mit Nüssen ein. Am Abend teilen die Piraten den Fang des Tages mit uns. Wir liefern Pasta Bolognese, die Piraten Red Snapper, Hummer und Sashimi. Sie mögen unser Zeug, wir Ihres. Danach verlier ich mal wieder ein Bier beim Pokern, während Kerstin als blutige Anfängerin beinahe ihren dritten sechser-Tisch gewinnt.

Die Zeit der großen Seeschlachten ist nun mal vorbei. Daher hat der Piratensohn sechs Jahre im Schlachthof gearbeitet, und das sieht man auch. Er kann gut Gitarre spielen und sentimentale Lieder im Falsett trällern. Diese Mischung beeindruckt die Mädels schwer.

Ich lerne an diesem Abend drei wichtige Dinge. Die Piraten kochen Seeigel im Feuer. Erstens: Seeigel stinken wie Hölle. Zweitens: wenn man mehr als 12 isst muss man höllisch furzen, und das stinkt noch schlimmer. Drittens: Um Susis Unbescholtenheit zu wahren muss ich jedem zukünftigen Jüngling nur sagen, dass sie schon rohe Seeigel gegessen hat.



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