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Rise of the Silver Surfer

Kein Mensch, der jemals einen richtigen Hexenschuss Kategorie fünf hatte, kann sich je vorstellen, wie unendlich Superheld man sich nach dessen Exodus fühlt. Ich hatte gerade den schlimmsten Lumbago seit vielen Jahren. In einem Rollstuhl wäre ich die letzten drei Tage lang deutlich mobiler gewesen – hätte ich mich reinsetzen können. Nichts ging mehr.

Nach drei Tagen Physiotherapie erachtet der sehr fähige Surf-Doctor Navarro meine Rückenmuskeln als weich genug, um die Knochen einzurenken. 45 kg Physiotherapeutin besiegen den Schmerz auf Anhieb mit einem lauten Knacken. Von einer Sekunde auf die nächste bin ich praktisch vollkommen schmerzfrei. Ich bin nicht religiös. Mein Problem gab’s sicher schon vor 2000 Jahren. Ohne heutiges Wissen war der Messias die einzig plausible Erklärung.

Der Doktor verurteilt mich unter strahlendem Lächeln zu 10 Tagen Ruhe. Aber ich kennen meinen Rücken. Wenn es erst mal knackte, ist alles wieder gut – und bleibt auch so. Einen Tag und eine mehr als freudige lange Nacht später fahre ich mit Max und Dominik wieder an den Valdevaqueros Beach. Der Wind rockt. Ich fahre behutsam. Selbst kleinste Sprünge fühlen sich an wie meilenweite Flüge auf Happy Pills. Aber die sind nicht nötig.

Am Abend wird der Wind schwächer. Zeit für den Rise of the Silver Surfer. Mit aufgeschnittenen Fussenden passe ich grade rein in mein Superhelden-Kostüm. Bar schnappen, Kite starten, Board greifen und ab ins Wasser. Jeder grinst und winkt. Jetzt fliege ich wirklich. Ganz dickes Danke an die lieben Freunde von Marvel!

Der erste Sturz kostet mich die auf der Silberhaut locker rutschende Sonnenbrille. Der zweite haut mich unter Wasser. Trotz einem so weit wie ein Fisch an Land offenen Maul kriege ich unter der nassen Silberhaut fast eine Minute lang kaum Luft. Vermutlich wurde so Waterboarding erfunden. Ich bestätige hiermit dessen Effektivität. Raus an Land. Max schneidet mit Atemlöcher, während eine Bildgeile Spanierin unwissend zeitgleich versucht, den Kite in die Sonnenjünger zu semmeln. Egal. Rise of the Silver Surfer. Check.

Am letzen Tag sind wir schon lange vor dem Wind am Strand. Als er um elf beginnt zu blasen, sind wir sofort draussen. Nach neun Tagen unter bis zu 200 Kitern am Wasser bin ich offensichtlich mit der temporären 5-Kiter-Leere am Wasser so dermassen unterfordert, dass ich nach einem Sprung Dominiks Kite abschiesse. Erster Treffer in 14 Jahren Kiten. Raus, Lines ordnen, rein und nochmal eine knappe letzte Stunde im heute erstmals wunderbar laminaren 18-Knoten Levante. Das war’s.

Zurück nach Tarifa, Sachen packen, ab nach Vejer de la Frontera. Heimflug. In Frankfurt Auto holen und durch die Nacht nach Hause fliegen. Tarifa war schön. Es gibt schöneres. Ab Oktober…



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