Isla Holbox

1404
2015
Di
17:57
Tag
2867
3207 views

Holbox ist die letzte Überraschung meiner Panamericana-Reise. In Belize meinte ein Schweizer: „Da bläst der beste Wind Mexicos!“. Recht hatte er. Jeden den Tag 16 bis 23 Knoten und schöne Wellen nebst zehn Kitebuddies auf Holbox werden mein letztes Kiter-Paradies.

Bis 2013 war Kitesurfen auf dem größtenteils unter Naturschutz stehenden Holbox komplett verboten. Heute dürfen wir kiten – gegen 10 € Windnutzungsgebühr, und nur an einem einzigen Strand eineinhalb Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Der Wind kommt fast immer aus Ost, der Kitebeach liegt dann sideoff in der Leeabdeckung der Insel. Einzige Option: jeden Tag für 14 € mit dem Kiteschul-Boot sieben Kilometer ums Insel-Eck. (mehr …)

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El Cuyo

0804
2015
Mi
9:00
Tag
2861
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El Cuyo liegt ganz im Norden der Halbinsel Yucatan. Open Street Maps kennt in dem kleinen verschlafenen Fischerdorf am Ende der Welt exakt einen POI: „Iglesia“. Die Pampa zwischen der letzten Stadt Tizimin und El Cuyo duchqueren angeblich auch Busse und Collectivos, dies aber so selten, dass ich für die letzten 85 km ein günstiges Taxi brauche.

Sogar in der Semana Santa ist es hier keinerlei Problem, eine Unterkunft zu finden. Nach fünf Minuten habe ich eine kleine günstige Hütte am Strand. Ich bin der einzige Gringo unter einer handvoll Mexikanischer Tagesausflügler in ganz El Cuyo. Aus den leise im Wind raschelnden Palmenblättern flüstert eine höhere Macht zu mir: „Dies sei Deine Aufgabe!“ Ich erzittere in 33° Celsius am türkisblauen Meer: „Hä?“. (mehr …)

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Ometepe

0403
2015
Mi
4:13
Tag
2826
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Die mitten im Lago Nicaragua gelegene Insel Ometepe ist die bisher grösste Überraschung meiner Panamerika-Kite-Reise. In Costa Rica sagte jeder, der Wind auf Ometepe wäre viel schwächer. Er ist fast genauso stark. An fünf von fünf Tagen war ich meist mit dem Neuner Kite auf dem Wasser.

Morgens bläst der Wind meist sehr laminar mit 20 bis 25 Knoten sideon von rechts. Mittags macht er gerne Siesta. Nachmittags frischt er deutlich und auf bis zu 35 recht bockige Knoten auf. Abends und nachts ballert er gewaltig. Der Strand von Santo Domingo ist der einzig kitebare auf ganz Ometepe. Hab beide Vulkane mit der Enduro auf 80 km Schotterpiste umrundet. (mehr …)

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Km 2.256: Balla balla @ Bahia Salinas

2502
2015
Mi
22:26
Tag
2819
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Ich öffne die Autotür einen Spalt. Der Wind reisst sie mir sofort aus der Hand. Wenn hier ein alter knochiger Baum in der Trockensteppe stirbt, dann bricht er einfach im starken Wind in sich zusammen. Unser Beach House liegt 300m vom Spot und bietet Platz für acht Leute. Als die einzigen Gäste gönnen wir uns nach drei Wochen gemeinsam reisen dekadenterweise getrennte Schlafzimmer.

Der Wind in Bahia Salinas ist das heftigste, was ich binnen 16 Jahren Kitesurfen erlebt habe. Er weht eigentlich nie mit weniger als 20 Knoten – mit Böen von oft über +50%. Bei Flut ist der Strand komplett weg, dann gibts nur einen kleinen staubigen Spot zum starten. (mehr …)

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Kitesurfing @ Laguna de Arenal

1902
2015
Do
0:58
Tag
2813
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Erst auf den letzten drei des 40 km langen Stausees wird der Nordostpassat um fünf bis zehn Knoten beschleunigt. Die heisse Trockensteppe von Guanacaste saugt die feuchten kühleren Luftmassen aus dem Hochland nördlich der Laguna Arenal sideshore über die Station von ticowind.com.

Der einzig mögliche Startplatz ist nur über eine 1,5 km lange unbefestigte Piste zu erreichen. Nach schweren Regenfällen ist die Befahrung ohne 4WD grenzwertig. Vor unserer Ankunft regnete es zwei Tage nonstop. (mehr …)

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Punta Chame

0802
2015
So
1:56
Tag
2802
2460 views

John Wayne hatte hier ums Eck mal eine Insel. Sie ist jetzt Disneyworld. Punta Chame ist anders. Am Ende einer langen Halbinsel 100 km nördlich Panama City gelegen strotzen einsam leerstehende Ferienunterkünfte reicher Panamenos dem starken Wind. Der kiffende Belgische Koch unserer Französischen Fazienda schleppt uns mit auf eine Kiter-Party am Ende der Strasse.

Der Hochglanz-Appartment-Block mit Jaccuzi steht unter der Woche leer. Der Reggae erinnert an die Rooftop-Bar auf den Kap Verden, aber das Gras riecht viel besser. Schnell erachte ich Jack Nicholson als einen möglichen Nachbarn. Das Gefühl bekämpfe ich erfolgreich mit dem auf das Spanische Wort für „Opa“ lautenden Rum. Bis mir ein mit einem Schlachtermesser in Zitronen pulender Ansbacher Perma-Reisender erzählt, ich hätte gerade Haifisch verzehrt. (mehr …)

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Morning Session

1410
2014
Di
20:28
Tag
2685
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Santa Maria schläft um sechs Uhr morgens. Die Nacht davor in der Reggae Rooftop Bar war mal wieder blutig. Windfinder gab 16 bis 18 Knoten für fünf bis acht Uhr. Bei bisher drei guten Kite-Tagen binnen zwei Wochen ist klar was zu tun ist: mit vier Stunden Schlaf schlendere ich sauber restalkoholisiert durch die dunklen Strassen und suche das erste wache Taxi.

Im Licht der Scheinwerfer zum Mitu Kitebeach strahlt das Salz der Salinen hell auf. Am Strand bin ich ganz allein. Die orange-schwarz gestreifte Tiger-Dogge knutscht verschlafen mit einer Glückskatze. Ein kleiner Schwarm Strandläufer spielt fangen mit den Wellen. Weisse Sanddühnen strahlen golden in der hinter Wolken über Afrika aufgehenden Sonne. Darüber schaut der Mond den Wellen zu. An manchen Tagen ist Kiten Religion. (mehr …)

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Von Mad Max & Megadownwindern

2009
2014
Sa
2:31
Tag
2661
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Meine drei Wochen in Kalpitiya gehen zuende. Es war eine komische Zeit. Viel ist geschehen, aber wenig passiert. Der Wind bockte zum Ende der Saison immer heftiger, völlig überballert bis absaufen im Sekundentakt war der Standard. Das Anlanden war oft schwer, viele Kites gingen innige Beziehungen mit den Bäumen im SriLankaKite ein.

Am vorletzten Tag fahren wir mit drei Booten 25 km weit in die obere Lagune von Puttalam zu Magic Island. Ich mache den ganzen Trip mit den Häuptlingen als Downwinder. Die ersten sechs Kilometer sind dank der hier engen Lagune gemütliches Flachwasser. Ab und zu säuft der Kite ab, auch Frontline-ziehen hilft nicht mehr. Auf dem Seegras im 10cm tiefen Wasser sitzen Flöhe, und die beissen wie Quallen. (mehr …)

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Kitesurfing Sri Lanka: Kalpitiya

0309
2014
Mi
16:46
Tag
2644
2602 views

Der Weg vom Flughafen führt 120 km nach Norden auf die Halbinsel Kalpitiya. Der Name ist schwer zu merken, aber reine Lautmalerei. Genau das schreist du auf dem Wasser, mit einem langen „jaaa“ am Ende. Die Lagune ist ca. 400 mal mal 2000 m gross. Der Wind bläst jetzt schon drei Tage nonstop mit 25+ Knoten.

Nachdem die Tamilischen Tiger hier ihren Bürgerkrieg 2009 aufgaben, setzte die Entwicklung ein – sehr langsam. Die Häuser der hier vor allem ansässigen Muslime sind mehr als bescheiden. Es gibt ein paar wenige Unterkünfte. Selbst die stechen nicht protzig heraus. Am Abend versammelt sich das Dorf um die Fischer am Strand. Die Raben schreien aus den Bäumen, danach die Muezzine in schrägem Stereo von zwei Minaretten. Sonst ist alles ruhig. (mehr …)

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Ende einer 4.000 km Kitereise

0912
2013
Mo
23:55
Tag
2376
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Mein viertel Jahr in Brasilien geht zu Ende. Es war die eigenartigste aller meiner Reisen. Reisen bedeutet im Gegensatz zu Urlaub: in der Fremde Heimat finden. Wenn ich reiste, dann fühlte ich mich oft und an vielen Plätzen schnell zuhause. Brasilien war anders. Ich könnte behaupten: Der Wind hat mich einfach zu schnell weitergeblasen. Aber das stimmte immer nur auf dem Wasser. An Land war ich länger an jedem Ort als auf allen anderen meiner Reisen.

Trotzdem fühlte ich mich an wenigen Orten zuhause. Vielleicht hat selbst der Ballermann oft weniger Deutsche. Vielleicht haben Kiter nicht mehr wirklich einen gemeinsamen Spirt. Vielleicht war meine Maracuja-Caipi-Liebesbeziehung zu heftig. Vielleicht war das Internet fast immer zu schlecht um zu arbeiten. Vielleicht bekam ich nach einem harten Jahr auch einfach die Augen nicht mehr weit genug auf. (mehr …)

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Repeat Magic @ Galinhos

0812
2013
So
23:40
Tag
2375
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Auf Reisen ist es gefährlich, an gute Orte zurückzukehren. Zauberer können Tricks wiederholen. Doch Magie ist einzigartig. Meistens läuft man daher bei zweiten Besuchen nur dem Schein vergangener Zeiten hinterher. Menschen ändern sich oder verschwinden. Die Magie von Galinhos ist stärker: die guten Menschen bleiben gut und die neuen fügen sich ein.

Auf 2.000 km entlang der Küste Brasiliens gab es keinen einzigen Galinhos vergleichbaren Kitespot. Hier verbringe ich die letzten fünf Tage meiner Reise. Diesesmal sind zehn gute Kiter da, der Wind bläst mit 25 und mehr Knoten deutlich stärker als Anfang Oktober. Die Lagune böte noch Patz für hunderte weitere. Doch die beschwerliche Anreise hält den Massentourismus weiterhin erfolgreich ab. (mehr …)

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Roadtripping Brazil

0412
2013
Mi
22:43
Tag
2371
3428 views

Für 2.000 km entlang der Küste Nordost-Brasiliens brauchte ich gute zwei Monate. Den Rückweg mache ich binnen nur vier Reisetagen innerhalb zwei Wochen. Nach Jeri mache ich noch fünf Tage Stop in Ilha do Guajirú. Auf dem Wasser sind nur noch maximal 40 Kiter und der Wind hackt permanent mit 25 bis 30 Knoten, Tag und Nacht. Genau mein Sweetspot.

In Cumbuco treffe ich nochmal den schüchternen Wikinger Johan und viele neue gute Leute im Rolling Stone Hostel. Den Samstag brechen wir früh ab. Am letzten Abend geht das ganze Hostel auf die Dünen zum Sonnenuntergang. Hier oben ist alles still und friedlich. Unten in Cumbuco wurden letzte Woche wieder zwei Menschen von der Polizei erschossen, diesesmal aber ohne gefesselte Hände. (mehr …)

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Zugvögel

2111
2013
Do
6:44
Tag
2358
3357 views

Als ich klein war hatte ich eine große Frage: Wohin fliegen die Zugvögel? Die Antworten darauf waren schnell gefunden und beinhalteten zahlreiche Länder. Ich verschlang alle Dokus über diese Ziele. Manchmal waren sogar Vögel zu sehen. Wenngleich ich damit ihren Zielen näherkam, fehlte mir trotzdem immer eines: Ihr Weg dorthin. Also fing ich an, vom Fliegen zu träumen. Noch bevor ich ein einziges Mal die Erde verliess, wusste ich, wie sie von oben aussah. Ich zog mit den Vögeln davon.

Heute bin ich einer von Ihnen. Ich träume nicht mehr vom Fliegen. Ich fliege. Früh morgens nehmen wir einen Beachbuggy zum Startpunkt einen guten Kilometer westlich Jericoacoaras. Im anfangs noch mit milden 18 Knoten sideoff blasenden Wind gehen wir mit kleine Kites auf den längsten Downwinder, den ich je geflogen bin. (mehr …)

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Im Parnaiba-Delta

1711
2013
So
23:49
Tag
2354
3474 views

Der Parnaiba ist einer der größten Flüsse Brasiliens. In seinem Mündungsgebiet zerteilt er das Festland auf 50 km² in unzählbare grüne Inseln. Wir sind im Reich der Krokodile, Anacondas, Reiher und Affen. Mit einem schnellen Motorboot fahren wir knapp eine Stunde lang durch die Mangroven bis zur letzten Sandbank im Parnaiba-Delta. Hier verschmilzt der Strom unter springenden Wellen mit dem Meer.

Der Platz ist mehr als würdig, den Umkehrpunkt meiner Reise zu markieren. Ich bin in den letzten zwei Monaten mit Eselskarren, Autos, Bussen und Booten und zu Fuss knappe 1.800 km entlang der Brasilianischen Küste gereist. An 30 Spots hat mein Board Spuren im Wasser gezogen. Näher werde ich dem Äquator auf dieser Reise nicht mehr kommen, und nirgends wird der Wind beständiger und stärker blasen. (mehr …)

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Barra Grande

1511
2013
Fr
23:15
Tag
2352
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Wir fahren geschlagene fünf Stunden von Ilha do Guajirú nach Barra Gande – satte 350 km weit und zum Teil über Schotterpisten durch die tiefste Pampa. Sowohl Google als auch Open Street Map gaben diese Route aus, Locals wiesen uns den gleichen Weg. Dass wir uns leicht ein Drittel des Weges durch die neue Straße zwischen Jijioca und Granja hätten sparen können erfahren wir erst einen Tag später.

Barra Grande ist wegen eines nationalen Feiertages fast komplett ausgebucht. Sogar bescheidene Privatzimmer ohne Türe kosten mal schnell für Brasilianische Verhältnisse astronomische 40 € die Nacht. Also buchen wir uns für 10 € mehr gleich in ein richtig feines Luxusresort ein. Das Haus ist pure Hippiekunst, jeder Tisch ein Gemälde aus behutsam bearbeitetem Massivholz. Nach der Fahrt sind wir erst mal platt. (mehr …)

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Ilha do Guajirú

1211
2013
Di
23:37
Tag
2349
3562 views

Ilha do Guajirú ist der erste Ort in Brasilien, an dem wir etwas nach einer freien Unterkunft suchen müssen. „Etwas“ dauert fünf Minuten und bringt uns für wenig Geld eine Pousada direkt am Strand. Der rostige Kompressor rattert laut, das Essen dauert ewig. Wir fühlen uns sofort daheim in der Pousada Portal da Barra. Zehn Meter vom Zimmer zu Starkwind-Kiten auf Flachwasser bieten wenige Orte auf der Welt.

Der Wind bläst mächtig in Ilha do Guajirú. In den drei Tagen unseres Aufenthalts schläft er nur selten und kurz bei weniger als 20 Knoten. Tagsüber bläst er stets mit 20 bis 30 Knoten. Ilha do Guajirú ist ein Traum für Flachwasser-Kiter. Hinter einer langen Sandbank gelegen reduziert die Ebbe eine lange Flussmündung auf wenig spiegelglatten Raum. Bei Flut reiten bis zu 60 Kiter die sanften Windwellen der 300 mal 1000 Meter grossen Piste. (mehr …)

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Auf dem Weg ins gelobte Land

0911
2013
Sa
23:07
Tag
2346
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Eine Hauswand mitten im Nirgendwo der Brasilianischen Pampa verkündet: „Gott hat uns verlassen“. Das irritiert mich auf gleich zweierlei Arten. Erstens sind Brasilianer die Salafisten unter den Christen. Wer nicht wenigstens drei der fünf in jedem Dorf wöchentlich angebotenen Messen besucht, gilt offiziell als Heide. Zweitens: Wir sind auf dem Weg ins gelobte Land, und das geht nicht ohne einen Gott.

Unser Gott ist der Wind. Er bringt Brasilien durchaus einiges an Reichtum. Wenn hier ein Windpark gebaut wird, dann baut man gleich eine Fabrik, Strassen und manchmal gleich noch ein ganzes Dorf dazu. Wir fahren durch endlose Wälder von Windkraftanlagen. Ja, ohne wäre der Sonnenuntergang schöner. Aber wenn ich die Wahl zwischen Drehflügelwäldern und im dunkeln leuchtenden Sushi habe, dann ist meine Wahl eindeutig. (mehr …)

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Flexeiras, Guajirú & Mundau

0711
2013
Do
21:20
Tag
2344
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Der nächste Stop ist das fast vollkommen leere Flexeiras. Es ist kurz vor Hauptsaison, und nirgends ist was los. Wir checken in einer günstigen Pousada direkt am Strand ein und machen uns gleich auf den Weg ins ein paar Kilometer östlich gelegene Guajiru. Der Wind bläst hier deutlich stärker als im leicht verschatteten Flexeiras. Auf dem Wasser vor einer der wie immer hoffnungslos überteuerten Kite-Unterkünfte tobt ein Dutzend Rider mit 7 bis 9 m².

Da der Strand breit und das Meer recht leer sind stufen wir die Gefahr runter und hängen uns an 12 und 13m² – wieder mal. Bei Böen deutlich über 22 Knoten ist das grenzwertig, aber die Hangtime dafür gewaltig. Wir schleudern uns über zahlreiche 1,5 m hohe Wellen ins Lee und vergeigen noch mehr Big Airs Richtung Ufer. Die Aussicht aus 7 m Höhe scheint endlos. (mehr …)

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Lagoinha & Paracuru

0511
2013
Di
22:36
Tag
2342
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Nach fünf Wochen der langen Aufenthalte ändert sich jetzt die Reisegeschwindigkeit. Mit dem englischen Holländer Ian geht es drei Wochen lang ab Fortaleza mit dem Auto bis in den wilden Westen Brasiliens. Ab sofort reiten wir jeden Tag andere Kite-Spots ab. Unser erster Stop ist Lagoinha, eine gute Stunde westlich Cumbuco.

Der Aufkleber auf der Windschutzscheibe verbietet das fahren auf ungeteerten Strassen. Von Stränden steht da nichts. Also fahren wir am nächsten morgen mit guten Leuten aus der Heimat ein paar Kilometer downwind zur Lagune. Selbige ist nicht viel grösser als der Tabuba-Tümpel vor Cumbuco, aber liegt eingerahmt von Palmen und Dünen wie eine Oase hinter dem Strand. Der Wind ist zu gut, keiner hat Zeit für Fotos oder Filme. (mehr …)

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Brasilianischer Humor

1110
2013
Fr
20:43
Tag
2317
3907 views

Der TV-Moderator witzelt über drei Busräuber-Bandidos, welche gerade in Rio interviewt werden. Sie wurden erfolgreich von Passagieren gelyncht. Zwei unbewegte blutige Körper werden zensiert, einer stammelt mit recht blau geschlagenem Gesicht von misslungenen Heldentaten. Der Brasilianische Humor ist herb. Und Galinhos ist sicher, denn es gibt hier nur Eselkarren und Buggies.

Mein Portugiesisch macht dezente Fortschritte. Der Hausdame teile ich erfolgreich mit, dass ich gerade eine Katze verspeist hätte. Von meinem guten Geschmack beeindruckt fragte sie mich umgehend, ob sie meinen Opa waschen solle. Schon nach wenigen Minuten Gebärdensprache begreife ich, dass sie meine Wäsche meint. Die Antworten auf meine Fragen verstehen ich zwar selten, bin aber schwer von der Wirkung meiner Worte beeindruckt. (mehr …)

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High Noon Heizwasser @ Galinhos

0910
2013
Mi
23:01
Tag
2315
3051 views

Gegen Mittag gehen wir zu Neumond-Niedrigwasser einen Kilometer auf der Lagunen-Seite Galinhos nach Westen. Der Strand ist jetzt dank Ebbe endlos breit, und die Lagune und Flussmündung bietet einige Quadratkilometer Bügelbrett für uns drei Kiter. Der Spot ist himmlisch. Ich versteh nicht warum hier nicht wenigstens soviele Leute wie in Cumbuco sind. Okay, „umpfumpf“ is hier nicht – es sei denn man machts selbst. Aber das Leben in einem kleinen Dorf hat andere Reize.

Anfangs luscht der Wind etwas. Die Kitelehrer laufen einige Male am Ufer Höhe mit 9m², ich fahre 13m² und bin glücklich. Gegen ein Uhr frischt der Wind auf angenehme 18 Knoten auf, jetzt gibts Heizwasser. Riesen Spray, hoher Speed und bombige Crashs. Die Mangroven sind die Banden, ein paar vorbeiziehende Fischerboote die Kugeln und wir die Queues. (mehr …)

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Unbenannt 1

Du sollst surfen, nicht surfen!

0810
2013
Di
18:40
Tag
2314
3184 views

Die letzten 30 km nach Galinhos führen durch endlose stillstehende Windpark-Wälder über strahlend weisse Sanddünen. Galinhos liegt am Ende einer langen Halbinsel. Die Sandbank bietet eine einmalige Vielzahl von Bedingungen zum Kitesurfen: auf der Landseite liegt eine großes Flussmündung, der perfekte Flachwasser-Spot. Auf der Seeseite brechen die Wellen schön gleichmässig am flach abfallenden Strand.

Schon der erste Sprung im Flachwasser nach den Wellen landeinwärts haut mich gute fünf Meter raus. Landung in den Wellen, turn und wieder raus. Die Wellen sind nicht gross, aber schön lange ziemlich steil. Perfekte Ramps für endloses Gleitsegeln nach Lee. Ich hatte binnen 15 Jahren Kitesurfen noch nie einen Wave-Spot, der in beide Richtungen so schöne Bedingungen bot. (mehr …)

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Goodbye Pipa!

0310
2013
Do
23:36
Tag
2309
2956 views

Am letzten Tag in Pipa kommt endlich vernünftiger Wind auf. Wie schon die ganze Woche über: anders als angekündigt. In Pipa schreibt man Hoffnung eben anders. Ich gehe am Morgen mit einer argentinischen Radiomoderatorin an den Cacimbinhas Beach. Über die Kante der steilen Klippen fegt eine derbe Brise. Eine kleine Hütte am einsamen Strand, das Meer und ich. Alles ist gut.

Die Wellen kommen am Cacimbinhas etwas milder an als am Praia de Amor. Aber immnoch 1,5m hoch und herb brechend. Waschgang, raus und rein, dann nach einer Stunde etwas Regen und Flaute. Etwas weiter nach Süden Richtung Praia de Madeiro wandern, und schon fängt der Wind wieder an. Draussen ist die Dünung hoch und steil, Einschlag im nächsten Wellenkamm. Am Ende des Tages ich humpel glücklich nach Hause. (mehr …)

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Kite-Wanderung zum Barro de Cunhau

0210
2013
Mi
23:50
Tag
2308
2997 views

Im Minivan nach Cibauma mockiert sich ein schwules deutsch-uruguaiisches Pärchen auf Flitterwochen köstlich über die Irrwege der liberalen Bürokratie. Einer der beiden wäre jetzt laut Trauschein „Senora“ und müsse sich somit einer Geschlechtsumwandlung unterziehen, was beide diskriminierend und voll abtörnend finden.

Am Ende eines Feldweges schmeisst mich der Busfahrer raus. Ich bin auf dem Weg zu einem legendären Kitespot, dem Barro de Cunhau. Von Pipa müsste man für die 7 km Luftlinie ca. 50 km Umweg mit dem Taxi fahren. Warum wird mir nach einer kurzen Wanderung klar. Bei Flut kommt man über diesen Fluss nur mit dem Floss. Jetzt bei Ebbe versinke ich nur hüfthoch im Wasser. (mehr …)

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Kitesurfing Pipa: Praia do Amor

2909
2013
So
22:49
Tag
2305
2983 views

Am zweiten Tag in Pipa bläst der Wind endlich mal nicht wie hier so häufig nicht in der Nacht, sondern auch tagsüber mit gemütlichen 17 Knoten. Der nach Osten blickende Praio de Amor liegt nur 15 Minuten vom Sugar Cane Hostel entfernt. Oben auf seinen Klippen stehend sehe ich endlich den ersten anderen Kiter. Bisher hatte ich noch keinen getroffen.

Bei Flut ist der Praio de Amor im weniger dicht besidelten Südteil gerade mal 7m breit. Auch bei Ebbe dürften kaum mehr als 12m rauskommen. Direkt dahinter liegen steil ansteigende und teils mit Gestrüpp bewachsene Klippen. Dank den durch sie verursachten Luvwirbel lege ich erst einmal zwei astreine Fehlstarts hin, was später auch noch einigen anderen Kitern passiert. (mehr …)

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