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Morning Session

Santa Maria schläft um sechs Uhr morgens. Die Nacht davor in der Reggae Rooftop Bar war mal wieder blutig. Windfinder gab 16 bis 18 Knoten für fünf bis acht Uhr. Bei bisher drei guten Kite-Tagen binnen zwei Wochen ist klar was zu tun ist: mit vier Stunden Schlaf schlendere ich sauber restalkoholisiert durch die dunklen Strassen und suche das erste wache Taxi.

Im Licht der Scheinwerfer zum Mitu Kitebeach strahlt das Salz der Salinen hell auf. Am Strand bin ich ganz allein. Die orange-schwarz gestreifte Tiger-Dogge knutscht verschlafen mit einer Glückskatze. Ein kleiner Schwarm Strandläufer spielt fangen mit den Wellen. Weisse Sanddühnen strahlen golden in der hinter Wolken über Afrika aufgehenden Sonne. Darüber schaut der Mond den Wellen zu. An manchen Tagen ist Kiten Religion.

Um halb sieben bin ich auf dem Wasser. Bei Ebbe sind die Wellen heute deutlich kleiner als die letzten Tage. Das Riff spitzt an einigen Stellen in der aufgehenden Sonne leicht zu übersehen durch die Wellen. Es ist still. Das Rauschen des Windes. Das Brechen der Wellen. Der Sound von Spray. Ich atme ein und aus und werde ruhig. Die Wellen sind schön steil heute, kleine Ramps schmeissen mich in den Himmel. Ab und zu luscht der Wind ab, typischerweise natürlich direkt vor einem der selten auftretenden größeren Wellen-Set.

Vor vier Tagen kam der Wind erstmals über 15 Knoten auf Sal. Das sei ungewöhnlich, meinten die Kapverdianer, aber auch der Sommer sei dieses Jahr sehr spät gekommen. Nach zwölf Tagen Flaute fahre ich auf dem Rücken des Club Mistral Jeeps drei Kiloemter auf die andere Seite der Insel an den Mitu Kite Beach. Hier bläst der Wind im Gegensatz zur Bucht von Santa Maria sideon und genau mit den mir bisher fehlenden drei Knoten mehr. Die Wellen sind teilweise über eineinhalb Meter hoch und recht fordernd. Schüler werden der Reihe nach gewaschen. Kein guter Platz zum Lernen. Abends nimmt mich meist ein Local hinten auf dem Pickup mit zurück nach Santa Maria.

Finde ich keinen, laufe ich die drei Kilometer durch die Salinen zu Fuss. Auch heute morgen. Um acht Uhr kommt der zweite Kiter. Ich wandere heim. Jeder Transport auf den Kapverden ist wegen dem Verschleiss durch die salzige Luft und einzufiegende Ersatzteile schweineteuer. In der Regel nehmen die Taxis sieben Euro für drei Kilometer. Heute 20. Mein Taxifahrer hatte kein Wechselgeld. Bis zum Abend bringt er mir die 13 ausstehenden Euro nicht ins Hotel.



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