Kitesurfing Romblon: Selbstrettung

1101
2012
Mi
14:12
Tag
1678
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Zwischen 3P und Romblon Town gibt es einen sehr schönen Strand. Der Bonbon Beach läuft in einer langen Sandbank zu einer Insel aus. Der Wind bläst perfekt fast sideshore mit 14 Knoten, das Panorama ist gigantisch. Kleine Inseln in der Nähe, in der Ferne die wolkenverhangenen Berge von Tablas. Manchmal kommen die Locals von Boracay in der Nebensaison hier rüber, wenn dort der Wind nicht reicht.

Zwei Traunsteiner Tobis nehmen mich auf dem Bike mit. Ich baue auf und gehe raus. Der Wind ist nicht stark, reicht kaum zum Höhelaufen und springen. Ich ziehe einige Bahnen und lande am Ende der Sandbank. Laufe nochmal gegen den Wind, ziehe noch ein paar Bahnen und versemmel dann den letzten Sprung am Ende der Sandbank. Ich lande im Lee, vor mir nur noch offenes Meer.

Auf der Luvseite fällt die Sandbank schön mild ab, man kann weit rausgehen. Im Lee ist das Wasser sofort tief. Ich schwimme, der Kite zieht in den jetzt 12 Knoten nicht mehr genug, um aufs Board zu kommen – geschweige denn Höhe zu laufen. Aber mich unaufhaltsam trotzdem auf’s offene Meer. Dann schmiert der Kite ab. Ich rufe um Hilfe, aber auch der herbeieilende Tobi kann mich nicht halten. Zusätzlich zieht er sich einen tiefen Schnitt im Fuss von einer Koralle zu. Er muss mich weiter abtreiben lassen.

Ich habe zwei Optionen: links einen Kilometer  in die mangrovenbewachsene Bucht treiben lassen. Oder rechts 300 m auf die kleine Insel mit fünf Meter Strand und Bäumen dahinter. Beides nicht gut, aber immernoch besser als 20 km nach Tablas. Ich entscheide mich für die kleine Insel. Der Kite kommt im jetzt noch schwächeren Wind gerade noch hoch wenn ich die Frontlines ordentlich ziehe. Nach einger Zeit sehe ich brechende Wellen.

Also muss die Sandbank hier in einer Kurve verlaufen! Bald berühre ich wieder Grund und mache sofort eine Selbstrettung über die Frontlines. Der Restzug sorgt dafür, dass die Hörner an der Bar zunehmend einbiegen. Irgendwann rutschen die bisher aufgewickelten Lines wieder runter. No good, Pete. Wenigstens habe ich den Kite wieder sicher und zuglos am Körper. Ich folge der Sandbank zurück Richtung Strand. Auf dem Weg scheuche ich einige Philippinos zurück, die bei einsetzender Flut  zur Insel waten wollen.

Das war meine zweite Selbstrettung in 12 Jahren Kiten. Bin nicht stolz drauf, vor allem weil die Konditionen abgesehen vom etwas schwachen Wind bis auf fehlendes Rettungsboot absolut sicher erschienen. Selbst dann kann sowas passieren. Vielen Dank an die zwei Traunsteiner Tobis für die Bilder und den Rettungsversuch!

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3 Comments

Dominik

Mensch Frank du gehst doch sonst nur ins Wasser, wenns 1000%ig sicher ist!

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