Kitesurfen in der Karibik

2210
2008
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Sabine Infektion springt auf mich über. Der Wind bläst vier Tage am Stück mit perfekten 15-20 Knoten laminar side onshore. Wenn ich jetzt ein waschechter Deutscher wäre, müsste ich darüber mosern, dass es Seegras im Wasser gibt. Aber sonst würde mir auch schon nichts weiteres einfallen. Alles ist perfekt, die Sonne strahlt, der Wind bläst, und Cuba wird jeden Abend ordentlich befreit.

Jeden Mittag gehts mit dem Shuttle von Alis Camp zum Kiteclub. Sabine hat schon davor immer einen unruhigen Magen, vor lauter freudiger Erwartunfg gemischt mit etwas Angst. Diese Mischung macht höllisch lebendig. An manchen Tagen steh ich am Strand und frag mich, ob ich den Wind noch meistern kann. Aber der XBow bügelt einfach jede Böe platt.

Nach drei Tagen Kurs kommt Sabine das erste mal aufs Brett. Gar nicht so weit. Aber das ist auch gut so. Hätte sie mehr als 10m geschafft, hätte ihr das nach-kiterische Grinsen vermutlich die Ohren zerrissen. So gab es wenigstens noch ein Stopp. An Tag vier macht sie das erste mal eine kleine Line, und diesmal ist das Grinsen danach besorgniserregned breit.

Die Cabaretischen Kinder springen wie die Deppen. Die Schüler lernen, und die Lehrer nutzen jede freie Minute um genau das zu machen woran sie glauben: fliegen. Sabine wird bei einem sauberen Raketenstart von ihrem Brett gebissen. Blaue Flecken sind Medaillen des Mutes.

Ich freunde mich langsam mit der Kraft des XBow an, vertraue ihm mehr und mehr. Manche Sprünge gehen ordentlich in die Hose mit satten Einschlägen. Aber selbst nach solchen muss man trotzdem noch Yippie schreien. Den dritten Meter hab ich sicher geknackt, den vierten vermutich auch, und den fünften wird Sabine noch diese Woche auf einem Foto mit dem Stempel „Held“ festhalten.

Das Wetter sollte im Oktober eigentlich deutlich weniger windig und viel regnerischer sein. Ist es aber nicht. Zum Glück spielt es weltweit verrückt. Wenn der Wind in der Regenzeit dermaßen verlässlich bläst, dann will ich bitte auch verrückt sein. Oder werden. Ich arbeite daran.

Ich denke an die Menschen daheim. Und wie wunderbar es doch ist, Webdesigner zu sein. Vor drei Tagen sind wir ins neue Tarzan-Haus umgezogen. Drei Palmen wachsen durch unsere Hütte, die Sonnenterrasse schaut Richtung Strand, und im Bett hab ich WiFi. Also wenn’s mal geht.

Manchmal ist der Job Webdesigner ein Traum. Die letzten Tage war er ein Alptraum. Ein Kunde empfing tagelang keine Emails. Ich bekam deswegen 150 Emails in fünf Tagen. Wie schon so oft: wohl nicht meine Schuld, aber darin Baden macht trotzdem weniger Spaß als im Karibischen Meer.

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