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Kitesurfen auf Rügen

Auf geht's nach Rügen! Der Wind war wochenlang tot, und der gesamte Sommer sowieso inexistent. In unserer ersten Nacht auf einem Bauernhof erleben wir eine kleine Ernte-Apokalypse. Riesige Mähdrescher machen bis vier Uhr morgens alle Felder im Umkreis von einem Kilometer platt. War wohl auch die erste regenfreie Nacht auf Rügen in diesem "Sommer".
 
Am nächsten Morgen regnet es schon wieder in Strömen. Die Kreidefelsen verschwinden im Grau. Danach kommt endlich der Wind an. Am Wieker Boden ist er zu heftig und auflandig. Wir setzen über nach Ummanz und gehen am Suhrendorfer Strand raus.
 
Ich wundere mich noch, daß Madlin kaum ins Brett reinkommt. Dann häng ich selber am Kite und spüre, wie stark der Wind ist. Voll verschätzt. Am hintersten Ende der Depower flitze ich über die spiegelglatte Speedpiste. Erst am nächsten Tag passt der Wind auch für Madlin. Binnen fünf Stunden gemeinsamen Kiten – sie downwind, ich upwind – zieht sie ihre ersten gestandenen 100m auf dem Kiteboard. Alleine das Zuschauen macht glücklich. So muss sich wohl ein Dealer fühlen, wenn er gerade einen neuen Junkie angefixt hat.
 
Alle Sprünge versemmel ich wie üblich. Bei 30cm Wassertiefe teilweise etwas schmerzhaft. Jeder rast, Wellen gibt es keine, das Stehrevier ist endlos. Die Sonne geht unter. Möwen ziehen vorrüber. Der süße Geruch von Brackwasser.
 
Nach einer heftigen Nacht im Surf Hostel und permanenter stundenlanger Beschallung mit dem stets gleichen Jazz-Riff des gerade gastierenden Jugend-Jazz-Festivals geht's wieder nach Hause. Madlin kriegt für ihre Reise nach Australien meinen Liquid Force Session und das Kiteboard, das mich einmal rund um die Welt begleitet hat. Leb wohl und sei gut zu ihr!


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