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Hangover Hangtime

Gute Tage folgen meist auf böse Nächte. Wir setzen uns zur Happy Hour an Charlhs Bar. Als wir aufstehen ist es kurz vor drei Uhr Nachts. Der Hangover am nächsten Morgen ist mindestens genauso grandios wie die Nacht davor. Der Wind zurück, die Schonzeit vorüber. 45 Minuten Schlaf pro Rum Cola müssen reichen. Waren ja einige.

Schon vor Mittag ist der Balabog Beach heute voll: Am Wasser sind 120 Kiter unterwegs und der komplette Strand dank erstem Wind seit einer Woche voller Meermüll: Treibholz, Fischernetze, Plastikflaschen, Tüten, massig Seetang und Glasscherben. Boracays Heiligkeit zerbröselt endgültig zu Staub. Was bleibt ist schön starker Wind von 15-25 Knoten. Sonst nichts.

Da die Vorhersage noch am Morgen viel niedriger war habe ich nur den 13er dabei – das ist schon beim ersten Ritt am Morgen recht viel. Als dicke Regenwolken aufziehen gehe ich raus. Wenig später schüttet es in Strömen, die Sicht geht runter auf unter 100 m. Einmal kurz Lines in die Brandung semmeln bedeutet beim nächsten Start 10kg Mehrgewicht Seetang. Ich finde Max nicht mehr, mach mir Sorgen. Schlafe auf einer Bank ein.

Nach einger Zeit weckt mich der jetzt noch stärkere Wind. Böen knallen jetzt mit bis zu 28 Knoten an den Strand. Ich geh auf den letzten Knoten, ziehe die Depower voll und geh wieder raus. Am Wasser kann ich kaum Bodenkontakt halten. Über die Wellen springe ich nicht, ich hebe einfach ab. Kaum ziehe ich etwas an der Bar, wird der Spray hinter dem Brett endlos. So schnell wie heute war ich noch nie unterwegs. Ich weiss es, weil ich noch nie einen Sturz hatte, bei dem alle Luft aus der Lunge gedrückt wurde.

Der Wind geht ziemlich rauf und runter, ich fummel permanent am Adjuster. Für Sprünge braucht man heute viel Platz. Auch ohne zurückfliegen geht heute jeder Sprung in den zweiten Stock. Einfach nur an der Bar ziehen und abheben. Mit zurückfliegen geht’s direkt ins Dachgeschoss. Endlose Hangover Hangtime, Sekunden in Zeitlupe, breites Grinsen und Glückseeligkeit.

Dass es dazwischen immer wieder schwer regnet ist egal. Max bleibt über fünf Stunden am Stück draussen. Ich komme mit zwei Pausen auf gute drei Stunden. Vom Beach kommen wir erst lange nach Sonnenuntergang weg. Boracay ist wie immer bei Regen überflutet. Überall riecht es nach Kloake. Wir sitzen zitternd im Trike und grinsen schweigend.



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